Lehrstuhl für Nordische Geschichte

Aktuelles

Online Workshop “Jewish Dress in Central and Eastern Europe: Methodological Aspects”

12 October 2020 15:00 Israel Time / 14:00 Central European Time / 8 am Eastern Time


Corona: Hinweise zur Quarantäne und zu Risikogruppen

Studierende, die sich aufgrund der geltenden Regelungen in die häusliche Quarantäne begeben müssen, und Angehörige von Risikogruppen beachten bitte folgende Hinweise:

1. Stellen Sie sicher, daß Ihr Benutzer-Account bei der Universität funktioniert (besonders Erstsemester!). Dann können Sie z.B. auch die Angebote elektronischer Bücher der UB nutzen.

2. Nutzen Sie virtuelle und hybride Lehrveranstaltungen! Alle Vorlesungen am Historischen Institut finden online statt. Viele Veranstaltungen für Erstsemester werden hybrid durchgeführt (d.h. parallele Übertragung ins Internet). Die Veranstaltungen für Fortgeschrittene finden i.d.R. online statt. Informationen hierzu finden Sie im HIS/LSF bzw. auch in den dort verlinkten Moodle-Kursen.

3. Die Dozentinnen und Dozenten erteilen Ihnen Auskunft, ob und wie Sie sich der Lehrveranstaltung online zuschalten können.

4. Bitte melden Sie sich umgehend bei den Dozentinnen und Dozenten der Lehrveranstaltungen, wenn Sie an der ersten Sitzung der Lehrveranstaltung nicht teilnehmen können. (Ansonsten wird davon ausgegangen daß Ihr Platz an einen anderen Studenten weitergegeben werden kann.)



Tagesexkursion Kloster Eldena

Am 10. November 2020 findet von 09:30 bis 16:00 Uhr eine Exkursion "Auf den Spuren des Mittelalters ... Stadt Greifswald und Kloster Eldena - Das Zisterzienserkloster Eldena: Architektur – Grablege – Denkmal" im Rahmen des Zehnten interdisziplinären Studientags des Mittelalterzentrums statt. Sie finden die Exkursion im LSF.


Exkursionsregelung

Exkursionen während COVID-19


Neue Prüfungs- und Studienordnung für den Bachelorteilstudiengang Geschichte an der Universität Greifswald

Prüfungs- und Studienordnung 2020 (gilt ab dem Wintersemester 2020/21)


Veranstaltung im Wintersemester 2020/21

„Religious Mobility in the Pre-Modern Baltic Sea Region“

English version below

Im Wintersemester 2020/21 ist es soweit: Die ersten Angebote des transnationalen Lehrangebots „Virtuelle Hochschule Ostseeraum“ finden statt. Das Modul mit dem Titel „Religious Mobility in the Pre-Modern Baltic Sea Region” wird sich mit den Hauptformen religiöser Mobilität – Kreuzzüge, Pilgerfahrten und Missionierungen – und derem heutigen kulturellen Erbe in der Ostseeregion auseinandersetzen. Sowohl Vorlesung als auch Hauptseminar werden unter internationaler Beteiligung stattfinden.

Die Vorlesung richtet sich an Studierende im Basis- und Aufbaumodul. Diese wird unterteilt in Grundlageneinheiten gestaltet durch Prof. Dr. Hess sowie ergänzenden und vertiefende Gastvorträge durch Lehrende der Kooperationsuniversitäten Stockholm, St. Petersburg und Tampere. Somit bietet sich die Möglichkeit, Einblicke in die Arbeit international renommierter Historiker*Innen zu erhalten. Die Gastvorträge werden unter Berücksichtigung der Erfahrungen des Sommersemesters als asynchronen Onlinevorlesungen zur Verfügung gestellt und können selbstständig bearbeitet werden. Die Vorlesung kombiniert somit Präsenz- und Onlinelehre.

Eine zweite Veranstaltung wird als Webinar konzipiert. In diesem steht das universitätsübergreifende, kooperierende Arbeiten und Lernen im Vordergrund. Auf Grund der der unterschiedlichen Semesterzeiten findet dieses Angebot erst im November statt. Das Konzept sieht vor, dass die Teilnehmer*Innen internationalen Arbeitsgruppen bilden und unter der Verwendung kollaborativer Online Tools einen Aspekt des beschriebenen Themenkomplexes bearbeiten. Ziel ist es, dass die Arbeitsgruppen ein Produkt erstellen, welches zum Kursende im Januar präsentiert wird.

Um den Erfolg der internationalen Arbeitsgruppen noch zu verstärken, ist es geplant, sofern es die Reisebeschränkungen zulassen, eine kursbegleitende einwöchige Exkursion anzubieten.

Das Modul richtet sich an Student*Innen, die bereit sind, grenzübergreifend, außerhalb moderner Nationalstaatsgrenzen zu denken und arbeiten, Kompetenzen im Umgang mit frühneuzeitlichen Quellen zu erwerben und anzuwenden, um Formen frühneuzeitlicher religiöser Mobilität und den dazugehörigen Praktiken zu rekonstruieren sowie motiviert sind, in internationalen Arbeitsgruppen kooperativ ein gemeinsames Produkt zu erarbeiten.

Coming to Greifswald in winter 2020/21: The first iteration of the transnational teaching project ‘Virtuelle Hochschule Ostseeraum’ is going to be the course ‘Religious Mobility in the Pre-Modern Baltic Sea Region”. Religion was a major incentive for mobility in pre-modern times. This course will discuss major forms of religious mobility: crusading, pilgrimages and preaching, as well as their contemporary heritage in the Baltic Sea region. Both lecture and webinar will be driven by international participation and cooperation.

The lecture is designed for both Basis- and Aufbaumodul. It will consist of sessions hold by Prof. Dr. Hess which will provide the students with basic knowledge that will be picked up and elaborated by asynchronous online lectures, produced and shared by the participating universities of Stockholm, St. Petersburg, and Tampere. Students are encouraged to read and watch the uploaded materials as self-studying.

The Webinar will be held in November due to the differences in academic years and terms within the participating universities. Thereafter, students work together in groups on particular aspects of the topic, using collaborative online tools. In January the groups are going to present their results.

To increase the success of the those groups, an one-week excursion accompanies the course if travel restrictions allow it.

The module is meant for students who are willing to think outside modern national boundaries, to gain competences to reconstruct various forms of religiously inspired mobility and religious practices in the Baltic Sea Region in pre-modern times with the use of original sources, and to collaborate and present a common work effort in groups of mixed nationalities.


Praktikum Archäologische Ausgrabung einer mittelalterlichen Burg in der Prignitz (Brandenburg)

PD Dr. Felix Biermann

Voraussichtlich in der ersten Oktoberwoche 2020 finden als Lehrgrabung der Universität Greifswald in Zusammenarbeit mit dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseum archäologische Sondagegrabungen sowie Prospektionen an der „Kuhburg“ von Wüsten Vahrnow bei Perleberg in der Prignitz (Nordwestbrandenburg) statt. Die Ruine einer Turmburg aus dem 13./14. Jahrhundert wird durch mehrere Grabungsschnitte erforscht. Die Umgebung, in der der Wirtschaftshof und eine Dorfwüstung vermutet werden, ist Objekt verschiedener Prospektionsmethoden. Die Maßnahmen dienen dazu, Ortsgeschichte, Zeitstellung und Nutzung des Fundplatzes zu erhellen. Hierbei besteht die Möglichkeit, ein studentisches Praktikum zu absolvieren. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Die Kosten von Anfahrt und Unterkunft werden übernommen, außerdem kann ein kleines Tagegeld gewährt werden. Interessenten möchten sich (möglichst bis Anfang August) per Mail mit Felix Biermann (felix.biermannuni-greifswaldde) in Verbindung setzen.


Für die Zeit ohne Bibliothek: Linkliste für Online-Ressourcen

Linkliste mit vielen Online-Ressourcen für die Geisteswissenschaften von Kat Hill (Birkbeck College London), wird aktualisiert

https://www.kathill.co.uk/coronalife/2020/3/19/books-in-the-ether-online-libraries-and-resources

Clio-Guide. Ein Handbuch zu digitalen Ressourcen für die Geschichtswissenschaften (2018)

https://edoc.hu-berlin.de/handle/18452/19999

Bis 30.4.: Stabi Bayern Online Ressourcen einfach zugänglich

https://www.bsb-muenchen.de/recherche-und-service/anmelden-ausleihen-bestellen/anmelden/vereinfachtes-zulassungsverfahren/

Viele große akademische Verlage stellen derzeit ihre Ressourcen frei zur Verfügung, z. B. Oxford University Press

https://global.oup.com/news-items/homepage/access

National Emergency Library, große Sammlung digitalisierter Bücher, auch älteren Datums, u. a. für Lehrzwecke

https://archive.org/details/nationalemergencylibrary?tab=collection

Mirabile: Digital Archive of Medieval Culture, umfangreiche Sammlung von Datenbanken, komplett freier Zugang bis 15.5.

http://www.mirabileweb.it/

Verzeichnis von Verlagen, die derzeit vereinfachten/freien Zugang zu online-Publikationen anbieten 

https://www.econbiz.de/eb/de/news/aktuelles/ansicht/corona-sonderaktionen-von-verlagen-freier-oder-erleichterter-zugriff-auf-publikationen/

Sammlung von momentan online frei verfügbaren Materialien für Forschung und Lehre

https://www.history.ac.uk/library/collections/online-resources/open-access-resources


Aktuelle Publikationen


Virtuelle Hochschule Ostseeraum

Das Projekt Virtuelle Hochschule Ostseeraum ist ein internationales, institutsübergreifendes und interdisziplinäres Projekt, in dem englischsprachiges E-Learning an der Universität Greifswald gefördert werden soll.

Studierende aus unterschiedlichen Ländern können durch E-Learning-Angebote in der Zukunft an denselben Kursen teilnehmen. Hierzu bieten sich unterschiedliche Kursformen, Lern- und Lehrplattformen an, deren didaktische Mehrwerte vor allem im forschungsorientierten Lernen und peer teaching liegen.

E-Learning kann zudem Studierenden mit familiären und sozialen Herausforderungen (Kindererziehung, Krankheit, Umzug, Pflege) eine Möglichkeit bieten, einzelne Kurse und Module abzuschließen.

