Medieninformationen - Pressemitteilungen

3.06.2022: Vier Forschende der Universität Greifswald in MV-Kooperationsrat zum Ostseeraum berufen

Das Landeskabinett hat am 31. Mai 2022 die Einrichtung eines „MV Kooperationsrates demokratischer Ostseeraum“ beschlossen. Vier Wissenschaftler*innen der Universität Greifswald gehören dem neu gegründeten Gremium an. Die 29 Mitglieder des Rates beraten die Landesregierung bei der Erarbeitung einer Ostseestrategie. Ziel ist es, ein Konzept innerhalb eines Jahres vorzulegen. Geleitet wird der Kooperationsrat von der Ministerin für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten Bettina Martin. Die Ministerpräsidentin Manuela Schwesig ernennt die Mitglieder, die ehrenamtlich arbeiten.

Die berufenen Wissenschaftler*innen der Universität Greifswald sind:

  1. Prof. Dr. Margit Bußmann, Lehrstuhlinhaberin für Internationale Beziehungen und Regionalstudien / Sprecherin des Clusters „Internationale Beziehungen und Sicherheit“ im Interdisziplinären Forschungszentrum Ostseeraum (IFZO)
  2. Dr. Marek Fialek, Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Lektor für Polnisch am Lehrstuhl für Slawische Literaturwissenschaft / Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Vorpommern e.V. / 2. Vorsitzender/Geschäftsführer beim polenmARkT e.V.
  3. Prof. Dr. Kilian Heck, Lehrstuhl für Kunstgeschichte am Caspar-David-Friedrich-Institut der Universität Greifswald / Geschäftsführender Direktor des Herrenhauszentrums Ostseeraum
  4. Prof. Dr. Cordelia Heß, Lehrstuhlinhaberin für Nordische Geschichte / Sprecherin des Clusters „Neue Nationalismen“ im Interdisziplinären Forschungszentrum Ostseeraum (IFZO)

Die ausgewiesene wissenschaftliche Expertise der Universität Greifswald zum Ostseeraum wird im Internationalen Forschungszentrum Ostseeraum (IFZO) gebündelt. Mit seinen Forschungsaktivitäten leistet der interdisziplinäre IFZO-Forschungsverbund „Fragmentierte Transformationen“ einen innovativen Beitrag zur Erforschung des Wandels im Ostseeraums. Neben Forschungen zum gemeinsamen kulturellen Erbe und neuen Nationalismen in der Region konzentrieren sich die Fragestellungen auch auf die Kontroversen in der Energietransformation, Sicherheitsarchitektur und Nachhaltigkeitstransformation. Neben dem IFZO-Forschungsverbund unterstützt das IFZO die Verbundforschungen des Herrenhauszentrums für den Ostseeraum, das Internationale DFG-Graduiertenkolleg „Baltic Peripeties“ sowie die Lehre in der Virtuellen Hochschule Ostseeraum und das Masterprogramm „History and Culture of the Baltic Sea“ (HiCuBaS).

Die „Kulturen des Ostseeraums“ sind schon seit vielen Jahren einer von fünf Forschungsschwerpunkten an der Universität Greifswald. Der Forschungsschwerpunkt steht für Interdisziplinarität, internationale Zusammenarbeit und die Verbindung von Grundlagen- und anwendungsorientierter Forschung. Zentral getragen wird der Schwerpunkt von den Fächern der Philosophischen Fakultät, die eine in der Kombination von Slawistik, Baltistik, Skandinavistik und Fennistik deutschlandweit einzigartige Kompetenz auf sprach- und literaturwissenschaftlichem Gebiet vereint. „Die Universität Greifswald verfügt über zahlreiche gut etablierte Kooperationen in Forschung und Lehre mit Partnern im Ostseeraum. Wir freuen uns, dass die wissenschaftliche Expertise unserer Wissenschaftler*innen nun dazu beiträgt, die strategische Zusammenarbeit des Landes mit dem Ostseeraum noch weiter zu stärken“, sagt die Rektorin Prof. Dr. Katharina Riedel.

Zu den 29 Mitgliedern des MV-Kooperationsrates gehören neben Wissenschaftler*innen auch Vertreter*innen aus Kultur, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Aufgabe ist es, innerhalb eines Jahres eine Strategie für eine noch engere Zusammenarbeit der demokratischen Staaten im Ostseeraum zu entwickeln.

Weitere Informationen
Medieninformation zum MV-Kooperationsrat der Landesregierung MV
Medieninformation „Interdisziplinäres Forschungszentrum Ostseeraum setzt neue Maßstäbe in der Regionalforschung“
Webseite IFZO
Webseite Herrenhauszentrum Ostseeraum


Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Pressesprecher: Jan Meßerschmidt
Hochschulkommunikation
Domstraße 11, Eingang 1, 17489 Greifswald
Telefon +49 3834 420 1150
hochschulkommunikation@uni-greifswald.de


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15.03.2022: Stipendiatin der Humboldt-Stiftung forscht am Historischen Institut in Greifswald
Dr. Indravati Félicité (© Jan Reinicke, 2022)

Die französische Wissenschaftlerin Dr. phil. habil. Indravati Félicité hat im Januar 2022 einen achtmonatigen Forschungsaufenthalt an der Universität Greifswald begonnen. Im Rahmen eines Humboldt-Forschungsstipendiums für erfahrene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist sie bei Prof. Dr. Dr. h. c. Michael North am Historischen Institut zu Gast. Sie forscht zum Thema „Nordeuropa und der Orient bei der Entstehung der modernen Theorie der internationalen Beziehungen (16.–18. Jahrhundert)“.

Indravati Félicité ist seit 2016 maîtresse de conférences in Geschichte der frühen Neuzeit an der Université de Paris. Sie promovierte 2012 an der Sorbonne in Geschichte. 2021 habilitierte sie sich ebenfalls an der Sorbonne in Geschichte. Ihre Habilitationsschrift trug den Titel „Le ‚vieil Empire‘ face au monde. 1454–1806“ (Das „Alte Reich“ und die Welt, 1454–1806). Darin untersucht sie die globalen Verflechtungen des Heiligen Römischen Reichs und bringt dieses Reich zurück ins Zentrum der Imperial Studies.

Ihre Dissertation erschien 2016 unter dem Titel „Négocier pour exister. Les villes et duchés du nord de l’Empire face à la France 1650–1730“ in französischer Sprache in der Reihe „Pariser Historische Studien“ des Deutschen Historischen Instituts Paris bei De Gruyter-Oldenburg. Anschließend veröffentlichte der Böhlau-Verlag eine deutsche Fassung (übersetzt von Markus Hiltl) unter dem Titel „Das Königreich Frankreich und die Norddeutschen Hansestädte und Herzogtümer: Diplomatie zwischen ungleichen Partnern“. Darin analysiert sie unter anderem die Diplomatie und Außenpolitik von Mecklenburg-Schwerin, Schleswig-Holstein-Gottorp, Lübeck, Bremen und Hamburg und zeigt, dass deren Teilnahme am diplomatischen Konzert nicht nur geduldet, sondern auch strukturell wichtig sowohl für ihr eigenes Überleben als auch für die europäischen Großmächte war. Durch diese Forschungen zu den europäischen und weltweiten Verflechtungen der norddeutschen Stände des Heiligen Römischen Reichs ist sie vor einigen Jahren in Paris in Kontakt mit Professor Michael North getreten. Bei ihrem derzeitigen, von der Humboldt-Stiftung unterstützten Projekt am Historischen Institut der Universität Greifswald, handelt es sich um eine Neubewertung und Neudefinition des frühen Orientalismus (17. Jahrhundert). Anhand von Quellen aus den Archiven in Pommern (Greifswald, Stralsund und andere) soll die Vorstellung revidiert werden, dass sich ab Mitte des 17. Jahrhunderts eine diplomatische Ordnung in der Welt ausbreitete, die sich an Regeln orientierte, die auf dem europäischen Kontinent von imperialen Mächten oder solchen, die es werden wollten, isoliert ausgearbeitet und ausgehandelt wurden.

Der Forschungsstandort Greifswald eignet sich sehr gut für ein solches Projekt, wie zum Beispiel die Anstellung von Professoren für orientalische Sprachen durch die hiesige Universität ab 1650, aber auch die Integration der Kaufleute der Region in dem Handel nach Asien, bezeugen. In mehreren Archivzentren der Region befinden sich Akten zu dieser frühen Öffnung des Ostseeraums zur außereuropäischen Welt. Über den Aufenthalt in Greifswald hinaus möchte Indravati Félicité die institutionellen Kontakte zwischen der Universität Greifswald und der Université de Paris, zwischen denen ein Erasmus-Austausch bereits besteht, wiederbeleben.

Weitere Informationen

Die Alexander von Humboldt-Stiftung ermöglicht jährlich über 2000 Forscherinnen und Forschern aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. Die Stiftung pflegt ein Netzwerk von weltweit mehr als 30 000 Humboldtianern aller Fachgebiete in über 140 Ländern – unter ihnen 55 Nobelpreisträger.

Mit den Humboldt-Forschungsstipendien für erfahrene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ermöglicht die Alexander von Humboldt-Stiftung überdurchschnittlich qualifizierten Wissenschaftlern aus dem Ausland, die ihre Promotion vor nicht mehr als zwölf Jahren abgeschlossen haben, langfristige Forschungsaufenthalte in Deutschland (6 bis 18 Monate) einzugehen.

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Ansprechpartnerin an der Universität Greifswald
Prof. Dr. Cordelia Heß
Geschäftsführende Direktorin des Historischen Instituts
Domstraße 9 A, 17489 Greifswald
historisches.institut@uni-greifswald.de
Historisches Institut Greifswald

Dr. Indravati Félicité
indravati.felicite@univ-paris-diderot.fr
https://ict.u-paris.fr/indravati-felicite


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Wintersemester 2021/22: Interdisziplinäre Ringvorlesung „Wissenschaft und demokratische Kultur“

Die Universität Greifswald weiß sich in ihrem Leitbild den Werten einer freiheitlichen, zivilen und demokratischen Gesellschaft verpflichtet. Auch wenn Wissenschaft und Politik klar zu unterscheiden sind, sind sie doch nie ganz zu trennen: Im besten Falle befördern sich Demokratie und Wissenschaft gegenseitig – gerade in ihrer Eigenständigkeit.

Die Greifswalder Ringvorlesung will dem vielschichtigen Verhältnis von Wissenschaft und demokratischer Kultur aus verschiedenen Fachperspektiven auf den Grund gehen. Aktuelle Probleme demokratischer Öffentlichkeit kommen dabei ebenso zur Sprache wie geschichtliche Erfahrungen mit den Totalitarismen des 20. Jahrhunderts.

Veranstaltet wird die Ringvorlesung vom Rektorat der Universität, Prof. Dr. Katharina Riedel, unter der organisatorischen Leitung von Prof. Dr. Tobias Braune-Krickau, Theologische Fakultät.

