Lehrstuhl für Allgemeine Geschichte des Mittelalters und Historische Hilfswissenschaften

Markgraf Otto IV. von Brandenburg (1266-1309)

Der Lehrstuhl ist derzeit vakant.

Bis zum 30. September 2014 wurde er vertreten durch Prof. Dr. Karl-Heinz Spieß und beschäftigt sich in Forschung und Lehre mit der europäischen Geschichte vom Ende der Völkerwanderung zu Ende des 5. Jahrhunderts bis zur Reformation im 16. Jahrhundert. Neben dezidiert hilfswissenschaftlichen Veranstaltungen (besonders zu Paläographie, Heraldik und Chronologie) wird das Handwerkzeug eines Mediävisten vornehmlich anhand der deutschen Geschichte des Mittelalters gelehrt, von den Franken über die Ottonen, Salier und Staufer bis zur Konstituierung und Entwicklung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nationen im Spätmittelalter, wobei aber auch europäische Perspektiven miteinfliessen.

Ein wesentlicher Forschungsschwerpunkt liegt in der Familien- und Fürstenforschung des Spätmittelalters. Zudem eröffnet das in Greifswald ansässige Mittelalterzentrum den Studierenden mit einer Vielzahl von Veranstaltungen einen detaillierten Einblick in aktuelle Forschungsgebiete der deutschen Mediävistik.

Kontakt

Lehrstuhl für Allgemeine Geschichte des Mittelalters und Historische Hilfswissenschaften
Historisches Institut der Universität Greifswald
Domstraße 9a
17489 Greifswald
Tel.: +49 (0)3834 420 3303
mittelalteruni-greifswaldde

Sprechzeiten in der Vorlesungszeit


PD Dr. Joachim Krüger

  • Montag, 13-14 Uhr

Dr. Ralf-Gunnar Werlich

  •  Dienstag, 16-18 Uhr

Aktuelles

Veranstaltungshinweise

Vortragsreihe „Zukunft im Mittelalter" des Mittelalterzentrums Greifswald im Wintersemester 2018/19

Wie Sebastian Brant im 65. Kapitel seines 1494 gedruckten Narrenschiffs ausführt, bestimmte der Wunsch nach Berechenbarkeit der Zukunft mithilfe von Sternenkonstellationen nur allzu sehr den Alltag der Menschen. Aus kirchlicher Sicht praktizierten die vermeintlichen Wahrsager aber Teufelskunst. Nicht der Aberglaube sollte das Leben des Christen bestimmen, sondern allein sein Vertrauen auf Gott. Der christliche Glaube war bestimmt von der eschatologischen Erwartung, dass Gott nicht nur über das Weltgeschehen, sondern beim Jüngsten Gericht auch über das jenseitige Schicksal des Menschen entscheidet. Umso bedeutsamer war somit die Vorbereitung des Menschen auf den Tod.

In dieser Spannbreite zwischen Zukunftshoffnung, imaginierten Zukunftskonstruktionen und Zukunftsangst, verbunden mit Visionen vom Jüngsten Gericht, werden die Vorträge mittelalterliche Zukunftsvorstellungen in Schrift und Bild aus den Bereichen von Kunst, Religion, Literatur und Geschichte behandeln.

Termine:

Montag, 22. Oktober 2018, 18.15 Uhr
» Die Zukunft der Bücher. Der Codex als Medium endzeitlicher Offenbarung
Prof. Dr. David Ganz (Universität Zürich)
Eröffnungsvortrag im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg

Montag, 5. November 2018, 18.15 Uhr
» Planen und Entscheiden. Zukunftskonzepte in frühen deutschsprachigen Prosaromanen
PD Dr. Susanne Knaeble (Technische Universität Braunschweig)

Montag, 19. November 2018, 18.15 Uhr
» Der Kaiser und die Teufel. Die Darstellung der Seelenwägung Heinrichs II. in Kirchen auf Gotland
Prof. Dr. Gerhard Weilandt (Universität Greifswald)

Montag, 3. Dezember 2018, 18.15 Uhr  
» Zukunftsangst in der altisländischen Brennu-Njáls saga
Dr. Anita Sauckel (University of Iceland)

Montag, 7. Januar 2019, 18.15 Uhr  
» Die Schau ins Künftige. Bilderrealitäten an spätmittelalterlichen Altarretabeln
Prof. Dr. Susanne Wegmann (Technische Hochschule Köln)

Montag, 21. Januar 2019, 18.15 Uhr
» Die Zukunft der ganzen Welt. Spätmittelalterliche Judicia anni und die Ordnung des Wissens über die Zukunft
Prof. Dr. Klaus Oschema (Ruhr-Universität Bochum)

Der Eröffnungsvortrag am 22. Oktober 2018 findet im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald, Martin-Luther-Straße 14, statt. Die weiteren Vorträge finden im Hörsaal 2 in der Rubenowstraße 1 (Audimax) statt.

 

Medieninformationen

König, Reich und Fürsten im Mittelalter. Abschlusstagung des Greifswalder "Principes-Projekts".