Das Projekt bereichert die Universität Greifswald damit sowohl in der Digitalisierung der Lehre als auch in der Internationalisierung.

Ziele 

  • die Verbesserung und Spezialisierung des Lehrangebots für MA-Studierende sowie fortgeschrittene Lehramtsstudierende
  • die Qualifizierung von Lehrpersonal für englischsprachiges E-Learning
  • die internationale Vernetzung des E-Learning-Angebots und damit die Internationalisierung der Lehre für den Forschungsschwerpunkt Ostseeraum
  • Übertragbarkeit und Nutzen für alle Fachbereiche der Universität Greifswald

The project Virtuelle Hochschule Ostseeraum is an international and interdisciplinary project, aiming to establish a new virtual learning environment at the University of Greifswald.

Students from different countries will in the future be able to participate in the same courses.
Several styles of teaching are going to be applicable and the common didactic advantage lies in research-oriented education and peer teaching.

A virtual learning environment is also enabling students with social or personal issues (i.e. parenting, relocation, sickness, caring for a family member) to finish courses, which would otherwise be impossible for them.

The project therefore enriches the University of Greifswald in terms of digital teaching as well as international networks.

Aims

  • improvement and specialisation of courses for master students and advanced teacher programs
  • qualification of academic teachers for the purpose of English virtual learning environments
  • international connection of virtual learning courses and therefore specialisation of courses for the research emphasis on the Baltic Sea Area
  • transferable application for all academic fields at the University of Greifswald

Vorläufige Liste der Partneruniversitäten/ Universities currently participating in the project:

Greifswald, Stockholm, Tampere, St. Petersburg


Leitfaden "Streaming"

Leitfaden "Streaming"

Kontakt:

Koordinationsstelle:

Paul Kirschstein
baltic-e-learninguni-greifswaldde

Projektleitung:

Prof. Dr. Cordelia Heß
cordelia.hessuni-greifswaldde

Domstraße 9 A

17489 Greifswald


Tagung „Minorities in the North - Research and the Future”

Herbst 2020 in Greifswald

Der Lehrstuhl für Nordische Geschichte an der Universität Greifswald veranstaltet voraussichtlich im Herbst 2020 eine Konferenz zum Thema religöse Minderheiten im Norden. Anlass ist die Publikation des Bandes „Antisemitism in the North - History and State of Research“, der unlängst im Verlag DeGruyter publiziert wurde. Im Rahmen der Tagung werden Wissenschaftler*innen aus Dänemark, Deutschland, Norwegen und Schweden ihre Arbeiten zu diesem Thema vorstellen und über die Ausrichtung dieses vergleichsweise jungen Forschungsfeldes diskutieren. Die Bandbreite der Vorträge wird von den Hexenprozessen des 17. Jahrhunderts bis zur Islamophobie des 21. Jahrhunderts reichen.

Der Band „Antisemitism in the North - History and State of Research“ wurde als e-book im Verlag DeGruyter publiziert und  ist als open-access hier zugänglich:  https://www.degruyter.com/view/product/510552


Workshop „New Nationalisms in the Baltic Sea Regions“

03.02.2020 – 04.02.2020 in Stockholm

Das Forschungscluster „Neue Nationalismen am Beispiel Minderheitenpolitik“ des Interdisziplinären Forschungszentrums Ostseeraum (IFZO) an der Universität Greifswald und die Universität Stockholm veranstalten vom 03.02.2020 – 04.02.2020 einen gemeinsamen Workshop in Stockholm.

Der Workshop dient Wissenschaftler*innen deutscher und schwedischer Universitäten als Forum, um neue Ansätze und Forschungsergebnisse  zu dem Thema „New Nationalisms in the Baltic Sea Regions - Master Narratives and Counter Narratives in New Nationalism“ zu diskutieren und ihre Zusammenarbeit auf diesem Gebiet zu vertiefen.

Das Forschungscluster „Neue Nationalismen“ erforscht die Formierung und Konstituierung von Minderheiten im Ostseeraum sowie deren Verhältnis zu Nationalstaaten in historischer Perspektive. Sprecherin ist die Inhaberin des Lehrstuhls für Nordische Geschichte an der Universität Greifswald, Prof. Dr. Cordelia Heß.

https://phil.uni-greifswald.de/institute/einrichtungen/ifzo/forschungsbereiche/neue-nationalismen/neue-nationalismen-detailansicht/n/workshop-new-nationalisms-in-the-baltic-sea-regions-master-narratives-and-counter-narratives-in-ne-1/


Projektstart „Virtuelle Hochschule Ostseeraum“ im Januar 2020

Im Januar 2020 beginnt die erste Förderphase des Projektes Virtuelle Hochschule Ostseeraum – Qualifikation zum digitalen englischsprachigen Lehren“.

Im Rahmen des Projektes werden englischsprachige e-learning Kurse entwickelt und durchgeführt, an denen Studierende der beteiligten Universitäten Greifswald, Stockholm, Tampere, St. Petersburg teilnehmen können. Ziel des Projektes ist es, Internationalisierung und Digitalisierung der Lehre im Rahmen bestehender Kooperationen und des Forschungsschwerpunkts Ostseeraum zu befördern. Die Laufzeit der ersten Förderphase beträgt 3 Jahre. Im Jahr 2020 werden mehrere Workshops zur englischsprachigen und virtuellen Lehre für die beteiligten Wissenschaftler*innen durchgeführt und entsprechende Kurse, Module und Lehrangebote entwickelt.

Das Projekt wird durch das Landesprogramm „Digitale Lehre in Mecklenburg-Vorpommern“ gefördert. Leitung und Koordinierung liegen beim Lehrstuhl für Nordische Geschichte an der Universität Greifswald.


Studientag „Antisemitismus: Definitionen und ihre Anwendbarkeit“

27.01.2020, 12:00-17:00 Uhr, Historisches Institut, Seminarraum 3.07, Domstraße 9 A

­Prof. Dr. Cordelia Heß, Prof. Dr. Ulrich Wyrwa, FSR Geschichte

Die Hochschulrektorenkonferenz hat sich am 19.11.2019 als Reaktion auf das Attentat in Halle entschlossen, stärker gegen Antisemitismus vorzugehen. Als Grundlage des Beschlusses dient die Antisemitismusdefinition der International Holocaust Remembrance Alliance (https://www.hrk.de/positionen/gesamtliste-beschluesse/beschluss/detail/kein-platz-fuer-antisemitismus/). Diese wird aber, wie auch alternative Definitionen, in der Fachwissenschaft kontrovers diskutiert, weshalb wir auf einem Studientag zum Lesen, gemeinsamen Arbeiten und zur Diskussion einladen wollen. Welche Definitionen von Antisemitismus sind in der Wissenschaft, welche in der Praxis anwendbar? Wie kann eine Intervention bei konkreten Vorfällen aussehen?  Dazu sind explizit nicht nur Studierende und Dozierende der Geschichtswissenschaft eingeladen! Um Anmeldung wird gebeten unter hessuni-greifswaldde



Lehre im Wintersemester 2019/2020

Vorlesung

4006055: Rulers, Saints, and Laws: Gender and Power in the Nordic Middle Ages and the Early Modern Period (bilingual)

Mittwoch, 8:00 - 10:00 Uhr, HS 2.05, Domstraße 9 A, Prof. Dr. Cordelia Heß

Geschlecht ist einer der Faktoren, der den Zugang zu oder Ausschluss von Macht bedingt. Bestimmte Geschlechterperformanzen waren und sind in bestimmten historischen Perioden mehr oder weniger geeignet, Machtpositionen einzunehmen und zu erhalten. Die Vorlesung wird nach einer theoretischen Einführung anhand von Beispielen aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit diese Performanzen sowie unterschiedliche Konzepte von Macht vorstellen und hinterfragen: die kriegerische Maskulinität der Wikingerkönige und die „engelgleiche“ von Mönchen, Königinnenmütter, die Symbiose zwischen weiblichen Heiligen und ihren männlichen Biographen, und die Gesetzestexte des kanonischen und weltlichen Rechts, die den jeweiligen Rahmen dafür vorgeben. Die Vorlesung wird bilingual deutsch/englisch gehalten.

Literatur: Tanner, Heather J., ed. Medieval Elite Women and the Exercise of Power, 1100-1400: Moving Beyond the Exceptionalist Debate. The New Middle Ages. Cham: Springer International Publishing, 2019. Rasmussen, Ann M., ed. Rivalrous Masculinities: New Directions in Medieval Gender Studies. Notre Dame, Indiana: University of Notre Dame Press, 2019. Beard, Mary. Women & Power: A Manifesto. First American Edition. New York, London: Liveright Publishing Corporation, 2018.

Hauptsemniar

4006071: Gender and Power in the Nordic Middle Ages: Theoretical Perspectives

Mittwoch, 10:00 - 12:00 Uhr, SR 3.06, Domstraße 9 A, Prof. Dr. Cordelia Heß

Do nuns have a gender, and is heterosexuality necessary for becoming a king? Accompanying the lecture “Gender and Power in the Nordic Middle Ages”, the seminar will focus on theory and method of pre-modern gender studies: which forms of power and which concepts of gender exist, and which theoretical concept are suitable for their analysis? Which sources do we have for these phenomena? The seminar requires reading abilities in English, and there will be opportunities to practice scholarly discussions in English as well. If necessary, one or two guest lectures will focus on writing academic English.

Literatur: Tanner, Heather J., ed. Medieval Elite Women and the Exercise of Power, 1100-1400: Moving Beyond the Exceptionalist Debate. The New Middle Ages. Cham: Springer International Publishing, 2019. Rasmussen, Ann M., ed. Rivalrous Masculinities: New Directions in Medieval Gender Studies. Notre Dame, Indiana: University of Notre Dame Press, 2019. Beard, Mary. Women & Power: A Manifesto. First American Edition. New York, London: Liveright Publishing Corporation, 2018.