Vorlesung verpasst? Die Vorlesungen wurden aufgezeichnet. Weitere Vorlesungen finden Sie auf der Internetseite www.uni-greifswald.de/ringvorlesung

29.10.2021: Gedenktafel würdigt ehemaligen Rektor der Universität Greifswald Professor Dr. Konrat Ziegler
Enthüllung der Gedenktafel für Konrat Ziegler, © Lukas Voigt, 2021
Portrait Prof. Dr. Konrat Ziegler, ©Universitätsarchiv Greifswald

Konrat Ziegler (1884–1974) war von 1928 bis 1929 Rektor der Universität Greifswald. Als überzeugter Demokrat geriet er zu dieser Zeit in Konflikt mit nationalistischen Kreisen. 1933 wurde er von den Nationalsozialisten entlassen. Der Altertumswissenschaftler versteckte während der Zeit des Nationalsozialismus einen jüdischen Kollegen in Osterode im Harz. Am 29. Oktober 2021 wurde in Anwesenheit mehrerer Enkelinnen des Geehrten an seinem Greifswalder Wohnhaus eine Gedenktafel für ihn feierlich enthüllt.

Während einer Festveranstaltung im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg wurde Prof. Dr. Konrat Ziegler in mehreren Vorträgen sowohl als Wissenschaftler als auch als homo politicus, als politisch engagierter Mensch gewürdigt.

Konrat Ziegler wurde 1884 in Breslau geboren und studierte dort Archäologie und Klassische Philologie. 1905 wurde er in seiner Heimatstadt promoviert, bereits zwei Jahre später habilitiert. Bis zu seiner Berufung als Professor für Klassische Philologie nach Greifswald im Jahr 1923 war er unter anderem außerordentlicher Professor und persönlicher Ordinarius in Breslau. Die Universität Greifswald wies ihm eine Wohnung in der heutigen Robert-Blum-Straße zu (heute noch immer ein Universitätsgebäude). 1926 bis 1927 war er zunächst Dekan der Philosophischen Fakultät und von 1928 bis 1929 Rektor der Universität.

Ziegler war ein engagierter akademischer Lehrer: Während seiner Greifswalder Jahre bot er in jedem Semester neue Lehrveranstaltungen an und ermöglichte den Studierenden so, die Antike von Homer bis in die Spätantike aus erster Hand kennenzulernen. Seine in Greifswald entstandenen Forschungen umspannten Literatur, Geschichte und Kultur der Antike. Freilich hatte er den Ruf, unbequem zu sein. Als jemand, der den Ersten Weltkrieg als einfacher Feldwebel, später als Dolmetscher mitgemacht hatte, war er zeitlebens überzeugter Pazifist, außerdem Republikaner und aktiver Gegner des Antisemitismus. Unter anderem war er Mitglied der Deutschen Friedensgesellschaft und des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus.

Unter den konservativen Greifswalder Honoratioren war Ziegler als „roter“ Professor verschrien. Die nationalsozialistisch organisierten Studenten hatten ihn rasch als einen ihrer Hauptgegner in der Professorenschaft ausgemacht. Er sah sich als Demokrat an der Universität zunehmend isoliert. Im September 1933 wurde er wegen „nationaler Unzuverlässigkeit“ entlassen und Anfang 1934 mit halbierten Bezügen in den Ruhestand versetzt. Damit verlor er auch die Dienstwohnung, das heißt, er wurde mit seiner siebenköpfigen Familie quasi auf die Straße gesetzt.

Bis 1943 lebte Ziegler in Berlin. Nach dem Verlust der Wohnung durch Bombentreffer zog die Familie nach Osterode im Harz. Während des Zweiten Weltkrieges versteckte er mehrere rassisch verfolgte Personen beziehungsweise unterstützte sie bei der Ausreise. Für seinen Mut wurde er später in Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging er nach Göttingen, wo er wieder als Wissenschaftler tätig war und sich als SPD-Mitglied in der Kommunalpolitik engagierte.

Als Wissenschaftler ist Prof. Dr. Konrat Ziegler heute noch jedem im Fach ein Begriff, unter anderem als Editor der Werke des griechischen Biographen Plutarch und als langjähriger Herausgeber eines altertumswissenschaftlichen Jahrhundertprojekts, der „Real-Encyclopädie der classischen Altertumswissenschaft“, die jeder Geschichtsstudent, auch hier in Greifswald, bis heute im Proseminar kennenlernt.


Ansprechpartnerin an der Universität Greifswald
PD Dr. Susanne Froehlich
Historisches Institut
Domstraße 9 A, 17489 Greifswald
Telefon 03834 420 3108
susanne.froehlich@uni-greifswald.de

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17.09.2021: Neues Standardwerk zur Globalgeschichte der Niederlande erschienen
Buchcover Globalgeschichte Niederlande ©Böhlau, 2021

Das Buch „Das Goldene Zeitalter global. Die Niederlande im 17. und 18. Jahrhundert“ von Prof. Dr. Michael North von der Universität Greifswald ist jetzt (2021) im Böhlau Verlag erschienen. Der Autor analysiert darin erstmals die niederländische Präsenz in der Welt, die Interaktion mit den einheimischen Gesellschaften sowie die davon ausgehenden künstlerischen Wechselwirkungen vor Ort einschließlich ihrer Rückwirkungen auf das Mutterland und Europa.

Die Niederländische Republik war in vielerlei Hinsicht einzigartig im Europa der Frühen Neuzeit. Die hohe Urbanisierung, die geringe Zahl an Analphabeten und die religiöse Toleranz waren nur einige der vielen Besonderheiten. Hierzu gehörten auch der ungewöhnlich große Kunstbesitz und die immense Produktivität der Maler, die dieser Epoche den Namen „Goldenes Zeitalter“ gab. Niederländische See- und Kaufleute verbanden, ausgehend von Nord- und Ostsee, die Weltmeere und vermittelten die Güter und künstlerische Ideen in die entlegensten Regionen. Die Leser*innen folgen auf diese Weise der Kupferstecherin Maria Sibylla Merian auf der Reise nach Surinam, erleben die Förderung niederländischer Künstler und Gelehrter durch Christina von Schweden, werden Zeugen einer wahrhaften „Hollandomanie“ in Japan und erfahren außerdem, wie Rembrandt die Kunst am indischen Mogulhof imitierte.

Das Werk ist das Ergebnis langjähriger Forschungen, die in vielfältigen Greifswalder Projekten und internationalen Kooperationen stattgefunden haben. Das Buch reflektiert somit gleichermaßen die Zusammenarbeit mit polnischen Kolleg*innen, die Kooperation mit niederländischen Kunsthistoriker*innen sowie den Austausch mit Forscher*innen in Südafrika, Indien, Vietnam, China, Japan, Brasilien und Nordamerika.

Weitere Informationen
Michael North ist seit 1995 Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Geschichte der Neuzeit an der Universität Greifswald. Seine Publikationen zur europäischen Wirtschafts-, Sozial- und Kulturgeschichte wurden in 13 verschiedene Sprachen übersetzt.

Das Goldene Zeitalter global. Die Niederlande im 17. und 18. Jahrhundert
317 Seiten, 60 meist farb. Abb., 1 Karte, Böhlau Verlag Köln, 1. Auflage 2021, ISBN: 978-3-412-50513-4

Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Michael North
Lehrstuhl für Allgemeine Geschichte der Neuzeit
Bahnhofstraße 51, 17489 Greifswald
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02.06.2021: Interdisziplinäres Forschungszentrum Ostseeraum setzt neue Maßstäbe in der Regionalforschung

Nach einer zweijährigen Konzeptphase tritt das Interdisziplinäre Forschungszentrum Ostseeraum (IFZO) in die erste Forschungsphase (2021-2026) ein. Der offizielle digitale Startschuss dazu fand am 2. Juni 2021 statt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert den übergreifenden Forschungsansatz "Fragmentierte Transformationen" mit 10,6 Millionen Euro. Als universitäre Einrichtung strebt das IFZO eine führende Rolle in der Erforschung des Ostseeraums an. Aber auch für die Vermittlung von Forschungsergebnissen und den Austausch mit den Bürgern und Bürgerinnen in der Region ist das Forschungszentrum ein kompetenter Partner für Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Die jetzt gestartete Forschungsphase des IFZO nimmt die großen gesellschaftsrelevanten Veränderungen in den Blick und untersucht, wie das Leben an, mit und von der Ostsee in den kommenden Jahren gestaltet werden kann. Wie entwickelt sich die Gesundheitsversorgung und Verwaltung in den ländlichen Räumen? Wie tragen wir zu nachhaltigem Wirtschaften bei? Wie schützen wir hierbei die Ostsee? Wie erhalten und nutzen wir die Kulturdenkmäler? Wie sichern wir unseren Energiebedarf im Einklang mit der Natur? Diese Fragen sind Teil komplexer Veränderungsprozesse, die nicht nur Mecklenburg-Vorpommern betreffen, sondern den gesamten Ostseeraum. Und nur gemeinsam mit den verschiedenen politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Wahrnehmungen und Vorstellungen der Partnerländer im Ostseeraum können diese Fragen beantwortet werden.

In der Beantwortung dieser Fragen geht das IFZO neue Wege. Dazu IFZO-Sprecher Prof. Dr. Michael North: "Interdisziplinär ist die Ostseeraumforschung bereits seit Jahrzehnten aufgestellt, allerdings nicht in der hier entwickelten Bandbreite über fünf Fakultäten mit den dazugehörigen Fachbereichen der Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften. In der Konzeptphase hat sich gezeigt, dass keines der genannten Themenfeder ohne die Expertisen aller beteiligten Wissenschaftler*innen in dieser Umfänglichkeit hätte entwickelt werden können. Die Konflikte um Nord Stream 2 sind nicht ohne die Nachhaltigkeitsdebatten und die historischen Linien wirtschaftlicher, politischer und rechtlicher Entwicklung im Ostseeraum zu verstehen. Die Erhaltung des gemeinsamen kulturellen Erbes im Ostseeraum wird ohne das Wissen über den Klimawandel am und im Meer nicht gelingen und braucht neue Konzepte der Daseinsvorsorge für nachfolgende Generationen, die sich um dieses Erbe kümmern."

Vor diesem Hintergrund stehen die beiden übergreifenden Ziele des Zentrums. Der entwickelte "Greifswalder Ansatz" soll in den interdisziplinären "Begegnungsräumen" anwendungsorientiert umgesetzt werden, um Konzept- sowie Handlungswissen zur Bewältigung von Transformationsaufgaben zu schaffen. Zweitens soll mittels neuer Vermittlungskonzepte dieses Wissen in alle Bereiche der Gesellschaft fließen. Theaterpädagogische Konzepte sollen dabei genauso helfen wie digitale Lehr- und Lernplattformen, neue satellitengestützte Kartierungen des Ostseeraums sowie Animationen von Kulturlandschaften. Darüber hinaus wird es für Politik und Verwaltung gezielt Policy Briefs und Exkursionen geben.

"Das IFZO setzt mit seinem Ansatz der Fragmentierten Transformationen neue Maßstäbe inder Regionalforschung und festigt zugleich die Institutionalisierung des Forschungsschwerpunktes Kulturen des Ostseeraums an der Universität Greifswald", freut sich Universitätsrektorin Prof. Dr. Katharina Riedel beim digitalen Startschuss für die Forschungsphase. Die Universität Greifswald unterstützt das IFZO in den kommenden fünf Jahren mit einem Eigenanteil von 1,1 Millionen Euro.