Festschrift für Karl-Heinz Spieß, hrsg. von Oliver Auge


(Beiträge zur Geschichte der Universität Greifswald, 12), Stuttgart 2017.
593 S., 21 s/w Abb., 72 farb. Abb.
Frontispiz, Gebunden
ISBN 978-3-515-10895-9

Im Herbst 2014 wurde der langjährige Inhaber der Greifswalder Professur für Allgemeine Geschichte des Mittelalters und Historische Hilfswissenschaften, Prof. Dr. Karl-Heinz Spieß, in den Ruhestand versetzt. Dies nahm eine internationale und interdisziplinäre Gruppe renommierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zum Anlass, sich in einem dreitägigen Symposium mit den zentralen Themen auseinanderzusetzen, die Karl-Heinz Spieß in seiner Forschungs- und Lehrzeit stets intensiv beschäftigt haben, und neueste Ergebnisse hierzu zu präsentieren. Die seinerzeit gehaltenen Vorträge sind für den Druck überarbeitet und in der vorliegenden Festschrift für Karl-Heinz Spieß versammelt worden.


Publikationen

Luthers Norden, herausgegeben im Auftrag der Nordkirche, des Pommerschen Landesmuseums Greifswald und der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf, Schleswig von Kirsten Baumann, Joachim Krüger, Uta Kuhl, Petersberg 2017, 320 Seiten, 216 Farbabbildungen, ISBN: 978-3-7319-0414-4.

Karl-Heinz Spieß, Familie und Verwandtschaft im deutschen Hochadel des Spätmittelalters. 13. bis Anfang des 16. Jahrhunderts, 2. Auflage, Stuttgart 2015, 627 S., ISBN: 978-3-515-11097-6.

Niels Hegewisch, Karl-Heinz Spieß und Thomas Stamm-Kuhlmann (Hgg.), Geschichtswissenschaft in Greifswald. Festschrift zum 150jährigen Bestehen des Historischen Instituts der Universität Greifswald (Beiträge zur Geschichte der Universität Greifswald, Bd. 11), Stuttgart 2015, 296 S., ISBN: 978-3-515-10946-8.

Dirk Alvermann und Karl-Heinz Spieß (Hgg.), bearb. von Marco Pohlmann-Linke und Sabine-Maria Weitzel, Quellen zur Verfassungsgeschichte der Universität Greifswald, Band 3: Von der Freiheitszeit bis zum Übergang an Preußen 1721–1815 (Beiträge zur Geschichte der Universität Greifswald, Band 10.3), Stuttgart (2014), XCIII, 716 S., ISBN: 978-3-515-10420-3.

Mario Müller, Karl-Heinz Spieß und Uwe Tresp (Hgg.), Erbeinungen und Erbverbrüderungen in Spätmittelalter und Früher Neuzeit. Generationsübergreifende Verträge und Strategien im europäischen Vergleich (Studien zur brandenburgischen und vergleichenden Landesgeschichte, Bd. 17), Berlin 2014, 315 S., ISBN 978-3-86732-190-7.

Matthias Müller, Karl-Heinz Spieß und Udo Friedrich (Hgg.), Kulturtransfer am Fürstenhof. Höfische Austauschprozesse und ihre Medien im Zeitalter Kaiser Maximilians I. (Schriften zur Residenzkultur, Bd. 9), Berlin 2013, 309 S., ISBN 978-3-86732-155-6.

Karl-Heinz Spieß (Hg.), Ausbildung und Verbreitung des Lehnswesens im Reich und in Italien im 12. und 13. Jahrhundert, Ostfildern 2013, 376 S., ISBN: 978-3-7995-6876-0.

Immo Warntjes und Karl-Heinz Spieß (Hgg.), Death at Court, Wiesbaden 2012, 349 S., ISBN: 978-3-447-06760-7.

Dirk Alvermann und Karl-Heinz Spieß (Hgg.), bearb. von Marco Pohlmann-Linke und Sabine-Maria Weitzel, Quellen zur Verfassungsgeschichte der Universität Greifswald, Band 2: Die schwedische Großmachtzeit bis zum Ende des Großen Nordischen Krieges 1649–1720 (Beiträge zur Geschichte der Universität Greifswald, Bd. 10.2), Stuttgart 2012, LXXIX, 412 S., ISBN: 978-3-515-09834-2.

Norbert Buske, Joachim Krüger und Ralf-Gunnar Werlich (Hgg.), Die Herzöge von Pommern: Zeugnisse der Herrschaft des Greifenhauses (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Pommern / Reihe V: Forschungen zur pommerschen Geschichte), Köln-Weimar-Wien 2012, 456 S., ISBN: 978-3-412-20712-0.

Dirk Alvermann und Karl-Heinz Spieß (Hgg.), bearb. von Benjamin Müsegades und Sabine-Maria Weitzel, Quellen zur Verfassungsgeschichte der Universität Greifswald, Band 1: Von der Universitätsgründung bis zum Westfälischen Frieden 1456–1648 (Beiträge zur Geschichte der Universität Greifswald, Bd. 10.1), Stuttgart 2011, LXI, 554 S., ISBN: 978-3-515-09655-3.