Proseminar

4006157: Einführung des Buchdrucks in Skandinavien

Dienstag, 16:00 - 18:00 Uhr, SR 3.09, Domstraße 9 A, Dr. Arne Segelke

Die Einführung des Buchdrucks gilt als die Medienrevolution schlechthin und eines jener Ereignisse, die den Beginn der Neuzeit markieren. Ihre Auswirkungen waren beträchtlich und beförderten grundlegende Veränderungen in Bereichen wie Wissenschaft, Kunst, Kultur, Wirtschaft oder Religion. Welche Folgen die Einführung  des  Buchdrucks in Skandinavien hatte, das werden wir im Rahmen des Seminars untersuchen und dabei einige jener frühen Druckerzeugnisse genauer unter die Lupe nehmen. In der Beschäftigung mit dem Buchdruck zeigt sich dabei auch ein Panorama der Geisteswelt Skandinaviens im Übergang vom späten Mittelalter in die frühe Neuzeit. In theoretischer Hinsicht werden uns zudem mit Grundzügen der Medientheorie und Mediengeschichte beschäftigen. In Verbindung mit dem Seminar wird eine Tagesexkursion nach Berlin angeboten.

Übungen

4006159: Die Industrialisierung Skandinaviens

Mittwoch, 14:00 - 16:00 Uhr, SR 3.06, Domstraße 9 A, Dr. Arne Segelke

Die Industrialisierung setzte in Skandinavien vergleichsweise spät ein, brachte dann aber im Verlauf des 19. Jahrhunderts tiefgreifende Änderungen in den wirtschaftlichen Systemen und sozialen Gefügen der skandinavischen Länder mit sich. Wie sich die Industrialisierung in Skandinavien genau ausgestaltete und welche Folgen sie für die Menschen mit sich brachte, das ist Thema dieses Seminars. Grundlegend wird dabei eine sozial- und wirtschaftsgeschichtlicher Perspektive eingenommen, ergänzend werden aber auch die literarische und künstlerische Verarbeitung der Industrialisierung und ihrer Folgen in Skandinavien behandelt.

4006081: Wissenschaftliches Schreiben mit Schwerpunkt Studienabschlussarbeit

Donnerstag, 10:00 - 12:00 Uhr, SR 3, Rubenowstraße 2 B, Prof. Dr. Cordelia Heß

Dieses Seminar richtet sich primär an Studierende, die sich im Prozess der Themenfindung für eine Abschlussarbeit befinden oder bereits im Schreibprozess sind. Eng an die individuellen Bedürfnissen der Teilnehmer*innen angelehnt, werden zentrale theoretische Perspektiven sowie qualitative und quantitative Methoden beispielhaft vorgestellt und in ihrer Anwendbarkeit auf die geplanten Forschungsvorhaben getestet. Studierende bekommen auch die Möglichkeit, ihre eigenen Vorhaben vorzustellen und gemeinsam Quellenauswahl, Fragestellung und Methode festzulegen und zu schärfen.

Literatur: Eggensperger, Petra: Wissenschaftliches Schreiben 1-8. Online-Tutorial, http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/volltextserver/26222/. Spezifischere Texte zu Theorie und Methode werden im Seminar ausgewählt.

Das Vorlesungsverzeichnis für das Wintersemester 2019/2020 ist ab sofort online abrufbar (HIS LSF).

PDF-Datei


Tagung der Evangelischen Akademie Wittenberg 26.05.2019 - 28.05.2019

www.deutschlandfunk.de/christlicher-judenhass-schmaehung-in-stein.886.de.html


Fantastische Wesen, und wo sie in Island zu finden sind

Vortrag von Gwendolyne Knight

08.05.2019, 14:15 Uhr, Hörsaal 2.05, Domstraße 9 A, Lehrstuhl für Nordische Geschichte
Fantastische Wesen und wo sie in Island zu finden sind

Dieser Vortrag präsentiert eine Auswahl fantastischer Wesen, die in den Sagas vorkommen, und untersucht die folkloristischen und kontinentalen Einflüsse auf ihre Charakterisierung. Fantastische Wesen sind in dieser Hinsicht besonders interessant, weil sie mit der isländischen Kultur sehr verbunden sind.
Gwendolyne Knight hat ihr Doktoratsstudium in Stockholm absolviert; ihre Forschungsinteressen sind mittelalterliche Mentalitäten sowie das Übernatürliche, insbesondere die Bereiche, in denen Naturwissenschaft und Religion zusammentreffen.

Nordischer Klang – Das Fest des Nordens

Vom 03.05.2019 - 13.05.2019 geht das Greifswalder Nordeuropa-Festival über die Bühnen der charmanten Universitäts- und Hansestadt.


Lehre im Sommersemester 2019

Vorlesung

4006056: Religion und Ethnizität in den nordischen Ländern in Mittelalter und Früher Neuzeit

Mittwoch, 08:00 - 10:00 Uhr, HS 2.05, Domstraße 9 A, Prof. Dr. Cordelia Heß

Gab es im Mittelalter Rassismus? Hat Antisemitismus sich seit der Vormoderne grundsätzlich verändert? Wie wurden ethnische, kulturelle und religiöse Differenzen ausgedrückt, sprachlich und visuell? Die Vorlesung stellt anhand von Beispielen aus den nordischen Ländern zentrale Themen und Thesen zur Konstruktion des „Anderen“ vor. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Kontinuitäten und Brüche von Mittelalter über Reformationszeit bis in die Moderne gelegt.

Literatur: Heß, Cordelia and Jonathan Adams, eds. Fear and loathing in the North: Jews and Muslims in medieval Scandinavia and the Baltic region. Berlin: De Gruyter, 2015. Cohen, Jeffrey J., ed. The postcolonial Middle Ages. New York, NY: Palgrave, 2001. Heng, Geraldine. The invention of race in the European Middle Ages. Cambridge: Cambridge University Press, 2018.

Hauptseminare

4006074: Emanzipation, Pressefreiheit, Verfassungen. Das 19. Jahrhundert in Dänemark, Schweden und Norwegen

Donnerstag, 12:00 - 14:00 Uhr, SR 3.06, Domstraße 9 A, Prof. Dr. Cordelia Heß

In den noch jungen konstitutionellen Monarchien in Skandinavien musste sich das Verhältnis von König und Parlament oder Ständen jeweils erst entwickeln. Das 19. Jahrhundert war aber nicht zuletzt auch eine Umbruchsphase in Bezug auf das Verhältnis von christlich-protestantischer Mehrheit und jüdischer Minderheit, mit denen die drei skandinavischen Länder ganz unterschiedlich umgingen. Debatten um und vor allem gegen die Emanzipation wurden oft im Zusammenhang mit politischen Kämpfen um Pressefreiheit und Meinungsfreiheit geführt und damit Grundsteine der modernen demokratischen Selbstauffassung gelegt.

Literatur: Riis, Thomas, ed. Constitutional Documents of Denmark, Norway and Sweden 1809-1849.Constitutions of the World from the late 18th Century to the Middle of the 19th Century -6. München: K. G. Saur, 2008. Ulvund, Frode. Nasjonens antiborgere: Forestillinger om religiøse minoriteter som samfunnsfiender i Norge, ca. 1814-1964. Oslo: Cappelen Damm akademisk, 2017. Leiska, Christoph. Räume der Begegnung - Räume der Differenz: Jüdische Integration und Antisemitismus in Göteborg und Kopenhagen 1850-1914. Studien zum Antisemitismus in Europa Band 11.

4006110: Historische Semantik und Diskursanalyse: Methoden nach dem linguistic turn

Donnerstag, 10:00 - 12:00 Uhr, SR 3.06, Domstraße 9 A, Prof. Dr. Cordelia Heß

In diesem Hauptseminar sollen in Theorie und Praxis sprachlich orientierte Methoden der Geschichtswissenschaft analysiert und angewandt werden. Begriffsgeschichte und historische Semantik bilden dabei die Grundlage. Verschiedene Diskursbegriffe werden ebenso untersucht wie die Unterschiede zwischen sozial- und geschichtswissenschaftlichen Diskursanalysen. Ziel ist die Einbindung sprachwissenschaftlicher und diskurstheoretischer Methoden in eigene Forschungsarbeiten.

Literatur: Landwehr, Achim. Historische Diskursanalyse. 2. Aufl. Frankfurt/Main u.a.: Campus-Verl, 2009. Schwandt, Silke. “Digitale Methoden für die Historische Semantik Auf den Spuren von Begriffen in digitalen Korpora.” Geschichte und Gesellschaft Zeitschrift für historische Sozialwissenschaft 44, no. 1 (2018): 107–34. Sarasin, Philipp. Geschichtswissenschaft und Diskursanalyse. 4. Aufl. Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft 1639. Frankfurt a. M: Suhrkamp, 2014.

Proseminar

4006082: Juden, Sámi, Heiden. Quellen über „die Anderen“ im nordischen Mittelalter

Donnerstag, 10:00 - 12:00 Uhr, SR 3.06, Domstraße 9 A, Prof. Dr. Cordelia Heß

In dieser Veranstaltung werden sowohl die zentralen theoretischen Texte als auch die Quellen gelesen, die in der Vorlesung „Religion und Ethnizität“ angesprochen werden: historiographische Texte, Predigten und Kreuzzugsaufrufe, Urkunden und Hagiographie. Zentrale Frage ist, inwieweit mittelalterliche Quellen rassistische und antisemitische Begrifflichkeiten benutzen und damit „racism before race“ transportierten.

Literatur: Heß, Cordelia and Jonathan Adams, eds. Fear and loathing in the North: Jews and Muslims in medieval Scandinavia and the Baltic region. Berlin: De Gruyter, 2015. Cohen, Jeffrey J., ed. The postcolonial Middle Ages. New York, NY: Palgrave, 2001. Heng, Geraldine. The invention of race in the European Middle Ages. Cambridge: Cambridge University Press, 2018.

Übungen

4006094: Reformation und Konfessionalisierung in Schweden und Dänemark 1500–1670

Montag, 10:00 - 12:00 Uhr, SR 3.09, Domstraße 9 A, Ann-Catherine Lichtblau, M.A.

Das Proseminar soll die Entwicklung und die ereignis- und geistesgeschichtliche Konsolidierung der Reformation in den skandinavischen Ländern aufzeigen. Dafür werden die Vorgeschichte und die reformatorischen Bestrebungen in Schweden und Dänemark analysiert sowie einzelne reformkatholische Strömungen. Des Weiteren bietet dieses Seminar eine Übersicht zu theologischen und sozialen Aspekten. Es wird die Bereitschaft zur Mitarbeit und zur Übernahme von Referaten erwartet.