Weitere Informationen
Titel des IFZO-Forschungsprojektes

Fragmentierte Transformationen - Wahrnehmungen, Konstruktionen, Verfasstheiten einer Region im Wandel
Sprecher: Prof. Michael North
Bewilligte Teilprojekte und Sprecher*innen

Geteiltes Erbe: Kanonisierung, Konfliktbehaftete Erbschaften, Kulturlandschaften und Präsentation des kulturellen Erbes im Ostseeraum
Sprecher: Prof. Eckhard Schumacher, Sprecherin: Prof. Gesa zur Nieden

Die Energiewende im Ostseeraum: Sichtweisen, Akzeptanz, Chancen
Sprecher: Prof. Michael Rodi

Die Ambivalenz von Abschreckung und Kooperation: Herausforderungen der Sicherheitsarchitektur im Ostseeraum
Sprecherin: Prof. Margit Bussmann

Innovationen und Policy Mobilities im ländlichen Ostseeraum: Daseinsvorsorge, Finanzierungssysteme und Entrepreneurship
Sprecherin: Prof. Christine Tamásy

Neue Nationalismen: Utopische und dystopische Narrative des Neuen Nationalismus
Sprecherin: Prof. Cordelia Heß

Nachhaltigkeit im Ostseeraum: Das Ökosystem Ostsee als Nukleus einer regional integrierenden Nachhaltigkeitstransformation?
Sprecherin: Prof. Susanne Stoll-Kleemann

Raum-zeitliche Muster fragmentierter Transformationen
Sprecher: Prof. Sebastian van der Linden

Gegen-Transformationen: Neu-nationalistische Narrative als analytischer Zugang zu Transformationsprozessen im Ostseeraum
Sprecherin: Prof. Cordelia Heß

Umfang der BMBF-Förderung
10,6 Mio. EUR über 5 Jahre (01.06.2021 bis 31.05.2026)

Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Dr. Alexander Drost
Wissenschaftlicher Koordinator
Interdisziplinäres Forschungszentrum Ostseeraum (IFZO)
Bahnhofstraße 51, 17489 Greifswald
Telefon 03834 420 3341
alexander.drost@uni-greifswald.de


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31.08.2020: Lernen und Lehren in der „Virtuellen Hochschule Ostseeraum“
Symbolbild Digitales Lernen – Foto: ©Till_Junker

Mit der Corona-Pandemie haben digitale Lehr- und Lernangebote an Bedeutung gewonnen. Das digitale, internationale Lehrprojekt „Virtuelle Hochschule Ostseeraum“, das Prof. Dr. Cordelia Heß vom Lehrstuhl für Nordische Geschichte an der Universität Greifswald initiiert hat, baut auch das Angebot an englischsprachiger Lehre an der Universität aus. Es ist insbesondere für den neu entstandenen Masterstudiengang „History and Culture of the Baltic Sea Region“ und das Lehramt-Beifach „Bilinguales Lehren und Lernen“ relevant. An dem Projekt wirken Partneruniversitäten aus Stockholm, Tampere und St. Petersburg mit.

Während der Corona-Pandemie haben viele Hochschulen ganz neue digitale Lehr- und Lernangebote entwickelt. Um diesen Digitalisierungsschub auch in der internationalen Hochschulkooperation zu verankern, konzipierte der Lehrstuhl für Nordische Geschichte an der Universität Greifswald unter Prof. Dr. Cordelia Heß eine Reihe kollaborativer englischsprachiger Veranstaltungen. Das Projekt ist Teil der Internationalisierungsstrategie der Universität Greifswald. Die Zusammenarbeit der Lehrenden fließt darüber hinaus in den Greifswalder Forschungsschwerpunkt „Kulturen des Ostseeraums“ ein.

Die Veranstaltungen im Rahmen des Lehrprojekts finden in einem virtuellen Klassenraum statt. In dem gemeinsamen digitalen Raum finden Lehrende und Lernende aus Greifswald, Tampere, Stockholm und St. Petersburg trotz bestehender Reise- und Kontaktbeschränkungen zusammen. Im Wintersemester 2020/21 wird das erste Lehrmodul „Religious Mobility in the Pre-Modern Baltic Sea Region“ angeboten. In dem Modul werden Formen religiöser Mobilität im Mittelalter – in Kreuzzügen, Pilgerfahrten und Missionierungen – und ihr kulturelles Erbe in der Ostseeregion thematisiert. Der Kurs kombiniert Präsenz- und Onlinelehre. Vorlesungs- und Seminarformate werden gemeinsam von einem internationalen Lehrer*innen-Team gestaltet. Für die Studierenden bedeutet das Selbststudium mit online abrufbaren Lehreinheiten (asynchrone Lehre), Online-Sitzungen mit allen Studierenden und Lehrendenden (synchrone Lehre) sowie selbstgeplante Gruppenarbeit in internationalen Arbeitsgruppen. Sofern es die Reisebeschränkungen zulassen, wird das Angebot durch eine kursbegleitende einwöchige Exkursion abgerundet.

Eine solche transnationale Zusammenarbeit fordert auch neue Vorgehensweisen. Unterschiedliche Semesterzeiten, differierende Prüfungsregelungen und Punktevergaben sind administrative Probleme, die im Rahmen der Förderperiode gelöst werden müssen. Im Januar bewerten die Teilnehmenden und Lehrpersonen die Veranstaltungen und führen eine umfassende Evaluation durch. Im Sommersemester 2021 wird das Lehrangebot fortgeführt.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert das Teilprojekt „Religious Mobility in the Pre-Modern Baltic Sea Region“ des Lehrprojektes „Virtuelle Hochschule Ostseeraum“ des Programms „International Virtual Academic Collaboration (IVAC)“. Eine Grundfinanzierung ist durch das Programm „Landesmittel digitale Lehre“ des Landes Mecklenburg-Vorpommern gegeben.

Das Programm IVAC wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit rund 5,5 Millionen Euro unterstützt. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek betont die Bedeutung transnationaler und digitaler Lehre und Forschung angesichts der Corona-Pandemie: „Die Corona-Krise stellt Hochschulen und Wissenschaftsorganisationen vor die Herausforderung, in kurzer Zeit digitales Lehren, Lernen und Arbeiten dynamisch weiterzuentwickeln. Internationaler Austausch ist auch während der Pandemie wichtig, wir müssen ihn daher weiter fördern und mit neuen Formaten zusätzlich unterstützen.“ Und DAAD-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee betont: „In Zeiten einer globalen Pandemie stellen virtueller Austausch und digitale Zusammenarbeit zentrale Brücken zur Welt dar.“

Weitere Informationen
Projekt Virtuelle Hochschule Ostseeraum
Lehrstuhl für Nordische Geschichte an der Universität Greifswald
Pressemitteilung des DAAD
International Virtual Academic Collaboration (IVAC)


Ansprechpartner an der Universität Greifswald

Prof. Dr. Cordelia Heß
Historisches Institut
Lehrstuhl für Nordische Geschichte
Domstraße 9 A, 17489 Greifswald
Telefon +49 3834 420 3330
cordelia.hess@uni-greifswald.de

Koordinationsstelle
Paul Kirschstein
Historisches Institut
Lehrstuhl für Nordische Geschichte
Domstraße 9 A, 17489 Greifswald
baltic-e-learning@uni-greifswald.de

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24.08.2020: Greifswalder Forschungsliteraturen zum Ostseeraum jetzt auch auf Koreanisch
Buchcover der neuen koreanischen Ausgabe – Bild: @ Somyung Publishing

Das Standard-Werk „Globalizing Borderlands Studies in Europe and North America“, das Michael North und John W.I. Lee 2016 bei University of Nebraska Press herausgegeben haben, ist jetzt auch in koreanischer Übersetzung in Seoul (Korea) erschienen.

Im Sammelband beschäftigen sich Autoren*innen vergleichend mit Grenzräumen im amerikanischen Westen und der Ostseeregion. Der Austausch der indigenen Bevölkerung Nordamerikas untereinander und mit den europäischen Kolonialmächten wird ebenso diskutiert wie die Migration in den Grenzräumen zwischen Mexiko und den USA. Diese werden grenzüberschreitenden Aktivitäten in Schwedisch-Pommern, Kurland, Litauen und Weißrussland gegenübergestellt. Auf diese Weise treten die europäische und amerikanische Forschung in Dialog. Der Leser gewinnt somit Einsichten in die vielfältigen Aspekte der globalen Borderlands-Forschung sowie in die militärische, religiöse, ökonomische, politische und kulturelle Interaktion in Grenzräumen. Der Vergleich macht deutlich, dass künftige Forschungen sich vor allem mit Abgrenzungs- und Entgrenzungsprozessen befassen müssen.

Ursprünglich auf eine Kooperation zwischen der Universität Greifswald und der University of California at Santa Barbara zurückgehend, hat das Thema vor allem auch in Asien Resonanz gefunden. Das von der National Research Foundation of Korea geförderte Forschungszentrum zu „Reconciliation and Coexistence in Contact Zones“ (RCCZ) an der Chung-Ang University hat daher die Initiative ergriffen, um die Publikation in der koreanischen akademischen Welt bekannt zu machen. Es verspricht sich dadurch auch weitere Forschungskooperationen mit der Universität Greifswald, insbesondere mit dem Interdisziplinären Forschungszentrum Ostseeraum (IFZO).

Weitere Informationen
Interdisziplinäres Forschungszentrum Ostseeraum (IFZO) der Universität Greifswald
J. W.I. Lee / M. North (Hgg.), 유럽과 북미지역 접경지대 연구의 세계화, Seoul (Korea): Somyung Publishing, 2020. – ISBN: 979-11-5905-528-7. – 340 S.
J. W.I. Lee / M. North (Hgg.), Globalizing Borderlands Studies in Europe and North America. Lincoln: University of Nebraska Press, 2016. – ISBN: 978-0-8032-8562-0. – 288 S.


Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Prof. Dr. h. c. mult. Michael North
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14.05.2020: Greifswalder Historiker wird Ehrendoktor der Universität Szczecin

Professor Dr. Dr. h.c. Michael North vom Historischen Institut der Universität Greifswald wurde Ende April 2020 von der Universität Szczecin die Auszeichnung eines Doctor honoris causa verliehen. In der Begründung wird auf seine herausragenden Leistungen als international anerkannter Wissenschaftler verwiesen.

Gewürdigt werden mit der Ehrenpromotion Norths grundlegende Beiträge zur europäischen Geschichte und insbesondere zur Geschichte des Ostseeraumes. Dabei verweisen die Gutachten auf die weltweite Rezeption seiner Werke, die in 15 Sprachen erschienen sind und die sich durch eine besondere Leichtigkeit des Stils auszeichnen.

Die Ehrendoktorwürde erkennt ebenfalls den Ausbau Greifswalds zum internationalen Zentrum der Ostseeraumforschung und damit verbunden auch die enge Kooperation mit der Universität Szczecin an. So leitete der Geehrte die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Graduiertenkollegs „Kontaktzone Mare Balticum“ und „Baltic Borderlands“ und fungiert zurzeit als Sprecher des Interdisziplinären Forschungszentrums Ostseeraum (IFZO).

Über die gute Zusammenarbeit mit polnischen Wissenschaftler*innen hinaus ist Professor North vielfach in der polnischen Wissenschaftslandschaft präsent. So ist seine „Geschichte der Ostsee“ als Band 24 der Reihe „Klio w Niemczech“ mit dem Titel „Historia Bałtyku“ 2019 im Verlag Neriton erschienen. Außerdem gutachtet Professor North regelmäßig für polnische Forschungsförderungsorganisationen, insbesondere für das Narodowe Centrum Nauki.

