Historisches Institut

Das Historische Institut feierte 2013 sein 150-jähriges Bestehen. Seit 1863 haben hier national wie international hoch angesehene Wissenschaftler geforscht und gelehrt und den Grundstein für das heutige Profil des Instituts gelegt.

Die steigende Zahl der Geschichtsstudenten, die inzwischen auf 1.005 (WS 2015/2016) angewachsen ist, verweist auf die Attraktivität des Geschichtsstudium in Greifswald. Mehr als jeder zehnte Studierende in der Hansestadt ist eine Historikerin oder ein Historiker. Das Historische Institut gehört damit zu den großen Einrichtungen der Universität. Geprägt durch international vernetzte Forschungsprojekte, eine exzellente Lehre und eine intensive Betreuung der Studierenden ist das Greifswalder Historische Institut ein vorzüglicher Ort, um den Bachelor und Master in Geschichtswissenschaft oder das Staatsexamen zu absolvieren.

Fünf Professuren vertreten die einzelnen historischen Epochen, die Hilfswissenschaften und epochenübergreifend die Geschichte von Nord- und Osteuropa. Neben Lehrveranstaltungen zur Alten Geschichte, werden Vorlesungen, Seminare und Kolloquien zur Geschichte des Mittelalters, zur Geschichte der Frühen Neuzeit, der Neuesten Zeit einschließlich der Zeitgeschichte, sowie zur Nordischen und Osteuropäischen Geschichte als Schwerpunkte angeboten. Daneben ist auch der Bereich Fachdidaktik vertreten und die Fächer Gräzistik und Latinistik an das Institut angesiedelt. An dem Historischen Institut befindet sich das Internationale Graduiertenkolleg "Baltic Borderlands: Shifting Boundaries of Mind and Culture in the Borderlands of the Baltic Sea Region" und die Arbeitsstelle "Inschriften des Mittelalters und der Frühen Neuzeit".

Einen besonderen Schwerpunkt von Forschung und Lehre stellen die Geschichte des Ostseeraumes - von der vorgeschichtlichen Zeit bis in die Gegenwart - und seine vielfältigen politischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Verbindungen zu anderen Regionen dar. Dieses breite Themenspektrum spiegelt sich in der umfangreichen Ausstattung der Bereichsbibliothek wider.

Das Institut unterhält enge Kontakte zu vielen Universitäten im Ausland wie beispielsweise Szczecin/Stettin, Gdańsk/Danzig, Vilnius/Wilna, Riga, Tartu/Dorpat, St. Petersburg, Helsinki, Stockholm, Lund, Kopenhagen, Bergen sowie zur University of California in Santa Barbara, um nur einige zu benennen. Auslandsaufenthalte von Studierenden werden ausdrücklich unterstützt. Durch enge Kooperationen mit Archiven, Museen, Gedenkstätten, Schulen und Gymnasien in Mecklenburg-Vorpommern wird eine praxisnahe Ausbildung ermöglicht.

Das 1911 fertig gestellte Institutsgebäude in der Domstraße 9a (s. Bild) weist sich durch eine elegante Mischung aus schlichter Moderne einerseits und neobarocken und neoklassizistischen Elementen andererseits aus. Nachdem mehrere größere Putzstücke herabgefallen waren und sich deutliche Risse in der Außenwand zeigten, wurde das Gebäude im Jahre 2010 untersucht. Aus Sicherheitsgründen wurde es im selben Jahr komplett gesperrt. Im Juli 2015 begann die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes durch den Betrieb für Bau- und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern. So wurde zum Beispiel das alte Gestühl im Hörsaal aufgearbeitet und das historische Farbkonzept übernommen. Überraschender Blickfang ist die Deckenmalerei über dem Treppenhaus. Neu sind ein Aufzug sowie eine Rampe vor dem Eingangsbereich, damit kann das Gebäude barrierefrei erreicht und genutzt werden. Auch Küchen sowie komplett neue Sanitäranlagen gehören zur Ausstattung. Zudem wurde eine Außentreppe als zweiter Rettungsweg gebaut. Das Gebäude wurde im Juni 2017 an die Universität übergeben und Mitte Juli begann der Umzug der Mitarbeitenden des Historischen Instituts aus der Bahnhofstraße 51 und der Rubenowstraße 2. Fast alle Lehrstühle des Historischen Instituts sind dort untergebracht. Außerdem befinden sich im Gebäude zwei Hörsäle und drei Seminarräume. Der Lehrstuhl für Allgemeine Geschichte der Neuzeit und das Internationale Graduiertenkolleg "Baltic Borderlands" sind nach wie vor in der Rubenowstraße 2.

Die Fachbibliothek Geschichte musste mit der Schließung im Jahr 2010 verlegt werden. Sie befindet sich jetzt in der Bereichsbibliothek am Campus Loefflerstraße.