Literatur: Grell, O. P., The Scandinavian Reformation: from evangelical movement to institutionalisation of reform, Cambridge 1995. Schwaiger, G., Die Reformation in den nordischen Ländern, München 1962. Schwarz Lausten, M., Die Reformation in Dänemark (Schriften des Vereins für Reformationsgeschichte, Bd. 208), Heidelberg 2008. Asche, M./ Schindling, A. [Hgg.], Dänemark, Norwegen und Schweden im Zeitalter der Reformation und Konfessionalisierung. Nordische Königreiche und Konfessionen 1500–1660, Münster 2010. Larson, J. L., Reforming the North: the kingdoms and churches of Scandinavia, 1520–1545, Cambridge 2010. Baumann, K./ Krüger, J./ Kuhl, U., Luthers Norden, Petersberg 2015.

4006152: Working with Medieval Manuscripts

10.05.2019, 13:00 - 17:00 Uhr; 11.05.2019, 10:00 - 14:00 Uhr; 24.05.2019, 13:00 - 17:00 Uhr; 25.05.2019, 10:00-14:00 Uhr; 07.06.2019, 13:00 - 17:00 Uhr, 08.06.2019, 10:00 - 14:00 Uhr, SR 3.09, Domstraße 9 A, Dr. Inka Moilanen

The course engages with issues related to the use of medieval manuscripts as historical sources. It examines the materiality of manuscripts, their production and uses, as well as the transmission and transformation of texts in medieval Europe. The course gives an overview of the development of the literary culture and different scripts used in the medieval period, concentrating on Western Europe and England. Significant emphasis is given to the methodological aspects and challenges that arise from using manuscripts as primary sources in historical research. During the course the students will learn to combine codicological and palaeographical methods with historical source criticism, and to critically evaluate the role of the physical book both in the Middle Ages and in modern historical interpretation. The course is taught in English.

Requirements: English skills required to follow teaching and for course literature. Knowledge of Latin and/or Old English is helpful but not required.

R Literature: Graham D. Caie, The Manuscript Experience: What Medieval Vernacular Manuscripts Can Tell Us about Authors and Texts, in Medieval Texts in Context, ed. by Graham D. Caie, Denis Renevey, London 2008, pp. 10-27. aymond Clemens, Timothy Graham, Introduction to Manuscript Studies, Ithaca 2007. Erik Kwakkel, Books Before Print, Leeds 2018. L. D. Reynolds, N. G. Wilson, Scribes and Scholars: A Guide to the Transmission of Greek and Latin Literature, 4th edition, Oxford 2014 [1968]), ch. 3, ‘The Latin West’, pp. 80-122. Elaine Treharne, Fleshing out the Text: The Transcendent Manuscript in the Digital Age, in: Postmedieval: A Journal of Medieval Cultural Studies 4 (2013), pp. 465-478.


Gastprofessur an der Universität Tampere vom 28.01.2019 - 15.02.2019

In der Zeit vom 28.012019.-15.02.2019 wird Frau Prof. Dr. Cordelia Heß in Tampare (Finnland) verweilen. Sie ist der Einladung von Herrn Prof. Dr. med. Juha Teperi, Dekan der Fakultät für Sozialwissenschaften, gefolgt und wird dort die Universität Greifswald vertreten, die bisherigen Kontakte vertiefen, Vorträge halten, an Seminaren teilnehmen, sich mit Doktoranden austauschen und an gemeinsamen Forschungsprojekten arbeiten.


Inventing the pictorial North 10.01.2019 - 12.01.2019 International conference


Auf den Spuren römischer Stadtgeschichte

Vom 27.10.2018 - 03.11.2018 haben sich Lehramts- und Masterstudierende aus Greifswald, Stockholm und Tampere in Rom getroffen, um dort gemeinsam auf Entdeckungstour durch die Stadtgeschichte zu gehen – mit Fokus auf das Mittelalter. Die Exkursion wurde durch Seminare in den Heimatuniversitäten und vor Ort ergänzt. Die Seminare vor Ort fanden in den historischen Auslandsinstituten Schwedens und Finnlands statt, die die Teilnehmenden mit ihrer Architektur, Lage, Forschung und Geschichte nachhaltig beeindruckt haben. Die Seminare selbst wurden durch die Teilnehmenden gestaltet, die sich im Vorfeld eingehender mit Themen aus der Stadtgeschichte Roms oder dem Kontakt zwischen Skandinavien und Rom im Mittelalter befasst hatten. Neben der Heiligen Birgitta, den Pönitentiarien, Kanonisationsprozessen, Juden im mittelalterlichen Rom und dem päpstlichen Legatentum wurden – unter anderem – auch die faschistische Architektur Mussolinis und deren Wurzeln sowie das Überleben von Teilen alter Bauwerke in Form von Spolien thematisiert.

Aufgrund der Diversität der Herkunftssprachen der Teilnehmenden wurde Englisch als Arbeitssprache genutzt, weshalb alle die Möglichkeit bekamen, den Einsatz von Englisch im wissenschaftlichen Diskurs intensiv zu trainieren. Dabei begegnete die Gruppe unterschiedlichen Typen von L2 und L3-EnglischsprecherInnen, was die interkulturelle Kompetenz und das linguistische Bewusstsein der Gruppe gestärkt hat.

Neben den Seminaren gab es zahlreiche Expeditionen auf den bereits erwähnten Spuren des mittelalterlichen Skandinaviens und der römischen Stadtgeschichte: Neben den Birgittenschwestern besuchte die Gruppe das Pantheon, die Diokletiansthermen, zahlreiche Kirchen, das jüdische Viertel, die Crypta Balbi und das nationale Mittelaltermuseum. Besonders beeindruckt hat der Besuch in den Vatikanischen Archiven, die – neben einem ganz herkömmlichen Archiv mit historischen Schätzen – auch zahlreiche beeindruckend gestaltete Räume beherbergen, und deren Besuch ein nicht alltägliches Privileg ist.

Rom ist die ewige Stadt, in der Gegenwart und Vergangenheit auch im Stadtbild andauernd aufeinandertreffen. Die Exkursion hat bei den Greifswalder Teilnehmenden vor allem auch ein Bewusstsein für das Mittelalter außerhalb des herkömmlichen Lehrfokus am Institut geschaffen – und dafür, dass wir üblicherweise nur einen minimalen – antiken – Teil römischer Stadtgeschichte im Rahmen unserer Studien erfahren. Das Rahmenprogramm – die gemeinsamen Essen und Ausflüge in der Greifswalder, aber auch in der großen Exkursionsgruppe, haben eine intensive, aber großartige Woche abgerundet, für die wir uns ganz herzlich bei allen beteiligten Dozierenden und Studierenden bedanken möchten.

Dinah Andreé Hamm


Greifswalder Gedenken 80. Jahrestag „Kristallnacht“ 09.11.2018

Am 09. und 10. November jährt sich zum achtzigsten Mal das Geschehen der Novemberpogrome in Deutschland. Sie sind als „Kristallnacht“ in die Geschichte eingegangen, eine Bezeichnung der Ereignisse nach dem Attentat von Herschel Grynszpan auf den deutschen Diplomaten Ernst Eduard vom Rath, die der Volksmund damals prägte. In den NS-Medien wurde von „spontanen Kundgebungen des deutschen Volkes“ oder ähnlich berichtet. Alle Worte treffen das Geschehene nicht – es ist nicht nur Kristall zersplittert, es war keine spontane Aktion und es war auch kein Pogrom im herkömmlichen Sinn. Es war eine von Partei und SA generalstabsmäßig vorbereitete und durchgeführte Terrormaßnahme gegen das jüdische Leben in Deutschland und leitete die „Endlösung der Judenfrage“ ein, wie die Machthaber sie sich vorstellten. SA-Trupps, gewalttätige Randalierer, gequälte Opfer und gaffende Zuschauer waren die damaligen Beteiligten, deren Tun, Leiden und Lassen auch nach acht Jahrzehnten nur fassungslos machen kann.

In der Pommerschen Zeitung vom 11.11.1938 wurde unter der Überschrift „Die Synagogen brannten in Pommern“ berichtet: „Die Nachricht vom Ableben des dem jüdischen Mörder zum Opfer gefallenen Gesandtschaftsrates vom Rath löste in der vergangenen Nacht auch in Stettin und in der Provinz judenfeindliche Kundgebungen aus, in deren Verlauf in der Gauhauptstadt die Synagoge an der Grünen Schanze in Brand geriet und völlig ausbrannte. Zuvor waren nach Kundgebungen die Schaufenster der meisten jüdischen Geschäfte in Stettin eingeschlagen worden. Zu weiteren Ausschreitungen gegen Juden ist es jedoch nirgends gekommen.“ Es folgt eine Aufzählung der zerstörten Synagogen in Pommern (Stralsund, Pasewalk, Swinemünde, Greifenhagen, Gollnow, Naugard, Pyritz, Köslin, Stolp, Neustettin, Schneidemühl). Der Artikel schließt: „In Stralsund wurden sämtliche Juden in Schutzhaft genommen. Zu Misshandlungen von Juden ist es, da die Bevölkerung trotz aller begreiflichen Erregung über die feige jüdische Meucheltat die Besonnenheit bewahrte, nirgends gekommen.“ Wortwahl und Sprache dieses Berichtes geben immer wieder Anlass zum Nachdenken. Verharmlosung und Verfälschung des Geschehenen, eine Synagoge die „in Brand geriet“ und das Lob der Besonnenheit der Bevölkerung – ein beklemmendes Zeitzeugnis.