Bereits 2014 hatte die Universität Tartu Professor North für seine Verdienste bei der Erforschung der europäischen Wirtschafts- und Sozialgeschichte zum Ehrendoktor gewählt.

 

Weitere Informationen

Zeitungsartikel zur Verleihung der Ehrendoktorwürde

Universität Szczecin

Zum Medienfoto

Das Foto kann für redaktionelle Zwecke im Zusammenhang mit dieser Medieninformation kostenlos bei der Pressestelle unter pressestelle@uni-greifswald.de angefordert werden. Bei Veröffentlichung ist der Name des Bildautors zu nennen.


Ansprechperson an der Universität Greifswald
Prof. Dr. Dr. h.c. Michael North
Lehrstuhl für Allgemeine Geschichte der Neuzeit
Historisches Institut
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19.02.2020: Gedenktafel würdigt Ernst Bernheims Werk und Wirken an der Universität Greifswald
Prof. Dr. Ernst Bernheim (Ausschnitt eines Porträts von v. Kardorff), Foto: Universität Greifswald, Kustodie
Enthüllung der Gedenktafel am Historischen Institut - Foto: Hannah Weißbrodt
Gedenktafel am Historischen Institut - Foto: Hannah Weißbrodt

Ernst Bernheim (1850–1942) prägte nicht nur die Geschichtswissenschaft, sondern auch die Geschichts- und Hochschuldidaktik und damit auch die Entwicklung des Historischen Instituts der Universität Greifswald. Er setzte sich für eine Hochschule ein, in der die Freiheit der Wissenschaft im Mittelpunkt steht. Eine Gedenktafel würdigt nun sein Schaffen. Am 19. Februar 2020 wurde die Gedenktafel am Gebäude des Historischen Instituts feierlich enthüllt. Den Festvortrag hielt Prof. em. Dr. Luise Schorn-Schütte im Krupp-Kolleg.

Überfüllte Hörsäle, sinkendes Bildungsniveau der Studierenden sowie vorwiegend wissensvermittelnde Studieninhalte: Dies sind auch heute wieder aktuelle Fragen an vielen deutschen Hochschulen. Der Greifswalder Historiker Ernst Bernheim setzte sich bereits zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts damit auseinander. Von 1883 bis 1921 war er Professor für Mittelalterliche Geschichte und Historische Hilfswissenschaft an der Universität Greifswald. 1895/96 sowie 1909 war er zudem Dekan der Philosophischen Fakultät und ab 1899 Rektor der Universität.

Als Rektor verteidigte er die Wissenschaftsfreiheit gegen den Anspruch, dass „die jungen Leute möglichst ohne Umschweife auf ihren speziellen Beruf dressiert werden“ (Rektoratsrede vom 15.05.1899). Für Bernheim setzte die Freiheit der Wissenschaft gute Lehre voraus. Er gründete die „Gesellschaft für Hochschulpädagogik“, deren Vorsitzender er wurde. Und auch sein Werk spiegelt seinen Einsatz für gute Lehre wider. Sein 1889 erstmals erschienenes „Lehrbuch der historischen Methode“ wurde in überarbeiteter Form ab 1918 als „Einleitung in die Geschichtswissenschaft“ zum Standardwerk der historischen Methode. Bis heute ist der Einfluss des Werks auf Lehrbücher zur Einführung in die Geschichtswissenschaft spürbar. Im Mittelpunkt von Bernheims historischer Methode stehen die Quellkunde und -kritik, welche nicht nur dazu dient, echte von gefälschten Quellen zu unterscheiden. Bei Bernheim spielen auch die Perspektive des historischen Autors sowie die Position des Forschenden eine wesentliche Rolle, um aus Quellen zuverlässige Rückschlüsse über die Vergangenheit zu ziehen. Dieser Ansatz wird heute als „historisches Denken“ bezeichnet. Im Geschichtsstudium wird dieses Denken durch aktives Arbeiten an Quellen im Selbststudium und in Sitzungen sowie durch praktische Beschäftigung mit den Hilfswissenschaften vermittelt. Wissensvermittelnde Studieninhalte treten bei Bernheim dagegen in den Hintergrund. 

Die Tatsache, dass die Universität Greifswald als erste deutsche Universität einen Lehrstuhl für Hochschulpädagogik erhielt, geht ebenfalls auf Ernst Bernheim zurück. Darüber hinaus unterstützte Bernheim die Lehrerfortbildung sowie lokale Bildungsvereine. Damit setzte er sich auch außerhalb der Universität für Bildung ein. Die Universität Greifswald würdigt sein Engagement nun mit einer Gedenktafel am Gebäude des Historischen Instituts.


Weitere Informationen
Enthüllung der Gedenktafel für Ernst Bernheim am 19.02.2020
Ausführliches Programm
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Ergänzt am 20.02.2020

Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Historisches Institut
Domstraße 9 a, 17489 Greifswald
Telefon +49 3834 420 3332
historisches.institut@uni-greifswald.de
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17.10.2019: Im Kampf verloren? Besitz eines Kriegers auf bronzezeitlichem Schlachtfeld entdeckt
Scrap-metal-Fund, geborgen in der Tollense (Fundplatz Weltzin 28), Foto: Volker Minkus, Copyright Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern)

Ein Forschungsteam hat im Tollensetal unweit von Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern) 31 ungewöhnliche Objekte entdeckt. Die Forscherinnen und Forscher vermuten, dass die Funde zum persönlichen Besitz eines bronzezeitlichen Kriegers gehören, der vor 3 300 Jahren auf dem Schlachtfeld starb.

Ein Tauchteam unter Leitung von PD Dr. Joachim Krüger von der Universität Greifswald entdeckte den Fundkomplex, der im Fluss offenbar von Plünderungen verschont blieb. Die geoarchäologischen Untersuchungen wurden von Dr. Sebastian Lorenz von der Universität Greifswald geleitet. Die neuen Forschungsergebnisse sind in einem Aufsatz der Zeitschrift Antiquity erschienen. Der Platz eines ehemaligen Schlachtfeldes wurde unter Leitung der Universität Göttingen und einem Team des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern sowie der Universität Greifswald untersucht.

Die archäologischen Zeugnisse der europäischen Bronzezeit werden von Siedlungen, Deponierungen und Bestattungen dominiert. Die Entdeckungen im Tollensetal in Nordostdeutschland heben sich davon völlig ab und die dortigen Funde liefern erstmals für Europa den Nachweis eines prähistorischen Schlachtfelds. Mehr als 12 000 menschliche Knochen wurden bereits aus dem Tal geborgen. Die Osteoanthropologin Ute Brinker vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege hat mehr als 140 Individuen identifizieren können; es waren junge erwachsene Männer in guter körperlicher Verfassung. Die Knochen zeigen verschiedene Verletzungen, verursacht durch Nah- und Fernwaffen. Verheilte Verletzungen weisen auf frühere Kampferfahrungen hin. Isotopenanalysen der Zähne? deuteten darauf hin, dass zumindest ein Teil der Opfer nicht aus der Region stammt, aber bislang war die Herkunft dieser Kämpfer unklar.

Die Tauchergruppe fand eine Reihe von Bronzen in ihrer originalen Fundlage am Flussgrund, darunter eine verzierte Gürteldose, drei Gewandnadeln und Pfeilspitzen. Überraschend konnten auch 31 Objekte mit einem Gewicht von 250 Gramm geborgen werden; sie lagen dicht beieinander. Vermutlich befanden sich diese in einem inzwischen zerfallenen Behälter aus Holz oder Stoff. Zu den Bronzegegenständen gehören ein Pfriem mit einem Griff aus Birkenholz, ein Messer, ein Meißel und weitere Fragmente. Radiokarbondatierungen belegen, dass die Objekte zum Schlachtfeldhorizont gehören. Die Funde wurden in einer Masterarbeit von Tobias Uhlig untersucht. Seine Ergebnisse unterstreichen, dass es in der älteren nordischen Bronzezeit (2000–1200 v. Chr.) im Tollensetal zu einem größeren gewaltsamen Konflikt von überregionaler Bedeutung gekommen ist.

Prof. Dr. Thomas Terberger vom Seminar für Ur- und Frühgeschichte der Universität Göttingen ist begeistert von den aktuellen Funden: „Dies ist die erste Entdeckung persönlicher Gegenstände auf dem Schlachtfeld, die uns Einblicke in die Ausstattung eines Kriegers geben. Die kleinen Bronzefragmente dienten wahrscheinlich als eine Art frühe Währung. Die Neufunde liefern uns auch Anhaltspunkte für die Herkunft der Männer, die an der Schlacht beteiligt waren und es mehren sich die Hinweise, dass zumindest einige der Krieger aus dem südlichen Mitteleuropa, d.h.aus den heutigen Regionen Böhmen, Mähren und Bayern stammen.“

Weitere Informationen
Originalveröffentlichung: Tobias Uhlig et al. Lost in combat? A scrap metal find from the Bronze Age battlefield site at Tollense. Antiquity (2019). DOI: 10.15184/aqy.2019.137

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Ansprechpartner

Prof. Dr. Thomas Terberger
Georg-August-Universität Göttingen
Seminar für Ur- und Frühgeschichte
Nikolausberger Weg 15, 37073 Göttingen
Telefon 0171 3565 493
thomas.terberger@phil.uni-goettingen.de
www.uni-goettingen.de/de/570533.html

PD Dr. Joachim Krüger
Universität Greifswald
Historisches Institut
Lehrstuhl für Allgemeine Geschichte des Mittelalters und Historische Hilfswissenschaften
Domstraße 9 A, 17489 Greifswald
Telefon 03834 420 3302
joachim.krueger@uni-greifswald.de
https://geschichte.uni-greifswald.de/arbeitsbereiche/ma/

 

01.10.2019: Weltgeschichte der Meere jetzt auch auf Arabisch
Buchcover: Weltgeschichte der Meere, Arabische Übersetzung (Foto: Verlag)

Das Standardwerk des Greifswalder Historikers Michael North „Zwischen Hafen und Horizont. Weltgeschichte der Meere“ wurde jetzt vom National Council for Culture, Arts and Letters in Kuwait in arabischer Sprache veröffentlicht. Damit steht das Buch neben der deutschen Ausgabe von 2016 und der estnischen Übersetzung „Sadama ja silmapiiri vahel. Maailma merede ajalugu“ (Tallinn: Varrak, 2018) in einer weiteren Sprache zur Verfügung. Ausgaben in chinesischer und englischer Sprache werden zurzeit vorbereitet.

Das Buch, das 2016 den ersten Förderpreis der Stiftung zur Förderung der Schifffahrts- und Marinegeschichte Berlin erhalten hat, schildert die Auseinandersetzung des Menschen mit den Herausforderungen und Gefahren der Ozeane und zeigt die Möglichkeiten, die sie uns eröffnen. Güter zu transportieren und damit reich zu werden oder existenzielle Nöte zu erfahren und alles zu verlieren, neue militärische Optionen zu nutzen und seine Macht über Kontinente auszudehnen – das alles war und ist bis heute mit der Beherrschung der Seefahrt, der Kunst des Schiffsbaus, der Nautik und der Herrschaft über die Seewege verbunden. Nicht zuletzt aber bildet das Meer gleichsam den Naturraum der Globalisierung, wie uns tagtäglich angesichts der Flüchtlingsströme ebenso bewusst wird wie angesichts der skrupellosen Zerstörung dieses einzigartigen Lebensraums – Prozesse, vor denen niemand die Augen verschließen kann. Über diese und viele weitere Themen informiert die Weltgeschichte der Meere.

