Premiere des Theaterstücks "SCHULDIG - Haft am Demmlerplatz" - Eine szenische Lesung

Am Donnerstag, 30. April 2026, feierte ein besonderes Projekt im Dokumentationszentrum Demmlerplatz in Schwerin Premiere. Das Schauspielensemble des Mecklenburgischen Staatstheaters brachte gemeinsam mit Studierenden der Universität Greifswald bewegende Texte und Zeitzeugnisse ehemaliger Inhaftierter auf eindringliche Weise zum Leben.

„Wie ich diesen Gefängnishof sah, da hab ich gedacht: Hier gibt es Prügel.“

NS-Gerichtsgefängnis, sowjetische Untersuchungshaftanstalt, Stasi-Knast. Seit 1916 steht das Schweriner Gefängnisgebäude am Demmlerplatz. Regime wechselten, die Funktion des Gebäudes nicht. Unzählige Menschen waren hier über die Jahrzehnte inhaftiert, unzählige Schicksale, die Gewalt, Ungewissheit und Angst erfahren mussten. Legitimiert durch ein Recht, das sie schuldig sprach - und in seiner Unmenschlichkeit selbst Schuld auf sich zog. Anhand von Stimmen einst Inhaftierter, Fragmenten der Erfahrung von Gewalt und Monotonie und Zeitdokumenten der Gefängnisgeschichte gibt ein szenischer Rundgang durch den ehemaligen Zellentrakt Einblicke in die bewegte Geschichte des Ortes.

SCHULDIG wurde in Zusammenarbeit zwischen dem Schauspiel des Mecklenburgischen Staatstheaters, Studierenden der Universität Greifswald*, dem Dokumentationszentrum Schwerin und der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern entwickelt. 

Szenische Einrichtung: Philip Klose
Dramaturgie: Nina Steinhilber
Mit: Johann Born, Jochen Fahr, Christoph Götz, Katrin Heinrich, Julia Keiling, Sebastian Reck, Jonas Steglich, Antje Trautmann
Mitarbeit Dokumentationszentrum: Christina Balzer, Clara Seehafer
Leitung Dokumentationszentrum: Florian Gradnitzer

Textrecherche in Zusammenarbeit mit Studierenden des Lehramtes Geschichte der Universität Greifswald
Leitung Seminar: Dr. Martin Buchsteiner
Fiete Acker, Maybritt Adolphi, Tommy Arndt, Hannah Sophie Bär, Moritz Herz, Lea Hitschler, Klemens Humburg, Svenja Kruse, Philipp Nowitzki, Malik Ouyahia, Jacob Zarmstorff

Weitere Termine: • 03.05., 14.05., 31.05. | jeweils 15 Uhr • 20.05. | 19 Uhr 

Flyer [pdf]


Deutschlandfunk, Kultur heute - Beitrag von Heinrich Pfeiffer | 03. Mai 2026, 17:36 Uhr
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