Dem Gedenken an die Ereignisse von damals sind mehrere Veranstaltungen in Greifswald gewidmet, zu denen der pommersche Arbeitskreis Kirche und Judentum einlädt. Bereits am Vorabend, am 8. November wird von der Nikolaigemeinde in Zusammenarbeit mit dem Filmclub Casablanca um 19.30 Uhr der österreichische Stummfilm „Die Stadt ohne Juden“ im Dom St. Nikolai gezeigt. In diesem lange verschollenen Film werden die späteren Ereignisse vorweggenommen, eine düstere Prophetie. Johannes Gebhardt wird die musikalische Untermalung am Klavier vortragen, im Anschluss wird in der Winterkirche zu einem Gespräch über den Film eingeladen, das von Prof. Cordelia Heß moderiert wird und an dem auch der Referent des Vortrags am folgenden Tag teilnehmen wird. Es ist der schwedische Journalist Kaj Schueler, dessen Eltern 1942 unter dramatischen Umständen aus Berlin fliehen konnten. Er wird am 9.11. um 17.00 Uhr im Bürgerschaftssaal des Rathauses zu dem Thema sprechen „Der 9. November 1938 in meiner Familiengeschichte“ und zu einem von Cordelia Heß moderierten Gespräch einladen. Vorher findet um 13.00 Uhr wie in jedem Jahr am 9.11. eine Andacht am Ort des Gebetssaales der Greifswalder jüdischen Gemeinde in der Mühlenstrasse statt. Die Andacht wird in diesem Jahr von der Evangelischen Studentengemeinde und ihrer Pastorin Luise Müller-Busse vorbereitet und gestaltet. Am Abend des 9.11. werden um 20.00 Uhr in der Universitätsaula die „Hebräischen Gesänge“, Lieder und Balladen von Carl Loewe aufgeführt (Lars Grünwoldt – Bariton und Raik Harder – Klavier).

Christoph Ehricht


Kolloquium des Lehrstuhls für Nordische Geschichte

17.10.2018: Jens Ljunggren (Universität Stockholm): "The boosting and molding of anger: The Swedish Democratic emotional policy from 1880s to 1890s"

07.11.2018: Jan Höter (Universität Greifswald): "Das Publikum der Frankfurter Nationalversammlung 1848/1849"

14.11.2018: Andrea Freund (University of the Highlands and Islands): „Runic writing in the diaspora: expressions of a Norse identity?“

21.11.2018: Bernd Henningsen (Humboldt Universität Berlin): "Der nordische Ton und die europäische Musik"

12.12.2018: Peter Stadius (University of Helsinki): "Föreningen Norden 1919-2019"

16.01.2019: to be announced

30.01.2019: Guido Berndt (FU Berlin): „Wikingische Warlords im Ostseeraum und als Gewaltunternehmer in einem globalen Sklavenhandel“


Gastprofessorin an der Universität Grönlands Ilimmarfik, Nuuk vom 07.09.2018 - 05.10.2018

Herr Prof. Ebbe Volquardsen, Head of department, Institute of Culture, Language & History, Department of Culture & Social History, Ilimmarfik Grønlands Universitet Nuuk, hat Frau Prof. Dr. Cordelia Heß eingeladen, im Herbstsemester 2018 einen kompakten Lehrauftrag wahrzunehmen und künftige wissenschaftliche Kooperation sowie die Internationalisierung der Universitäten fortzusetzen.


Helsinki Summer School. Feminist Research in the Social Sciences and Humanities

7-23 August, 2018, University of Helsinki, Finland

Contact: Dr. Merle Weßel

Organizer of the Helsinki Summer School „Feminist Research in Humanities and Social Sciences“

http://www.helsinkisummerschool.fi/courses/course/feminist-research-social-sciences-humanities/

Helsinki Summer School


Lehre im Wintersemester 2018/2019

Einführung

4006045: Einführung in das Studium der Geschichtswissenschaft (3)

Mittwoch, 10:00 - 12:00 Uhr, SR 3.06, Domstraße 9 A, Prof. Dr. Cordelia Heß

In diesem Einführungskurs, der für alle Studienanfänger obligatorisch ist, wird in die Grundlagen, Ziele und Methoden der Geschichtswissenschaft eingeführt. Ferner werden die Teilnehmer mit den Arbeitsweisen, den wichtigsten allgemeinen Hilfsmitteln, den historischen Hilfswissenschaften und mit der Spezifik verschiedener Quellenarten vertraut gemacht.

Literatur: A. V. BRANDT, Werkzeug des Historikers, 16. Aufl., Stuttgart 2003. H.-W GOETZ, Proseminar Geschichte: Mittelalter, 2. Aufl., Stuttgart 2000. E. OPGENOORTH/G. SCHULZ, Einführung in das Studium der neueren Geschichte (Uni Taschenbücher 1553), 6. Aufl., Paderborn/München/Wien/Zürich 2001. G. METZLER, Einführung in das Studium der Zeitgeschichte (UTB 2433), Paderborn 2004. S. JORDAN, Einführung in das Geschichtsstudium, Stuttgart 2005. G. BUDDE u. a. (Hg.), Geschichte: Studium – Wissenschaft – Beruf, Berlin 2008.

Vorlesung

4006055: Die Nordischen Länder in der Zwischenkriegszeit und im Zweiten Weltkrieg

Mittwoch, 08:00 - 10:00 Uhr, HS 2.05, Domstraße 9 A, Prof. Dr. Cordelia Heß

Die Zeit zwischen 1918 und 1945 brachte die nordischen Länder in völlig unterschiedliche Situationen: deutsche Besatzung (Dänemark und Norwegen), Neutralität (Schweden), Bürgerkrieg und Frontstellung (Finnland). Diese Ausganssituationen prägen bis heute das nationale Selbstverständnis der Länder, ihr Verhältnis zur EU und zur Nato.

Die Vorlesung wird einen Überblick über die Situation in jedem Land geben und aktuelle Forschungsergebnisse, die etwa die schwedische Neutralität oder den antifaschistischen Widerstand in Dänemark und Norwegen neu bewerten, thematisieren.

Literatur: K. ÅMARK, Att bo granne med ondskan: Sveriges förhållande till nazismen, Nazitysk- land och förintelsen, Stockholm 2016. K. ERICSSON, Women in war: Examples from Norway and beyond, Burlington, VT 2015 // 2016. T. MUSÄUS, “Finland in World War II. History, Memory, Interpretations”, in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 63, no. 3 (2015): 524-526.

Hauptseminar

4006063: Die Kurie und die nordischen Länder im Mittelalter (Hauptseminar mit Exkursion)

Donnerstag, 08:00 - 10:00 Uhr, SR 3.06, Domstraße 9 A, Prof. Dr. Cordelia Heß

Die Verbindungen der Kurie zu den nordischen Ländern sind an vielfältigen Orten und Themen festzumachen: den Apostolischen Pönitentiarien, dem Birgittenorden, päpstlichen Legaten, Kanonisationsprozessen. Einige dieser Orte werden im Rahmen einer Exkursion besucht werden, deren thematischer Nachbereitung und Einbindung das Seminar dient. Exkursion 27.10.-5.11., zusammen mit Studierenden der Universitäten Stockholm und Tampere – papers in English required!

Literatur: U. ISRAEL, Fremde aus dem Norden: Transalpine Zuwanderer im spätmittelalterlichen Italien, Tübingen 2005. S. RISBERG (ed.), Auctoritate papae: The church province of Uppsala and the apostolic penitentiary 1410-1526. Diplomatarium Suecanum. Appendix, Stockholm 2008.

Proseminar

4006089: Finnland unter schwedischer Herrschaft, ca. 1200-1809

Dienstag, 14:00 - 16:00 Uhr, SR 1, Rubenowstraße 2 B, Dr. Merle Weßel

Mit den ersten Nordischen Kreuzzügen im 12. Jahrhundert begann der schwedische Einfluss über den östlichen Nachbarn Finnland. Dieser Einfluss endete formal als Schweden die finnischen Gebiete als Ergebnis des Finnischen Krieges am 17. September 1809 an Russland abtreten musste. Die schwedischen Machthaber im Mittelalter und der Frühen Neuzeit prägten nicht nur die finnische Politik, aber auch die Entwicklung von Sprache, Kultur, Religion und Selbstverständnis der Finnen bis heute. Dieser Kurs beschäftigt sich zum einen mit der Ereignisgeschichte Finnlands unter den Schweden. Des Weiteren geht er auf Aspekte der Kultur, Sozial- und Wirtschafts-, wie auch Geschlechtergeschichte ein um ein Verständnis für das Verhältnis zwischen Schweden und Finnland im historischen Kontext zu erarbeiten.

Literatur: V. KALLIO, Finland. A Cultural Outline, Porvoo 1994. A. KUJALA, “The Breakdown of a Society. Finland in the Great Northern War, 1700-1714”, in: Scandinavian Journal of History 25/1-2 (2000): 69-86. H. MEINANDER, Finnlands Geschichte. Linien, Strukturen, Wendepunkte, Bad Vilbel 2017.

Übungen

4006083: Kristina von Schweden (1626-1689): Königin der Uneindeutigkeit

Donnerstag, 10:00 - 12:00 Uhr, SR 3.07, Domstraße 9 A, Prof. Dr. Cordelia Heß

Die Tochter des bei Lützen gefallenen Königs war als Regentin relativ glücklos. Ausreichend Gründe für die Forschung gab und gibt es dennoch, sich mit ihr zu beschäftigen: ihre ausufernde Hofhaltung, ihr Konversion zum Katholizismus und nicht zuletzt ihre Geschlechtsidentität. Anhand der Theorien über Christinas Hermaphrodismus, sexuelle Orientierung und Heiratsweigerung wird das Proseminar in die Gender Studies und Queer Theory einführen, ebenso wie in die Geschichte der frühneuzeitlichen schwedischen Höfe und der Gegenreformation.

Literatur: H. BARBIN/M. FOUCAULT, Über Hermaphrodismus, Frankfurt am Main 2012. F. BERGMANN (Hg.), Gender studies. Basis-Scripte 2, Bielefeld 2012. Christina von Schweden, Gesammelte Werke: Autobiographie, Aphorismen, historische Schriften [mit 130 restaurierten Faksimileseiten der Arckenholtzausgabe von 1751/1752], Hamburg 2000. E. WÅGHÄLL NIVRE, “An Affair of Great Importance: Queen Christina of Sweden (1626–1689)”, in: Comunicação E Cultura (Communication and Culture) 9 (2011), 43-58.