Weitere Informationen
https://www.chbeck.de/north-zwischen-hafen-horizont/product/16562235  (2016)
https://varrak.ee/raamatud/sadama-ja-silmapiiri-vahel/ (Varrak, 2018) 
http://stiftung-zur-foerderung-von-schifffahrts-und-marine-geschichte.de/index.php/preisverleihung-2016.html (Förderpreis, 2016)
Lehrstuhl für Allgemeine Geschichte der Neuzeit


Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Prof. Dr. Dr. h. c. Michael North
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02.05.2019: „Geschichte der Ostsee“ von Professor Michael North nun auch auf Polnisch
Michael North, Historia Bałtyku, aus dem Dt. von Adam Peszke, Verlag Neriton, Warszawa 2018, ISBN 978-83-66018-16-7, Originaltitel: Geschichte der Ostsee. Handel und Kulturen © C.H. Beck OhG München 2011.

Das Standardwerk des Greifswalder Historikers Michael North „Geschichte der Ostsee. Handel und Kulturen“ wurde im April 2019 vom Verlag Neriton in polnischer Sprache als „Historia Bałtyku“ veröffentlicht. Damit steht das Buch neben der deutschen Ausgabe von 2011 in den Sprachen Englisch (Harvard University Press) und Estnisch (Kirjastus Varrak) zur Verfügung. Eine lettische und eine russische Ausgabe sind in Vorbereitung.

Der Ostseeraum war und ist eine Zone fruchtbarer Austauschbeziehungen. Hier leben seit Urzeiten verschiedene sprachliche Gemeinschaften zusammen: Germanen, Slaven, Balten und Finnen, die sich im Mittelalter, zum Teil aber auch erst in der Neuzeit, zu Völkern und Staaten entwickelt haben. Gleichzeitig war der Ostseeraum Schauplatz eines intensiven Austausches auf allen Ebenen des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens. So entstanden supranationale Kulturen wie die der Wikinger und der Slaven oder der Hanse. Aber auch die Niederlandisierung im 16./17. Jahrhundert sowie die Sowjetisierung im 20. Jahrhundert prägten den Ostseeraum. Das Standardwerk „Geschichte der Ostsee. Handel und Kulturen“ beleuchtet die expandierende Ostseeregion historisch von den Wikingern bis zur EU-Ostseeraum-Strategie. Im Mittelpunkt des Buches stehen die vielfältigen Formen ökonomischer, kultureller und politischer Interaktion an der und um die Ostsee.

Die polnische Übersetzung ist als Band 24 der Reihe „Klio w Niemczech“ erschienen, die vom Deutschen Historischen Institut in Warschau herausgegeben wird. Ihr Ziel ist, Standardwerke der deutschen Geschichtsschreibung einer breiten polnischen Leserschaft zugänglich zu machen. In den letzten Jahren wurden in dieser Reihe Werke von prominenten deutschen Historikern wie Dieter Langewiesche, Gottfried Schramm, Karin Hausen, Heinz Schilling oder Ulrich Herbert veröffentlicht.


Weitere Informationen
Michael North ist seit 1995 Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Geschichte der Neuzeit an der Universität Greifswald. Seine Publikationen zur europäischen Wirtschafts-, Sozial- und Kulturgeschichte wurden in 13 verschiedene Sprachen übersetzt.


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Prof. Dr. Dr. h. c. Michael North
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08.02.2019: Webmoritz - Was macht mein*e Dozent*in eigentlich beruflich?

Diese Frage haben wir uns in letzter Zeit in der Redaktion häufiger gestellt. Als Student*in vergisst man manchmal, dass die Lehre nur einen Aspekt der Uni ausmacht. Und selbst wenn man ahnt, womit sich der*die ein*e oder andere Dozent*in und seine*ihre Arbeitsgruppe in dem eigenen Studienfach beschäftigen, so bleibt es oft bei dieser groben Idee. In den Arbeitsalltag anderer Fakultäten oder sogar Institute erhält man selten einen Einblick. Wir fragen nicht mehr nur uns: „Was macht mein*e Dozent*in eigentlich sonst so beruflich?“, sondern fragen diese einfach selbst. Zum Beispiel Prof. North aus der Geschichte.

10.01.2019: Goldenes Zeitalter jetzt auch auf Chinesisch

Das Standardwerk des Greifswalder Historikers Michael North „Das Goldene Zeitalter. Kunst und Kommerz in der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts“ wurde jetzt vom Zhejiang University Press Verlag in chinesischer Sprache veröffentlicht. Damit steht das Buch neben den deutschen Ausgaben von 1992 und 2001 in den drei Sprachen Englisch, Türkisch und Chinesisch zur Verfügung.

Die Niederlande waren im 17. Jahrhundert ein Land der Superlative: jährlich wurden 70 000 Bilder gemalt, 110 000 Stück Tuch produziert und 200 Millionen Gulden an Volkseinkommen erwirtschaftet. Hinter diesen nackten Zahlen verbirgt sich eine Gesellschaft, die im damaligen Europa ihresgleichen suchte. Die höchste Urbanisierung, die geringste Zahl an Analphabeten, der ungewöhnlich große Kunstbesitz, das ausgebaute soziale Netz und die religiöse Toleranz sind nur einige der Merkmale, die die Einzigartigkeit der Niederlande im „Goldenen Zeitalter“ ausmachten.

In seinem Buch analysiert Michael North die ökonomischen, sozialen und künstlerischen Voraussetzungen der niederländischen Malerei des „Goldenen Zeitalters“. Er zeigt, wie in dieser wirtschaftlichen und kulturellen Blütezeit Kunst und Kommerz aufs engste miteinander verknüpft waren. Der deutschen Ausgabe von 1992 folgte die englische „Art and Commerce in the Dutch Golden Age“ (1997) bei Yale University Press, die weltweit als Textbook verwendet wird. Eine zweite deutsche Auflage (2001) und eine türkische Version (Hollanda Altın Çağı'nda Sanat ve Ticaret. Istanbul: İletişim Yayınları 2014) kamen hinzu.

Michael Norths Buch inspirierte auch die Ausstellung „Die Geburt des Kunstmarktes. Rembrandt, Ruisdael, van Goyen und die Künstler des Goldenen Zeitalters“. Die von Franz Wilhelm Kaiser zusammen mit dem Autor kuratierte Ausstellung war vom 23. September 2017 bis zum 7. Januar 2018 im Bucerius Kunst Forum in Hamburg zu sehen.


Weitere Informationen
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03.01.2019: ZEIT Campus Online Quiz - Beat the Prof: Prof. North
Ostseezeitung Greifswald (14.01.2019)

Seit wann bezahlen wir mit Geldscheinen?

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Heute tauschen wir ganz selbstverständlich Euro gegen Dinge und Dienstleistungen. Aber wie war das früher? Neun Fragen zum Geld, die nur ein paar Minuten kosten.

 

09.11.2018: Greifswalder Gedenken 80. Jahrestag „Kristallnacht“

Heute vor 80 Jahren, in der Nacht vom 9. auf den 10. November, organisierten SA-Truppen und Angehörige der SS gewalttätige Übergriffe auf die jüdische Bevölkerung. Mehrere hundert Synagogen wurden in Brand gesetzt, mindestens 8000 jüdische Geschäfte zerstört sowie zahllose Wohnungen verwüstet.

Anlässlich dieses geschichtsträchtigen Tages haben wir uns mit Prof. Dr. Cordelia Heß vom Historischen Institut und dem schwedischen Journalisten Kaj Schueler getroffen und über Stolpersteine und Erinnerungskultur gesprochen.

Heute um 17:00 Uhr gibt es einen Vortrag im Rathaus der Stadt. Kaj Schueler hält einen Vortrag mit dem Titel „Der 9. November 1938 in meiner Familiengeschichte“. Moderiert wird die Veranstaltung von Prof. Dr. Cordelia Heß.

Und um 20:00 Uhr gibt es in der Aula der Universität das Konzert „Hebräische Gesänge“ – Lieder und Balladen von Carl Loewe.

Weitere Infos gibt es unter: https://www.uni-greifswald.de/…/greifswalder-gedenken-80-j…/

Siehe auch: https://www.facebook.com/Uni.Greifswald.de/videos/254362202101034/

21.09.2018: Universität Greifswald ehrt Professor Eduard Norden (1868–1941)
Gedenktafel für Eduard Norden - Foto: Magnus Schult
Eduard Norden - Foto: Archiv

Das Historische Institut der Universität Greifswald ehrt den früheren Greifswalder Professor Eduard Norden (1868–1941). anlässlich seines 150. Geburtstags am 21. September 2018. Zur Erinnerung an den Philologen wurde ein Gedenktafel am Institutsgebäude auf dem historischen Campus in der Greifswalder Innenstadt enthüllt.

Berühmt wurde Eduard Norden als Professor der Universität Greifswald von 1893 bis 1899, da er sein epochemachendes Werk über die antike Kunstprosa in seiner Greifswalder Zeit publizierte. Das Werk zählt zu den Standardwerken der Klassischen Philologie. Daneben fasste er mit seinem Greifswalder Kollegen Alfred Gercke den Plan zu dem Grundlagenwerk „Einleitung in die Altertumswissenschaft“ für Studierende. Norden, nachmaliger Rektor der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin (heute Humboldt-Universität zu Berlin), war schon zu Lebzeiten "einer der bekanntesten Latinisten der Welt" (so der Präsident der Universität Princeton bei Nordens Ehrendoktorverleihung 1936).

Eduard Norden lernte in Greifswald  seine Ehefrau Marie Schultze – eine Tochter des Greifswalder Bürgermeisters Richard Sigmund Schultze (1831–1916) - kennen. So blieb Norden auch später der Stadt stets verbunden.

Der Altertumswissenschaftler wurde als Sohn jüdischer Eltern im ostfriesischen Emden geboren, konvertierte später zum Christentum. Antisemitische Anfeindungen blieben ihm in Berlin als Rektor zunächst erspart. Mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten wurde allerdings auch er  zum „Staatsbürger 2ter Klasse“ erklärt. Nach und nach wurde er aus allen Gremien, denen er angehörte, gedrängt. Ende 1935 wurde ihm dann die Lehrbefugnis an der Universität entzogen. Wenige Wochen vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges, konnte er mit seiner Frau in die Schweiz emigrieren. Geistig gebrochen und körperlich erschöpft  verstarb Norden 1941 in Zürich.

Der Nachlass Eduard Nordens wurde Olaf Schlunke für das Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) erschlossen. Die Tafel am Gebäude des Historischen Instituts der Universität  versteht sich auch als Beitrag dazu, auf eine Tradition herausragender Forschung in Greifswald hinzuweisen. 

Mehr Informationen zu Eduard Norden und anderen bedeutetenden Altertumswissenschaftlern finden Sie auf  www.uni-greifswald.de/local-heroes

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Kurz-URL: http://tinyurl.com/yddmwqlc 
#geschichte #tradidtion #forschung #gedenken

Kontakt an der Universität Greifswald
Dr. Susanne Froehlich
Universität Greifswald
Arbeitsbereich Alte Geschichte
Domstraße 9a, 17489 Greifswald
Telefon +49 (0)3834 420 3103
susanne.froehlichuni-greifswaldde

16.05.2018: wissenlocktmich an die Universität Greifswald - Dr. Susanne Froehlich

#wissenlocktmich an die Universität Greifswald - heißt es für die wissenschaftliche Mitarbeiterin am Historischen Institut im Fachbereich Alte Geschichte Dr. Susanne Froehlich. Wir haben Frau Froehlich im Uni-Alltag begleitet und wollten mehr über ihren Forschungsschwerpunkt Griechische Geschichtsschreibung, Epigraphik und Stadttore im römischen Reich wissen. Im Video gibt sie bei Inschriftenlesungen im Greifswalder Dom oder dem alten Stadtfriedhof ganz besondere Einblicke in das Geschichtsstudium an der Uni Greifswald und hat gleichzeitig noch ein paar Tipps parat gegen Prüfungsstress.

Geschichte kann man bei uns auf Bachelor of Arts studieren sowie auf Lehramt. Für Lehramt an Gymnasien kann man sich noch bis zum 15. Juli bewerben. Alle Infos zum Geschichtsstudium gibt es auf der Seite des Historischen Instituts.

Wissen lockt Studierende, Lehrende und Forschende seit 1456 an die Universität Greifswald. Dabei sind die individuellen Geschichten so bunt und vielfältig wie die Graffitimalerein an den Wänden unseres alten Karzers. Mehr Geschichten, z. B. von Dr. Dirk Mellis und Norman Lippert, gibt es unter #wissenlocktmich

01.02.2018: Stipendiat der Humboldt-Stiftung forscht am Historischen Institut in Greifswald
Prof. Dr. Marten Seppel – Foto: Magnus Schult, Universität Greifswald

Der estnische Wissenschaftler Prof. Dr. Marten Seppel hat im Januar einen einjährigen Forschungsaufenthalt an der Universität Greifswald begonnen. Im Rahmen eines Humboldt-Forschungsstipendiums für erfahrene Wissenschaftler ist er bei Prof. Dr. Dr. h.c. Michael North am Historischen Institut zu Gast. Er forscht zum Thema „Leibeigenschaft im frühneuzeitlichen Europa“.

Professor Seppel ist Assoziierter Professor für Frühneuzeitliche Geschichte an der Universität Tartu in Estland. Nach seinem Geschichtsstudium in Tartu und Cambridge hat er in Estland promoviert. Im Anschluss führten ihn Gastaufenthalte als Wissenschaftler und Postdoktorand nach Göttingen, Konstanz, London und Schweden. An der Universität Tartu war Marten Seppel mehrere Jahre als Lektor für Neuere Geschichte tätig. Dort wurde ihm 2015 der Titel Associate Professor verliehen. Seine Forschungsschwerpunkte sind die ostelbische Leibeigenschaft und Gutswirtschaft in der frühen Neuzeit, Hungersnöte in Nordeuropa und Aspekte der frühneuzeitlichen Staatsbildung wie zum Beispiel Kameralismus, Medizin, Hungerhilfe oder Agrarpolitik.

Das Humboldt-Forschungsstipendium für erfahrene Wissenschaftler ermöglicht hoch qualifizierten, promovierten ausländischen Nachwuchswissenschaftlern, ein Forschungsvorhaben eigener Wahl in Deutschland durchzuführen. Professor Seppel wird während seines Forschungsaufenthalts eine Wahrnehmungsgeschichte der Leibeigenschaft verfassen. Dafür wird er die Ideen und Ideologien der Leibeigenschaft und deren Verbreitung im Zeitraum 16. bis 18. Jahrhundert untersuchen. Im Mittelpunkt seiner Studie stehen die administrativen und öffentlichen Debatten über Leibeigenschaft in den Regionen am südlichen und östlichen Rand der Ostsee von Pommern über Ostpreußen und Livland bis nach Russland.

Enge Kontakte zwischen Professor North vom Historischen Institut und Wissenschaftlern aus Tartu waren ausschlaggebend für Professor Seppels Entscheidung, die Universität Greifswald als Forschungsstätte auszuwählen. „Professor North verfügt über umfangreiche Expertise im Bereich der ostelbischen Gutswirtschaft. Daher war es für mich ein logischer Schritt, ihn zu kontaktieren, als ich mich für das Humboldt-Stipendium beworben habe“, begründet er seine Wahl. Und auch die Archive und Bibliotheken in Greifswald und Umgebung bieten ihm ideale Bedingungen zum Erfassen und Analysieren des Quellenmaterials. Gleichzeitig genießt er das Arbeiten in einer kleinen Stadt: „Ich fühle mich hier sehr heimisch. Greifswald ist ruhig im besten Sinne. Die Stadt erinnert mich an die schönsten Plätze in meiner Heimatstadt Tallinn sowie in Tartu, wo ich die letzten zwanzig Jahre gelebt habe.“

Das Historische Institut heißt seinen Gast willkommen und freut sich auf spannende Impulse für die Forschung. „Wir sind stolz, dass mit Herrn Professor Seppel ein weiterer international ausgewiesener Spitzenforscher das Historische Institut in Greifswald für seinen Humboldt-Forschungsaufenthalt gewählt hat. Dies zeigt, dass wir international wahrgenommen werden und Greifswald als Standort der historischen Ostseeraumforschung für Wissenschaftler aus dem Ausland attraktiv ist“, freut sich Gastgeber Prof. Michael North, Geschäftsführender Direktor des Historischen Instituts.


Weitere Informationen

Die Alexander von Humboldt-Stiftung ermöglicht jährlich über 2 000 Forscherinnen und Forschern aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. Die Stiftung pflegt ein Netzwerk von weltweit mehr als 28 000 Humboldtianern aller Fachgebiete in über 140 Ländern – unter ihnen 55 No-belpreisträger.

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Ansprechpartner an der Universität Greifswald

Prof. Dr. Dr. h.c. Michael North
Geschäftsführender Direktor
Historisches Institut
Domstraße 9 A
17489 Greifswald
Telefon 03834 420 3309
historisches.institut(at)uni-greifswald(dot)de
Historisches Institut Greifswald

Prof. Dr. Marten Seppel
Telefon 03834 420 3309
marten.seppel(at)uni-greifswald(dot)de
http://ut-ee.academia.edu/MartenSeppel 

30.01.2018: Fachtagung zur Antisemitismusforschung in den nordischen Ländern

Verglichen mit anderen Ländern – insbesondere den Vereinigten Staaten, Deutschland und Israel – ist Antisemitismusforschung in Skandinavien auf institutioneller und personaler Ebene eher ein Randthema. Dies betrifft insbesondere Forschung außerhalb der Themen Faschismus, Zweiter Weltkrieg und Holocaust. Zudem bleibt die historische Entwicklung antijüdischer Stereotypen im Vergleich zu anderen Vorurteilen und Minderheitengruppen in Skandinavien relativ unzureichend erforscht, wie auch insgesamt die jüdische Geschichte an den Universitäten nur schwach vertreten ist.

Die Tagung untersucht, welche Forschungsstrategien und politischen Forderungen in Bezug auf Antisemitismusforschung bestehen oder in Zukunft notwendig sind. Es geht um eine Bestandsaufnahme der Rahmenbedingungen und um die Zukunftsaussichten des Forschungsfelds, sowohl inhaltlich als auch hinsichtlich der institutionellen Unterstützung. Diese Fragen diskutieren Forscher aus Norwegen, Dänemark, Schweden und Finnland. Dazu stellen Nachwuchswissenschaftler ihre Forschungsprojekte zum Thema vor. Die Konferenz beschäftigt sich nicht primär mit dem Sammeln von Wissen über Antisemitismus in Skandinavien, dessen Ausbrüchen und Formen, historische Dimensionen oder wie dieser bekämpft werden kann.

Zum Abschluss der Tagung findet am 7. Februar um 18:00 Uhr ein öffentlicher Abendvortrag im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg statt. Der Historiker Prof. David Feldman aus London spricht über „Die Bedeutung von Antisemitismus in Großbritannien“.

Zuhörer sind zu allen Konferenzveranstaltungen herzlich willkommen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei.

Die Konferenz ist eine Kooperation des Lehrstuhls für Nordische Geschichte, des Historischen Instituts der Universität Göteborg und des Zentrums für jüdische Studien an der Universität Uppsala. Sie wird gefördert vom schwedischen Vetenskapsrådet.

Weitere Informationen
Link zum Programm
Link zum Abendvortrag im Krupp-Kolleg
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Ansprechpartnerin an der Universität Greifswald
Prof. Dr. Cordelia Heß
Historisches Institut
Domstraße 9 A, 17489 Greifswald
Telefon +49 3834 420 3330
cordelia.hess(at)uni-greifswald(dot)de

18.12.2017: Eine Fußnote der Emanzipation? Antijüdische Ausschreitungen in Stockholm 1815–1838
Prof. Dr. Cordelia Heß - Foto: Till Junker

Am Montag, 18.12.2017, hält Prof. Dr. phil. Cordelia Heß in der Reihe Universität im Rathaus einen Vortrag zum Thema „Eine Fußnote der Emanzipation? Antijüdische Ausschreitungen in Stockholm 1815-1838“. Der Vortrag beginnt um 17:00 Uhr im Bürgerschaftssaal des Greifswalder Rathauses.

Die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts war in Schweden geprägt von Auseinandersetzungen um Pressefreiheit, die Verfassung und Liberalisierungen des Wirtschaftssystems – und um die bürgerliche Gleichstellung der nur etwa 900 Jüdinnen und Juden, die seit zwei oder drei Generationen im Land lebten. Die im Reichstag vertretenen Stände diskutierten immer wieder die gesetzlichen Regelungen für diese verschwindend kleine, wohlhabende Gruppe, und lehnten eine Gleichstellung immer wieder ab. Das andauernde Ringen zwischen den Ständen und der Tagespresse einerseits und dem König und einigen liberalen Staatsräten andererseits kulminierte im Sommer 1838 in Ausschreitungen gegen jüdische Wohnhäuser in Stockholm – die ersten und nahezu einzigen physischen Angriffe auf jüdisches Eigentum in Schweden überhaupt.

Relevant für eine Wissensgeschichte des Antisemitismus sind in dieser kaum beachteten Episode vor allem drei Aspekte: die Rolle der Medien und einer medialen Öffentlichkeit in Stockholm bei der Konstruktion der jüdischen Minderheit zuerst als Thema, dann als Problem; die Argumente, die gegen die Liberalisierung des Judenregiments vorgebracht werden; und die Reaktionen auf die Ausschreitungen, in denen die Differenz deutlich wird zwischen den antijüdischen Phantasien, die die Ablehnung der Emanzipation speisen, und der Akzeptanz der bereits im Land lebenden Juden und Jüdinnen.

Universität im Rathaus
Vortrag von Prof. Dr. Cordelia Heß
Montag, 18.12.2017, 17:00 Uhr
Bürgerschaftssaal des Greifswalder Rathauses

Weitere Informationen

Die Universität im Rathaus wird von der Universität Greifswald in Zusammenarbeit mit der Universitäts- und Hansestadt Greifswald organisiert. Der Eintritt ist kostenfrei und der Raum für Rollstuhlfahrer erreichbar.