 

4006109: World and Colonial History (Übung mit Tutorium, 4006113, Mo 18-20 Uhr 14tgl. ab 22.10.1018, SR 3.07, Domstraße 9 a - Malte Harms)

Donnerstag, 10:00 - 12:00 Uhr, HS 1.05, Domstraße 9 A, Dr. Merle Weßel

World history looks at history from a global perspective. Colonial history has its focus on the global expansion of the Western states as colonizers since the early modern times. Both fields of history are closely intertwined through the introduction of non-Western topics into previously Eurocentric historical research. This course provides an introduction into the theoretical as well as thematical field of world and colonial history. The focus is not only on mainstream colonial and world history but the students will be especially introduced to non-Western research and sources from a great variety of historical figures and researchers. Discussed topics are for example colonial and postcolonial theory, subaltern studies, race, whiteness, globalization as well as gender and cultural aspects. The course will be held in English. It is especially directed towards students, who wish to attain the bilingual teaching certificate but all other students who wish to improve their English in a relaxed atmosphere or are interested in the topic are warmly welcomed to join. The only requirement is the willingness to read and discuss in English.

Literatur: D. CHAKRABARTY, Habitations of Modernity. Essays in the Wake of Subaltern Studies, Delhi 2002. C. MOHANTY, “Under Western Eyes. Feminist Scholarship and Colonial Discourses”, in: Feminist Review 30 (1984): 49-74. M. NAUM/J. M. NORDIN (Hg.), Scandinavian Colonialism and the Rise of Modernity. Small Time Agents in a Global Area, New York 2013.

Kolloquium

4006149: Kolloquium der Nordischen Geschichte

Mittwoch, 18:00 - 20:00 Uhr, SR 3.07, (14täglich) Prof. Dr. Cordelia Heß/Dr. Merle Weßel

Das Kolloquium des Lehrstuhles für Nordische Geschichte der Universität Greifswald richtet sich an Forschende und Studierende interessiert am Nordischen Raum. Es ist ein interdisziplinäres Forum, das Vortragende und Zuhörer aus den Bereichen Geschichtswissenschaft, Skandinavistik, Fennistik, Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft, Gender Studies und aus den Sozialwissenschaften mit einem Nordischen Fokus zusammenbringt.

Das Kolloquium findet ab dem Wintersemester 2018/2019, 14täglich immer mittwochs von18-20 Uhr statt. Vortrag und Diskussion können entweder auf Deutsch oder Englischgehalten werden. Nordische Sprachen sind bei Bedarf willkommen. Das Kolloquium ist frei und offen für alle Interessierten an den Nordischen Ländern und ihrer Geschichte und Kultur vom Mittelalter bis zur Zeitgeschichte.

Wir freuen uns über Vortragsvorschläge und Anmeldungen: Prof. Cordelia Heß (cordelia.hess@uni-greifswald.de) und Dr. Merle Weßel (merle.wessel@uni-greifswald.de).


BLOGG Report of the Conference “The Study of Antisemitism in Scandinavia –Where Are We Heading?” 5-7 February 2018 (Greifswald)

http://journals.lub.lu.se/index.php/scandia


Antisemitismus – Mittelalterliche Wurzeln und moderne Auswüchse. Podiumsdiskussion und Buchpräsentation

Donnerstag, 05. Juli 2018, 18:00 Uhr, Konferenzraum, Universitätshauptgebäude

War Antisemitismus immer gleich – „der längste Hass“ – oder gibt es einen fundamentalen Unterschied zwischen vormodernem, religiösem Antisemitismus und modernem, rassistischem Antisemitismus? Wie und in welchem Ausmaß sind die modernen Erscheinungsformen des Antisemitismus von älteren Ansichten von Juden als „den Anderen“ beeinflusst?

Die Anthologie „The Medieval Roots of Antisemitism“ (Routledge 2018) versucht, neue Blickwinkel auf diese Fragen zu eröffnen. Bei der am Donnerstag, den 05. Juli 2018, ab 18:00 Uhr im Universitätshauptgebäude stattfindenden Buchvorstellung mit Podiumsdiskussion werden drei der Beitragenden ihre Ansätze präsentieren: Jonathan Adams (Göteborg/Kopenhagen), der die Repräsentationen von Juden im mittelalterlichen Norden untersucht hat; Ulrich Wyrwa (Berlin/Potsdam), dessen Fokus auf der Radikalisierung des Antisemitismus im 19. und späten 20. Jahrhundert liegt, und Brian Klug (Oxford), der den Begriff „new antisemitism“ für antijüdische Stereotype in Verbindung mit dem Staat Israel kritisiert hat. Eine Veranstaltung des Internationalen Graduiertenkollegs Baltic Borderlands und des Lehrstuhls für Nordische Geschichte.

Moderation: Prof. Dr. Cordelia Heß (Greifswald)

Antisemitismus – Mittelalterliche Wurzeln und moderne Auswüchse. Podiumsdiskussion & Buchpräsentation


Vortrag: Antifeminismus und Rechtspopulismus Themen, Akteur*innen, Anschlussstellen Mittwoch | 06. Juni | 19:30 Uhr HS 1 Audimax | Rubenowstraße 1

Prominente Frauen in rechtspopulistischen Parteien verurteilen staatliche Maßnahmen zur Gleichstellung der Geschlechter, polemisieren gegen Feminismus und nicht zuletzt gegen die mühsam erkämpften Rechte von Frauen und LGBTI* auf körperliche und sexuelle Selbstbestimmung. Der Vortrag von Prof. Cordelia Heß wird das breite Themenfeld des Antifeminismus aufzeigen, einzelne Protagonist*innen vorstellen und dabei vor allem auf Anschlussstellen zu rassistischen, sexistischen und anderen Strömungen aufmerksam machen.


Nordischer Klang 2018

Vortrag von Prof. Dr. Carsten Selch Jensen

Nordischer Klang 2018

Mittwoch, 09.05.2018, 16:00 Uhr, Historisches Institut, Lehrstuhl Nordische Geschichte, Hörsaal 2.05, Domstraße 9 A
God’s War: Scandinavians on crusade in medieval Livonia and Estonia in history and national narratives


Hauptseminar "Die Kurie und die nordischen Länder im Mittelalter" mit Exkursion nach Rom, Wintersemester 2018/2019

Exkursion nach Rom, 27.10.2018 - 04.11.2018 (Prof. Dr. Cordelia Heß).

Im Rahmen des Hauptseminars „Die Kurie und die nordischen Länder im Mittelalter“ bietet der Lehrstuhl im Wintersemester auch eine Exkursion für die TeilnehmerInnen des Seminars an. Das Angebot richtet sich an fortgeschrittene Studierende, die über eine Abschlussarbeit in der mittelalterlichen Geschichte nachdenken und/oder an internationalem Austausch in die nordischen Länder interessiert sind. Die Exkursion wird gemeinsam mit Studierenden und DozentInnen der Mittelalterzentren der Universitäten Tampere und Stockholm durchgeführt, weshalb sämtliche Seminareinheiten und Referate bei der Exkursion auf englisch abgehalten werden. Zusätzlich dazu sind die üblichen Leistungsnachweise für das Seminar am Ende des Semesters zu erbringen.


NEUERSCHEINUNG

The Medieval Roots of Antisemitism. Continuities and Discontinuities from the Middle Ages to the Present Day

Edited by Jonathan Adams, Cordelia Heß

© 2018 – Routledge

474 pages | 45 B/W Illus.

This book presents a fresh approach to the question of the historical continuities and discontinuities of Jew-hatred, juxtaposing chapters dealing with the same phenomenon – one in the pre-modern, one in the modern period. How do the circumstances of interreligious violence differ in pre-Reformation Europe, the modern Muslim world, and the modern Western world? In addition to the diachronic comparison, most chapters deal with the significance of religion for the formation of anti-Jewish stereotypes. The direct dialogue of small-scale studies bridging the chronological gap brings out important nuances: anti-Zionist texts appropriating medieval ritual murder accusations; modern-day pogroms triggered by contemporary events but fuelled by medieval prejudices; and contemporary stickers drawing upon long-inherited knowledge about what a "Jew" looks like. These interconnections, however, differ from the often-assumed straightforward continuities between medieval and modern anti-Jewish hatred. The book brings together many of the most distinguished scholars of this field, creating a unique dialogue between historical periods and academic disciplines.


Summer University 2018

August 18th - 24th

War and revolution: The German-Danish border region after the First World War

Krieg und Revolution: Die deutsch-dänische Grenzregion seit dem Ersten Weltkrieg

Summer University 2018


Gedenken an den Beginn der Deportation von Juden aus Pommern

13.02.2018, 17:00 Uhr - 13.02.2018, 18:00 Uhr


Lehre im Sommersemester 2018

Vorlesung

4006058: Die Konversion der Wikinger. Religionswechsel in Skandinavien und Finnland ca. 900 - 1200

Mittwoch, 08:00 - 10:00 Uhr, HS 2.05, Domstraße 9 A, Prof. Dr. Cordelia Heß

Was in älteren Forschungen ebenso wie in christlichen hagiographischen und historiographischen Texten als eine plötzliche Abwendung vom Heidentum und hin zur christlichen Religion beschrieben wurde, stellt sich im Licht neuerer Forschung und unter Einbeziehung archäologischer Quellen eher als ein jahrhundertelang andauernder Prozess des Religionswechsels dar. Nichtsdestotrotz brachte die Christianisierung tiefgreifende gesellschaftliche und kulturelle Änderungen für die nordischen Länder in Bezug auf Religion, Geschlechterrollen und Machtstrukturen.

Literatur: Timothy Bolton, The Empire of Cnut the Great: Conquest and the Consolidation of Power in Northern Europe in the Early Eleventh Century. The Northern World 40, Leiden/Boston 2009. Russell A. McDonald, Angus A. Somerville, The Viking age: A reader, North York/Ontario, 2014. Anders Winroth, The Conversion of Scandinavia: Vikings, Merchants, and Missionaries in the Remaking of Northern Europe, New Haven 2012.