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Ansprechpartner

Referentin
Prof. Dr. Cordelia Heß
Philosophische Fakultät
Historisches Institut
Domstraße 9 A
17489 Greifswald
Telefon 03834 420 3330
cordelia.hess(at)uni-greifswald(dot)de

Für die Medien
Presse- und Informationsstelle
Domstraße 11
17489 Greifswald
Telefon 03834 420 1150
pressestelle(at)uni-greifswald(dot)de

Veranstalter der Reihe „Universität im Rathaus“
Prof. Dr. Matthias Schneider
Institut für Kirchenmusik und Musikwissenschaft
Bahnhofstraße 48/49
17489 Greifswald
Telefon 03834 420 3525
matthias.schneider(at)uni-greifswald(dot)de 

18.07.2017: Umzug ins sanierte Historische Institut der Universität Greifswald beginnt
Foto: Kilian Dorner

Am Montag, 17. Juli 2017, begann der Umzug der Studierenden und Mitarbeitenden des Historischen Instituts in das sanierte Gebäude Domstraße 9 A. Der Betrieb für Bau- und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern (BBL) hat von 2015 bis 2017 das denkmalgeschützte Bauwerk für 4,5 Millionen Euro saniert. Fast alle Lehrstühle des Historischen Instituts werden dort untergebracht sowie zwei Hörsäle und drei Seminarräume.

Nachdem mehrere größere Putzstücke herabgefallen waren und sich deutliche Risse in der Außenwand zeigten, wurde das Gebäude im Jahre 2010 untersucht. Aus Sicherheitsgründen wurde es im selben Jahr komplett gesperrt.

Im Juli 2015 begann die Sanierung und Ende Juni 2017 konnte das Gebäude an die Universität übergeben werden. Die ursprünglichen Stilelemente des denkmalgeschützten Gebäudes aus dem Jahr 1911 blieben weitestgehend erhalten. So wurde zum Beispiel das alte Gestühl im Hörsaal aufgearbeitet und das historische Farbkonzept übernommen. Überraschender Blickfang ist die Deckenmalerei über dem Treppenhaus. Neu sind ein Aufzug sowie eine Rampe vor dem Eingangsbereich, damit kann das Gebäude barrierefrei erreicht und genutzt werden. Auch Küchen sowie komplett neue Sanitäranlagen gehören zur Ausstattung. Zudem wurde eine Außentreppe als zweiter Rettungsweg gebaut. Die Bibliothek musste mit der Schließung im Jahr 2010 verlegt werden. Sie befindet sich jetzt in der Bereichsbibliothek am Campus Loefflerstraße. Die Bibliotheksräume im Historischen Institut wurden zu Büroräumen umgebaut.


Weitere Informationen

Insgesamt wurden 34 Bauaufträge vergeben, davon alleine 27 an Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern.

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Ansprechpartner an der Universität Greifswald

Presse- und Informationsstelle
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17489 Greifswald
Telefon 03834 420 1150
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01.06.2017: Greifswalder ist neuer Ehrendoktor an der Universität Helsinki
Prof. Dr. Dr. h.c. Jens E. Olesen

Dem langjährigen Lehrstuhlinhaber und Ordinarius für Nordische Geschichte, Prof. Dr. Jens E. Olesen, wurde Ende Mai 2017 die Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät der Universität Helsinki verliehen. Anlässlich der 100-jährigen Selbstständigkeit Finnlands sowie dem Beginn der Reformation vor 500 Jahren wurden mehrere Ehrendoktorwürden verliehen. Auch der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel wurde in Abwesenheit die hohe Ehre zu Teil.

Während der mehrstündigen Zeremonie in der großen Aula waren viele Hundert Doktorinnen und Doktoren anwesend. Professor Olesen wurden feierlich die Urkunde und die Doktorinsignien – ein Schwert und ein Hut – überreicht. „Ich bin sehr gerührt. Die Atmosphäre in der altehrwürdigen Aula der Universität war toll. So etwas erlebt man nicht alle Tage“, sagte der Historiker.

Die Universität Helsinki, im Jahre 1640 gegründet, ist die älteste Universität Finnlands. Sie pflegt mit der Überreichung der Universitätsinsignien eine mehrhundertjährige Tradition. Das Schwert steht symbolisch für die Verteidigung der Wissenschaften. In seiner Dankesrede ging Professor Olesen auf die zentrale Bedeutung der Universitäten für die Aufrechterhaltung der freien und kritischen Meinungsbildung sowie auf Aspekte der langen und heroischen Geschichte Finnlands ein.

Prof. Dr. Jens E. Olesen forscht und lehrt seit 1996 skandinavische und finnische Geschichte an der Universität Greifswald. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören unter anderem die dänischen und schwedischen Kreuzzüge, die Kalmarer Union von 1397 bis 1520 und die nordische Geschichte des 19. Jahrhunderts. Professor Olesen pflegt seit langem Kooperationen mit Kollegen an der Universität Helsinki und mit anderen Universitäten und Forschungsinstitutionen in Finnland und Skandinavien. Er hat den Dialog mit den baltischen Ländern aktiv vorangetrieben.

 

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04.01.2017: Grenzüberschreitung – deutsch-amerikanisches Buch über Grenzen erschienen
Prof. Dr. Dr. h.c. Michael North - Foto: Kilian Dorner

Doktoranden und Professoren aus Greifswald und Santa Barbara (USA) haben einen gemeinsamen Sammelband veröffentlicht. Die Autorinnen und Autoren vergleichen Grenzräume in der Antike, im amerikanischen Westen und in der Ostseeregion. Die Publikation „Globalizing Borderlands Studies in Europe and North America“ erschien in der Reihe „Borderlands and Transcultural Studies“ bei University of Nebraska Press. Herausgeber sind die Professoren John W.I. Lee (University of California at Santa Barbara) und Michael North (Universität Greifswald).

Der Vergleich von Grenzräumen in verschiedenen Regionen der Welt und zu unterschiedlichen Zeiten gibt Einblicke in die militärische, religiöse, ökonomische, politische und kulturelle Interaktion in diesen Räumen. Deutlich wird auch, dass Abgrenzungs- und Entgrenzungsprozesse eine wichtige Rolle spielen und wissenschaftlich genauer untersucht werden müssen. Dies betrifft unter anderem die durch die EU-Osterweiterung entstandenen neuen Außengrenzen gegenüber Russland, aber ebenso die Abschottung der USA. gegenüber Mexiko. Sie werden nicht nur durch die tagesaktuelle Politik bestimmt, sondern auch durch langlebige Deutungs- und Verhaltensmuster.

In dem Band findet daher der Austausch der indigenen Bevölkerung Nordamerikas untereinander und mit den europäischen Kolonialmächten ebenso Beachtung wie die Migration in den Grenzräumen zwischen Mexiko und den USA. Diese werden mit grenzüberschreitenden Aktivitäten in Schwedisch-Pommern, Kurland, Litauen und Weißrussland kontrastiert. Ein Vergleich mit dem Römischen Reich zeigt die lange Kontinuität imperialer Grenzziehungen.

Seit 2010 arbeiten das Greifswalder Internationale Graduiertenkolleg Baltic Borderlands: Shifting Boundaries of Mind and Culture in the Borderlands of the Baltic Sea Region und die Ancient Borderlands Research Focus Group der University of California at Santa Barbara zusammen. Jüngstes Ergebnis ist der herausgegebene Band, mit dem die europäische und amerikanische Forschung zum Thema in einen Dialog treten. Dies ist auch das Ziel der regelmäßig in Santa Barbara und Greifswald stattfindenden Konferenzen. So wird Greifswald vom 3. bis zum 5. Mai 2017 Gastgeber der Tagung Unjust Borderlands: Injustice and Cultural Bordering sein.

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J. W. I. Lee/M. North (Hg.), Globalizing Borderlands Studies in Europe and North America.
Lincoln: University of Nebraska Press, 2016. – ISBN: 978-0-8032-8562-0. – 288 S.; $ 60.00
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Inhaltsübersicht

 

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Sprecher des Internationalen Graduiertenkollegs „Baltic Borderlands“
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GK Baltic Borderlands

08.12.2016: Jacob Wallenius – Ein autobiografischer Einblick in die schwedische Universität Greifswald

08.12.2016: Jacob Wallenius – Ein autobiografischer Einblick in die schwedische Universität Greifswald

Buchcover - Foto: Jan Meßerschmidt

„Jacob Wallenius. Einige Begebenheiten meines Lebens“ so lautet der Titel der jüngsten Ausgabe der von Prof. Jens E. Olesen herausgegebenen Publikationen des Lehrstuhls für Nordische Geschichte. Herausgeber der Autobiographie des Schweden Jacob Wallenius (1761–1819) ist Dr. Dirk Alvermann, der Archivar der Universität Greifswald. Die Autobiographie gehört zu den wenigen literarisch anspruchsvoll gestalteten Selbstzeugnissen aus der Zeit von Schwedisch-Pommern. Immer wieder gewährt Wallenius in seiner Niederschrift auch einzigartige Einblicke in das akademische Leben der Universität Greifswald.

Jacob Wallenius entstammt einer schwedischen Pfarrersfamilie aus Uppland. Nach dem Studium in Uppsala ließ er sich 1785 in Greifswald nieder. Hier wirkte er ab 1786 als Vizebibliothekar der Akademischen Bibliothek, später als Professor für deutschen Stil, Ästhetik, Latinität und alte Sprachen. Im Jahre 1810 wurde er als Pastor nach Patzig auf Rügen berufen.

Die Autobiographie umfasst Wallenius‘ Jugendjahre in Schweden und seine Erlebnisse in Pommern und Mecklenburg bis zum Jahr 1800. Sie vermittelt Einblicke in Alltag und Kultur des städtischen und akademischen Milieus in Greifswald und Stralsund und der damals hier lebenden Schweden. Ausführlich beschreibt Wallenius den akademischen Betrieb seiner Zeit, das Alltagsleben, die Karriereträume und auch die wirtschaftlichen Sorgen junger Dozenten, die den heutigen gar nicht so unähnlich sind.

Besondere Aufmerksamkeit widmet er der Erzählung seiner Privatfehden mit dem schwedischen Philosophen Thomas Thorild, der 1795 nach Greifswald berufen wurde. Thorild bekam den Posten als Bibliotheksdirektor, auf den Wallenius spekuliert und ausdauernd hingearbeitet hat. Eingebunden in seine persönlichen Befindlichkeiten gewährt er interessante Einblicke in die Machtkämpfe und Intrigengeflechte am damaligen Regierungssitz Stralsund, zu dessen schwedischen Protagonisten er enge Beziehungen unterhielt.

Immer wieder lässt er auch tagespolitische Themen, etwa den russisch-schwedischen Krieg 1788–1790 oder die Ermordung Gustavs III. 1792, in seine Darstellung einfließen und beschreibt die Echos dieser Ereignisse in Greifswald.

Mit besonderer Intensität beschreibt Wallenius seine Zeit als Privatlehrer der mecklenburgischen Prinzessin Luise Charlotte in Ludwigslust und Schwerin. Die kurzzeitige Verlobte des schwedischen Königs Gustav Adolf IV. (die Verlobung wurde später aus politischen Gründen aufgelöst) unterrichtete er in schwedischer Sprache und Geschichte.

Wallenius‘ Autobiographie ist nicht nur eine wertvolle kulturgeschichtliche Quelle, sondern auch eine spannende und unterhaltsame Lektüre. Nach den Lebenserinnerungen des Greifswalder Juristen Augustin von Balthasar (1701–1786) ist Wallenius‘ Werk die zweite Autobiographie eines Greifswalder Professors, die Dr. Dirk Alvermann herausgegeben hat. Das Buch ist in der Reihe der Publikationen des Lehrstuhls für Nordische Geschichte als Band 22 erschienen.

Weitere Informationen
Jacob Wallenius. Einige Begebenheiten meines Lebens, hg. v.  Dirk Alvermann (Publikationen des Lehrstuhls für Nordische Geschichte, Band 22), Greifswald 2016, ISBN 978-3-86006-445-0

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Ansprechpartner an der Universität Greifswald

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Prof. Dr. Jens E. Olesen 
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24.11.2016: Dr. Jenny Linek erhält Genderpreis 2016

Der Genderpreis der Universität Greifswald wurde in diesem Jahr an Georg Brosche und Dr. Jenny Linek vergeben. Rektorin Prof. Dr. Johanna Eleonore Weber überreichte die Preisurkunden am 23. November 2016. Mit diesem Preis werden jährlich wissenschaftliche Arbeiten ausgezeichnet, die die Geschlechterperspektive in besonderer Weise berücksichtigen.

Dr. Jenny Linek hat eine Promotionsarbeit in Neuerer Geschichte eingereicht; ihr Thema „Politik und Praxis der Prophylaxe in der DDR unter besonderer Berücksichtigung der Geschlechterperspektive“. In der DDR galt eine Egalität des Geschlechterbildes, und diese war somit auch in der Prophylaxe und Gesundheitsfürsorge zu erwarten. Jenny Linek untersuchte unter anderem sogenannte Ego-Dokumente, also Eingaben und Beschwerden von Privatpersonen, die beim Gesundheitsministerium der DDR oder dem Deutschen Hygiene-Museum eingereicht wurden. Frau Linek hat sich mit diesen DDR-spezifischen Archivquellen innovativ unter gendergeschichtlichem Blickwinkel auseinandergesetzt. Im Ergebnis stellt Dr. Linek fest, dass die für die Gesundheitspolitik verantwortlichen Leitungskader eine Ignoranz gegenüber präventiven Anliegen an den Tag legten und die Gesundheitserziehung insgesamt eher belächelt wurde, da sie an der Lebenswirklichkeit der Menschen vorbei agierte. Es wird in der Arbeit gezeigt, dass ostdeutsche Frauen den ostdeutschen Männern in der Gesundheitsfürsorge beispielsweise in Bezug auf Zigaretten- und Alkoholkonsum sowie ungesunde Ernährung ähnlicher waren als den westdeutschen Frauen. Am Thema wird auch das Spannungsfeld zwischen männlicher Hegemonie und weiblicher Emanzipation aufgezeigt.
Die Arbeit wurde in beiden Gutachten mit der Note magna cum laude bewertet und ist inzwischen unter dem Titel Gesundheitsvorsorge in der DDR zwischen Propaganda und Praxis im Franz Steiner Verlag erschienen.

Der Genderpreis wird jährlich einmal von Rektorat und der Senatsgleichstellungskommission der Universität Greifswald vergeben. Eingereicht werden können aktuelle wissenschaftliche Abschlussarbeiten sowie Promotionsarbeiten aus allen Fakultäten der Universität Greifswald einschließlich der Universitätsmedizin.


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Ansprechpartnerin an der Universität Greifswald
Ruth Terodde
Gleichstellungsbeauftragte

17.11.2016: Melina Hubel erhält den Förderpreis der Sparkasse Vorpommern

Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung der polnischen Kulturwoche „polenmARkT“ erhielt Frau Melina Hubel am 17. November 2016 im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald den Förderpreis der Sparkasse Vorpommern. Die ihrer Bachelorarbeit befasste sich Frau Hubel mit der Auswertung von Auschwitz-Zeugnissen von Vrba-Wetzler und Witold Pilecki. Der Förderpreis „Für Verdienste um die deutsch-polnische Zusammenarbeit“ wurde bereits zum 17. Mal verliehen.

Weitere Informationen
slawistik.uni-greifswald.de/info/polenmarkt/preistraeger-des-foerderpreises-der-sparkasse-vorpommern/

28.09.2016: Nordeuropäische Geschichte – Die ersten Könige der Kalmarer Union
Cover Buch Kalmarer Union

Unter dem Titel „Erich von Pommern und Christopher von Bayern. Studien zur Kalmarer Union“ ist aktuell Band 21 in der Reihe „Publikationen des Lehrstuhls für Nordische Geschichte“ erschienen. Prof. Dr. Jens E. Olesen widmet sich in 17 Aufsätzen den wichtigsten Themen und Problemen der Kalmarer Union. Speziell wird die Zeit während der Regentschaft der zwei ersten skandinavischen Könige beleuchtet (1397–1448).

Erich von Pommern machte unter den pommerschen Herzögen die größte Karriere. Er wird gekrönter König (1397) über die drei skandinavischen Reiche, darunter Island und Finnland. Das Buch greift zentrale Themen seiner Regierungszeit auf wie seine alleinherrschende Regierungsweise, die Rolle des so genannten „Birgittiner-Ordens“ und das Verhältnis zu den holsteinischen Grafen und den Hansestädten. Weiter behandelt der Band Erichs Stellungnahme und Politik gegenüber dem Deutschen Orden nach der Niederlage bei Tannenberg (1410), die Islandfrage und die Bedeutung der pommerschen Herzöge in der nordischen Politik. Die Absetzung des Königs (1438–1441) durch die Reichsräte wird ebenfalls in Augenschein genommen sowie die nachfolgenden Jahre auf Gotland (1438–1449), bevor Erich von Pommern zu seinem Stammherzogtum in Hinterpommern zurückkehrt und dort verstirbt (1459).

Ihm folgt auf den Unionsthron (1440–1442) der Sohn seiner Schwester Christopher von Pfalz-Neumarkt. Mit Unterstützung der Hanse und Herzog Adolf VIII. von Schauenburg kann dieser seine Regentschaft befestigen. Besonders seine Krönung (1443), seine Lehnspolitik und Regierungsweise gegenüber seinem bayrischen Stammherzogtum werden in der Publikation aufgegriffen. Nach dem frühen Tod von König Christopher (1448) wird nach einem Interregnum Christian I. von Oldenburg zum dänischen König und Karl Knutsson (Bonde) zum schwedischen König gewählt. Beide kämpfen in Folge um Gotland und Norwegen. Diese komplizierten Ereignisse bahnen letztendlich den Weg für die Unionskriege. Sie dauern mit Unterbrechungen bis zum Stockholmer Blutbad (1520) an, dem Ende der Union.

Band 21 erscheint in der Reihe des Lehrstuhls für Nordische Geschichte. Der Autor der Publikation Prof. Dr. Jens E. Olesen forscht und lehrt seit 20 Jahren an der Universität Greifswald.

Weitere Informationen
Jens E. Olesen: Erich von Pommern und Christopher von Bayern. Studien zur Kalmarer Union.
340 Seiten. ISBN 978-3-86006-443-6. EUR 16,00.

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29.08.2016: Buch über die Weltgeschichte der Meere erhält Förderpreis
Prof. Dr. Dr. h.c. Michael North

Heute (29.08.2016) erscheint das Buch „Zwischen Hafen und Horizont. Weltgeschichte der Meere“ von Prof. Dr. Dr. h.c. Michael North im C. H. Beck Verlag. Im September wird dem Autor dafür der Förderpreis von der Stiftung zur Förderung der Schifffahrts- und Marinegeschichte verliehen.

Prof. Dr. Dr. h.c. North bietet in seinem Buch einen Überblick über die verschiedenen Rollen des Meeres in der Weltgeschichte. Dabei berichtet er nicht nur über die Möglichkeiten, die das Meer uns offeriert, sondern schildert auch Gefahren. Das Meer bietet einen unerschöpflich scheinenden Reichtum an Lebensformen und Nahrung. Es dient als Brücke der Kulturen zum Austausch von Wissen und Waren. Es inspiriert Schiffsbauer, schafft Arbeitsplätze und zieht Wissenschaftler verschiedenster Disziplinen an. Doch neben diesen positiven Aspekten birgt das Meer auch Gefahren. Neben den Bedrohungen, die wesensmäßig von diesem Naturraum ausgehen, können dies beispielsweise Piraten oder kriegsführende Staaten sein. Doch auch die skrupellose Zerstörung dieses einzigartigen Lebensraums durch den Menschen kann zur Gefahr werden.

Prof. Dr. Dr. h.c. Michael North erhält den Förderpreis der Stiftung zur Förderung der Schifffahrts- und Marinegeschichte am 24. September 2016 in der Vertretung des Landes Mecklenburg-Vorpommern beim Bund in Berlin. Die Stiftung vergibt diesen Preis alle zwei Jahre, um herausragende, aktuelle und innovative Studien zur Schifffahrts- und Marinegeschichte auszuzeichnen. Den Preis erhalten deutschsprachige Autoren, die einen substanziellen Beitrag zur geschichtswissenschaftlichen Forschung auf dem Feld der Schifffahrts- und Marinegeschichte geleistet haben und deren Werk dazu beiträgt dieses Themenfeld einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Weitere Informationen
C.H. Beck Verlag

Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Prof. Dr. Dr. h.c. Michael North
Lehrstuhl für Allgemeine Geschichte der Neuzeit
Rubenowstraße 2
17489 Greifswald
Telefon 03834 86-3308
north(at)uni-greifswald(dot)de

03.06.2016: Greifswalder Historiker veröffentlicht in Cambridge zur nordeuropäischen Geschichte
Prof. Dr. Jens Olesen - Foto: Jan Meßerschmidt

Soeben ist im renommierten Verlag Cambridge University Press ein umfassendes Werk zur Geschichte Skandinaviens und Finnlands von der Reformation bis zur Etablierung der Nationalstaaten (1520–1870) erschienen. Der Band ist Nummer 2 in der Reihe der Cambridge History of Scandinavia und vom Lehrstuhlinhaber für Nordische Geschichte der Universität Greifswald, Prof. Dr. Jens E. Olesen, und seinem finnischen Kollegen Prof. Dr. Erkki I. Kouri herausgegeben worden.

Auf mehr als 1.200 Seiten (inklusive Karten, Tabellen und Statistik) wird eine Vielfalt von Themen behandelt, unter anderem Reformation und Reorganisation, materielle Expansion, die skandinavischen Machtstaaten, der Kampf um die Ostseeherrschaft, Handel und Wirtschaft, Gesellschaftsentwicklung, soziale und politische Strukturen und Außenpolitik, Auflösung der Ständegesellschaft sowie die Entwicklung der modernen Nationalstaaten.

Mehr als 38 ausgewiesene Experten der nordeuropäischen Geschichte haben zugearbeitet, um diese zentrale Zeitepoche in der Nordischen Geschichte abzudecken. Der Band wendet sich vorrangig an Dozenten und Studenten mit Interesse für Nordeuropa sowie an allgemein historisch Interessierte. Neben Prof. Olesen waren mehrere Hilfskräfte am Lehrstuhl für Nordische Geschichte mit dem Band beschäftigt, unter anderem um die umfassende Literaturliste zu erarbeiten.

The Cambridge History of Scandinavia, Volume 2. 1520–1870
P
art of The Cambridge History of Scandinavia; Editors: Erkki I. Kouri, Jens E. Olesen; ISBN: 9780521473002

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