Hauptseminar

4006062: Feministische Theorie, postkoloniale Theorie, Diskursanalyse: aktuelle Ansätze in der nordischen Mittelalter- und Frühneuzeitforschung

Donnerstag, 10:00 - 12:00 Uhr, SR 3.09, Domstraße 9 A, Prof. Dr. Cordelia Heß

Die Forschungstraditionen in Deutschland und in der deutlicher anglo-amerikanisch ausgerichteten skandinavischen Forschung über die Vormoderne unterscheiden sich nicht zuletzt in der Bedeutung, die theoretischen Ansätzen aus Literaturwissenschaft, Linguistik, Soziologie und Politologie beigemessen wird. Das Hauptseminar soll einen Überblick über die aktuellen Theorie-Trends geben und diese kritisch analysieren. Hat queere Theorie die Forschung über mittelalterliche Herrschaft bereichert? Ist critical whiteness ein sinnvoller Zugang zur Frühneuzeit in Skandinavien? Welcher Diskursbegriff ist sinnvoll für historische Forschungen? Ziel ist es, den Nutzen aktueller Theorien für eigene Forschungsarbeiten ebenso wie in der Bewertung bestehender Forschung abschätzen und bewerten zu können.

Literatur: Henric Bagerius, Christine Ekholst. „Kings and favourites: Politics and sexuality in late medieval Europe.” Journal Of Medieval History 43, no. 3 (2017), S. 298-319. Günlog Maria Fur, A nation of women: Gender and colonial encounters among the Delaware Indians. Early American studies, Philadelphia, Pa. 2009. Anders Cullhed, Marianne Pade, Anders Hallengren, Fiction and figuration in high and late medieval literature. Analecta Romana Instituti Danici Supplementum 47, Roma 2016.

Proseminar

4006080: Zwischen Europäisierung und Reformation: Skandinavische Geschichte im Spätmittelalter

Donnerstag, 08:00 - 10:00 Uhr, SR 3.07, Domstraße 9 A, Prof. Dr. Cordelia Heß

Der Schwerpunkt der Forschung über die nordischen Länder liegt meist auf den Jahrhunderten des Religionswechsels und der Europäisierung – trotz der vergleichsweise schlechten Quellenlage. Das Spätmittelalter dagegen, in dem auch in Skandinavien die historiographische Literaturproduktion blühte, die intellektuellen Kontakte zum Kontinent intensiv waren und das religiöse Leben sich konsolidiert hatte. Nicht zuletzt bietet die Quellenlage in dieser Periode Einblicke in die Geschlechterverhältnisse der nordischen Eliten. Das Proseminar gibt einen Überblick über die Kulturgeschichte und Kirchengeschichte der nordischen Länder inklusive Islands.

Literatur: Margaretha Nordquist, A Struggle for the Realm: Late-medieval Swedish Rhyme Chronicles as Ideological Expressions, Stockholm 2015. Kirsi Salonen (Hg.), Medieval Christianity in the North, Turnhout 2012. Erika Sigurdson, The Church in Fourteenth Century Iceland. The Formation of an Elite Clerical Identity, Leiden 2015.

 

4006086: Die „Nordische Sünde“ – Sexualität, Reproduktion und Körper in den Nordischen Ländern im 20. Jahrhundert

Dienstag, 10:00 - 12:00 Uhr, SR 3.06, Domstraße 9 A, Dr. Merle Weßel

Der Begriff der „Schwedischen Sünde“ bezeichnete seit den 1950er Jahre international das Phänomen, dass Schwedische, aber auch alle anderen Nordische Frauen als besonders sexuell liberal und mit einem natürlichen Sinn für Sexualität und Nacktheit galten. Dieses Seminar untersucht das Nordische Verständnis (inklusive Finnland und Island) von Sexualität, Körper und Reproduktion im Nordischen, wie auch internationalen Kontext. Gibt es eine Nordische Sexualität? Wie könnte sich diese von anderen Ländern und Regionen unterscheiden? Das Seminar erarbeitet an Hand von verschiedenen Themen, wie Verhütung und Reproduktion, Sexual Erziehung, Pornographie, Eugenik, Masturbation und sexueller Gewalt einen Überblick über das Thema Sexualität in den Nordischen Ländern im 20. Jahrhundert.

Literatur: Gunnar Broberg, Nils Roll-Hansen, Eugenics and the Welfare State. Sterilization Policy in Denmark, Sweden, Norway, and Finland, East Lansing 2005. Michel Foucault, The History of Sexuality, Vol I., London 1976. Lena Lennerhed, Sex i folkhemmet. RFSU:s tidiga historia, Uppsala 2002.

Übungen

4006102: Narratives of Conversion. Hagiographic and Historiographic Accounts of the Christianisation of Scandinavia (Übung mit Tutorium)

Mittwoch, 10:00 - 12:00 Uhr, SR 3.06, Domstraße 9 A, Prof. Dr. Cordelia Heß

Baptized vikings, a martyrer on a frozen lake, destroyed temples: mission and Christianization during and after the Viking period are not only of interest to modern popular culture and medievalism, they were also a much debated topic in medieval hagiography and historiography. The course offers an introduction to the main narratives of conversion, from Adam of Bremen to the Icelandic sagas. Teaching and discussion will be bilingual German/English, the tutorial will focus on reading, writing and speaking academic English. Exams in English are optional.

Literatur: Nora Berend (ed.), Christianization and the rise of Christian monarchy: Scandinavia, Central Europe and Rus’ c. 900-1200, Cambridge 2007. Anders Winroth, The conversion of Scandinavia: Vikings, merchants, and missionaries in the remaking of Northern Europe. New Haven 2012. The sagas of Icelanders: A selection. 20th ed. World of the sagas, New York 2010.

 

4006130: Einführung in die Geschichte des Nordischen Wohlfahrtsstaates

Montag, 10:00 - 12:00 Uhr, SR 3.09, Domstraße 9 A, Dr. Merle Weßel

Die fünf Nordischen Länder, Dänemark, Schweden, Island, Norwegen und Finnland führen zahlreiche positive, internationale Ranglisten an, wie zum Beispiel den Demokratieindex, aber auch in Pressefreiheit, Gleichberechtigung, Schulbildung oder allgemeiner Zufriedenheit. Diese Übung hinterfragt kritisch die Idee des Nordischen Wohlfahrtsstaates als Garant für eine freiere, demokratischere und glücklichere Gesellschaft. Mit einem Fokus auf die politischen, sozialen und kulturellen Aspekte des Nordische Wohlfahrtsstaates erarbeitet der Kurs eine Übersicht über die Geschichte der Nordischen Länder seit 1930. Zudem wird das Konzept des Nordischen Wohlfahrtsstaates diskutiert. Gibt es einen Nordischen Wohlfahrtsstaat oder müssen wir von Wohlfahrtsstaaten sprechen? Oder ist das ganze Phänomen doch nur eine Utopie?

Literatur: Niels Finn Christiansen, Nils Edling, Per Haave, Klaus Petersen, The Nordic Model of Welfare. A Historical Reappraisal, Copenhagen 2006. Norbert Götz, Ungleiche Geschwister: Die Konstruktion von nationalsozialistischer Volksgemeinschaft und schwedischem Volksheim, Berlin 2000. Mary Hilson, The Nordic Model. Scandinavia since 1945, London 2008.


THE STUDY OF ANTISEMITISM IN SCANDINAVIA – WHERE ARE WE HEADING?

University of Greifswald, 5–7 February 2018 Department of History, Seminar Room 3.09, Domstraße 9a

Internationale Fachtagung: Antisemitismusforschung in den nordischen Ländern – Wo soll es hingehen?

05.02.2018 - 07.02.2018

Verglichen mit anderen Ländern, insbesondere den Vereinigten Staaten, Deutschland und Israel, ist Antisemitismusforschung in Skandinavien auf institutioneller und personaler Ebene relativ marginalisiert. Dies betrifft insbesondere Forschung jenseits der Phase des Faschismus, Zweiten Weltkriegs und Holocausts. Zudem bleibt die historische Entwicklung antijüdischer Stereotypen im Vergleich zu anderen Vorurteilen und Minderheitengruppen in Skandinavien relativ unzureichend erforscht, wie auch insgesamt die jüdische Geschichte an den Universitäten nur schwach vertreten ist.

Diese Konferenz beschäftigt sich nicht primär mit dem Sammeln von Wissen über Antisemitismus in Skandinavien, dessen Ausbrüchen und Formen, historische Dimensionen oder wie dieser bekämpft werden kann. Vielmehr geht es darum zu erfahren, welche Forschungsstrategien und politischen Forderungen in Bezug auf Antisemitismusforschung bestehen oder in Zukunft notwendig sind. Es geht also um eine Bestandsaufnahme der Rahmenbedingungen und sowie die Zukunftsaussichten des Forschungsfelds in der näheren Zukunft, sowohl inhaltlich als auch bezüglich der institutionellen Unterstützung.

Diese Fragen diskutieren renommierte ForscherInnen aus Norwegen, Dänemark, Schweden und Finnland. Dazu stellen NachwuchswissenschaftlerInnen ihre Forschungsprojekte zum Thema vor.

Die Konferenz ist eine Kooperation des Lehrstuhls für Nordische Geschichte, des Historischen Instituts der Universität Göteborg und des Zentrums für jüdische Studien an der Universität Uppsala. Sie wird gefördert vom schwedischen Vetenskapsrådet. ZuhörerInnen sind herzlich willkommen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Veranstaltungsorte
Historisches Institut, Raum 3.09, Domstraße 9 A
Alfried Krupp Wissenschaftskolleg, Martin-Luther-Straße 14

Ansprechpartnerin an der Universität Greifswald
Prof. Dr. Cordelia Heß
Historisches Institut
Domstraße 9 A
17489 Greifswald
Telefon +49 3834 420 3330
cordelia.hess(at)uni-greifswald(dot)de

Conference Programme


Interview zum Jahrestag der Novemberpogrome und Forschung über Antisemitismus in Schweden.

http://www.gp.se/nyheter/göteborg/antisemitismen-är-underskattad-i-sverige-1.4812251


Call for Papers: The study of antisemitism in Scandinavia – where are we heading? Conference in Greifswald, Germany, 5–7 February 2018

Department of Historical Studies (University of Gothenburg), Chair of Nordic History (University of Greifswald), Forum för judiska stuider (Uppsala University)

Call for Papers: The study of antisemitism in Scandinavia – where are we heading?

Conference in Greifswald, Germany, 5–7 February 2018

Department of Historical Studies (University of Gothenburg), Chair of Nordic History (University of Greifswald), Forum för judiska studier (Uppsala University)

Compared with other countries, particularly the USA, Germany and Israel, research on antisemitism in Scandinavia is somewhat marginalised at an institutional and staffing level, especially as far as antisemitism beyond German fascism, the Second World War and the Holocaust is concerned. Furthermore, compared with research on other prejudices and minority groups, issues concerning Jews and anti-Jewish stereotypes remain relatively under-researched in Scandinavia.

At this conference, we are not primarily interested in gathering knowledge about antisemitism in Scandinavia, its outbreaks and forms, its historical dimensions, or how it should be tackled. Rather, we would like to know how the study of antisemitism relates to research strategy and political demands as well as what problems the subject faces in the near future, both as regards content and institutional support.

Starting with the research that you are currently conducting on antisemitism, we would like to look forwards. What do you see as the greatest challenges for the study of Scandinavian antisemitism? How does your own research relate to international research trends? Which periods, topics and discourses have been ignored until now? How does research on antisemitism relate to how the Scandinavian countries perceive themselves? What role do state and church institutions play in the development of research?

Please let us know if you are interested to participate by 23 October, and send an abstract of approx. 500 words in Danish, Norwegian, Swedish or English by November 13. We plan to publish an anthology of articles based on papers given at the conference.

The conference is partly funded by Vetenskapsrådet within the project “The Archives of Antisemitism in Scandinavia: Knowledge Production and Stereotyping in a Long-Term Perspective”. We are currently applying for additional funding to cover or help cover participants’ travel costs.

Contact:

Prof. Dr. phil. Cordelia Heß

Universität Greifswald

cordelia.hessguse

 

Docent Jonathan Adams

University of Gothenburg

jonathan.adamsnordiska.uuse


UNIVERSITÄT IM RATHAUS Wintersemester 2017/2018

Prof. Dr. phil Cordelia Heß "Eine Fußnote der Emanzipation? Antijüdische Ausschreitungen in Stockholm 1815-1838"

Der Vortrag findet am 18. Dezember 2017 um 17:00 Uhr im Bürgerschaftssaal des Rathauses statt.

universitaet/information/veranstaltungskalender/detail/n/universitaet-im-rathaus-eine-fussnote-der-emanzipation-antijuedische-ausschreitungen-in-stockholm-181/

https://www.uni-greifswald.de/studium/vor-dem-studium/weitere-angebote-der-universitaet/universitaet-im-rathaus/


Jens E. Olesen ist neuer Ehrendoktor an der Universität Helsinki

Dem langjährigen Lehrstuhlinhaber und Ordinarius für Nordische Geschichte, Prof. Dr. Jens E. Olesen, wurde Ende Mai 2017 die Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät der Universität Helsinki verliehen. Anlässlich der 100-jährigen Selbstständigkeit Finnlands sowie dem Beginn der Reformation vor 500 Jahren wurden mehrere Ehrendoktorwürden verliehen. Auch der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel wurde in Abwesenheit die hohe Ehre zu Teil.

Während der mehrstündigen Zeremonie in der großen Aula waren viele Hundert Doktorinnen und Doktoren anwesend. Professor Olesen wurden feierlich die Urkunde und die Doktorinsignien – ein Schwert und ein Hut – überreicht. „Ich bin sehr gerührt. Die Atmosphäre in der altehrwürdigen Aula der Universität war toll. So etwas erlebt man nicht alle Tage“, sagte der Historiker.

Die Universität Helsinki, im Jahre 1640 gegründet, ist die älteste Universität Finnlands. Sie pflegt mit der Überrei-chung der Universitätsinsignien eine mehrhundertjährige Tradition. Das Schwert steht symbolisch für die Verteidigung der Wissenschaften. In seiner Dankesrede ging Professor Olesen auf die zentrale Bedeutung der Universitäten für die Aufrechterhaltung der freien und kritischen Meinungsbildung sowie auf Aspekte der langen und heroischen Geschichte Finnlands ein.

Prof. Dr. Jens E. Olesen forscht und lehrt seit 1996 skandinavische und finnische Geschichte an der Universität Greifswald. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören unter anderem die dänischen und schwedischen Kreuzzüge, die Kalmarer Union von 1397 bis 1520 und die nordische Geschichte des 19. Jahrhunderts. Professor Olesen pflegt seit langem Kooperationen mit Kollegen an der Universität Helsinki und mit anderen Universitäten und Forschungsinstitutionen in Finnland und Skandinavien. Er hat den Dialog mit den baltischen Ländern aktiv vorangetrieben.

https://www.uni-greifswald.de/universitaet/information/aktuelles/detail/n/greifswalder-ist-neuer-ehrendoktor-an-der-universitaet-helsinki/?no_cache=1&cHash=28cc0ec4694a446bf8345f334ca7e6d8


Bibliographie zur Geschichte Nordeuropas, Vorpommerns und Mecklenburgs veröffentlicht

Als Ergebniss eines Forschungprojektes am Lehrstuhl für Nordische Geschichte wurde vor einigen Jahren eine umfangreiche Bibliographie zu den historischen Verbindungen Nordeuropas mit Pommern und Mecklenburg erstellt. Da diese Bibliographie leider nie gedruckt werden konnte aber trotzdem ein wertvolles Hilfsmittel für Historiker darstellt, hat der Lehrstuhl sich entschlossen sie in digitaler Form der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Sie finden die Datei zum downloaden unter "Publikationen des Lehrstuhls".


Neue Publikation in der Reihe "Nordische Geschichte"

In der Buchreihe des Lehrstuhles "Nordische Geschichte" erscheint in Kürze als Band 12 die Dissertation von Herrn Enrico Wagner mit dem Titel "Die Nationaltrachtdebatte im 18. und 19. Jahrhundert. Motivation und Durchsetzung einer nationalen Kleidertracht in Schweden, Deutschland und Dänemark".

Nordeuropäische Geschichte – Die ersten Könige der Kalmarer Union

Unter dem Titel „Erich von Pommern und Christopher von Bayern. Studien zur Kalmarer Union“ ist aktuell Band 21 in der Reihe „Publikationen des Lehrstuhls für Nordische Geschichte“ erschienen. Prof. Dr. Jens E. Olesen widmet sich in 17 Aufsätzen den wichtigsten Themen und Problemen der Kalmarer Union. Speziell wird die Zeit während der Regentschaft der zwei ersten skandinavischen Könige beleuchtet (1397–1448).

Erich von Pommern machte unter den pommerschen Herzögen die größte Karriere. Er wird gekrönter König (1397) über die drei skandinavischen Reiche, darunter Island und Finnland. Das Buch greift zentrale Themen seiner Regierungszeit auf wie seine alleinherrschende Regierungsweise, die Rolle des so genannten „Birgittiner-Ordens“ und das Verhältnis zu den holsteinischen Grafen und den Hansestädten. Weiter behandelt der Band Erichs Stellungnahme und Politik gegenüber dem Deutschen Orden nach der Niederlage bei Tannenberg (1410), die Islandfrage und die Bedeutung der pommerschen Herzöge in der nordischen Politik. Die Absetzung des Königs (1438–1441) durch die Reichsräte wird ebenfalls in Augenschein genommen sowie die nachfolgenden Jahre auf Gotland (1438–1449), bevor Erich von Pommern zu seinem Stammherzogtum in Hinterpommern zurückkehrt und dort verstirbt (1459).

Ihm folgt auf den Unionsthron (1440–1442) der Sohn seiner Schwester Christopher von Pfalz-Neumarkt. Mit Unterstützung der Hanse und Herzog Adolf VIII. von Schauenburg kann dieser seine Regentschaft befestigen. Besonders seine Krönung (1443), seine Lehnspolitik und Regierungsweise gegenüber seinem bayrischen Stammherzogtum werden in der Publikation aufgegriffen. Nach dem frühen Tod von König Christopher (1448) wird nach einem Interregnum Christian I. von Oldenburg zum dänischen König und Karl Knutsson (Bonde) zum schwedischen König gewählt. Beide kämpfen in Folge um Gotland und Norwegen. Diese komplizierten Ereignisse bahnen letztendlich den Weg für die Unionskriege. Sie dauern mit Unterbrechungen bis zum Stockholmer Blutbad (1520) an, dem Ende der Union.

Band 21 erscheint in der Reihe des Lehrstuhls für Nordische Geschichte. Der Autor der Publikation Prof. Dr. Jens E. Olesen forscht und lehrt seit 20 Jahren an der Universität Greifswald.

www.uni-greifswald.de/universitaet/information/aktuelles/detail/n/nordeuropaeische-geschichte-die-ersten-koenige-der-kalmarer-union/

Neues Standardwerk zur Geschichte Nordeuropas (1520-1870) unter Mitarbeit des Lehrstuhls erschienen

Soeben ist beim renommierten Verlag Cambridge University Press ein umfassendes Werk zur Geschichte Skandinaviens und Finnlands von der Reformation bis zur Etablierung der Nationalstaaten erschienen. Der Band ist Nummer 2 in der Reihe "Cambridge History of Scandinavia" und ist vom Inhaber des Lehrstuhls für Nordische Geschichte Prof. Dr. Jens E. Olesen und seinem finnischen Kollegen Prof. Dr. Erkki I. Kouri herausgegeben worden.

Auf mehr als 1.200 Seiten (inkl. Karten, Tabellen, Statistik) wurde eine Vielfalt von Themen und Bereichen behandelt, u.a. die Reformation und Reorganisation, materielle Expansion, die skandinavischen Machtstaaten, der Kampf um die Ostseeherrschaft, Handel und Wirtschaft, Gesellschaftsentwicklung, soziale und politische Strukturen und Außenpolitik, Auflösung der Ständegesellschaft sowie die Entwicklung der modernen Nationalstaaten.

Mehr als 38 ausgewiesene nordeuropäische Experten waren involviert, um diese zentrale Zeitepoche in der nordischen Geschichte abzudecken. Der Band wendet sich vorrangig an Dozenten und Studenten mit Interesse für Nordeuropa sowie an allgemein historisch Interessierte. Neben Prof. Olesen waren über die letzten Jahre mehrere Hilfskräfte am Lehrstuhl für Nordische Geschichte mit dem Band beschäftigt, u.a. um die umfassenden Literaturlisten zu erarbeiten.

ISBN-Nummer: 978-0-521-47300-2