Lehrstuhl für Allgemeine Geschichte der Neuzeit

Chair of Modern History


Der von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Michael North vertretene Lehrstuhl forscht und lehrt im Zeitraum zwischen 1500 und 1800, also von der Zeit des Beginns der Europäischen Expansion und der Reformation bis zum Ende der Napoleonischen Kriege und des Wiener Kongresses.

Die Schwerpunkte liegen dabei im Bereich der Geschichte des Alten Reiches, doch bieten die Mitarbeiter des Lehrstuhls auch Themen europäischer (Geschichte verschiedener europäischer Länder; Kulturtransferforschung; Technikgeschichte) und außereuropäischer Art (Geschichte des British Empire; Civil War; Europäische Expansion nach Amerika, Afrika und Asien) an.

Diese große Themenausrichtung spiegelt sich auch in den zahlreichen Forschungsprojekten wider: Graduiertenkolleg 619 "Kontaktzone Mare Baltikum", Internationalen Graduiertenkolleg 1540 "Baltic Borderlands"; Interdisziplinären Forschungszentrum Ostseeraum (IFZO), NIAS Research Group "The Reception of Netherlandish Art" und weiteren Forschungskooperationen wie z.B. mit Brasilien [Florianopolis], USA [Berkeley], Japan [Kyoto].

Kontakt

Allgemeine Geschichte der Neuzeit
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Michael North

Historisches Institut der Universität Greifswald
Bahnhofstraße 51
17487 Greifswald
Tel.: +49 (0)3834 420-3308/-3309

neuzeituni-greifswaldde


News

09.08.2021: Neuerscheinung "Das Goldene Zeitalter global. Die Niederlande im 17. und 18. Jahrhundert

Die Niederländische Republik war in vielerlei Hinsicht einzigartig im Europa der Frühen Neuzeit. Die hohe Urbanisierung, die geringe Zahl an Analphabeten und die religiöse Toleranz waren nur einige der vielen Besonderheiten. Hierzu gehörten auch der ungewöhnlich große Kunstbesitz und die immense Produktivität der Maler, die dieser Epoche den Namen „Goldenes Zeitalter“ gab. Niederländische See- und Kaufleute verbanden, ausgehend von Nord- und Ostsee, die Weltmeere und vermittelten die Güter der entlegensten Regionen. So schildert das Buch die niederländische Präsenz in der Welt, die Interaktion mit den einheimischen Gesellschaften sowie die davon ausgehenden künstlerischen Wechselwirkungen vor Ort einschließlich ihrer Rückwirkungen auf Europa. Die Leser*innen folgen auf diese Weise der Kupferstecherin Maria Sibylla Merian auf der Reise nach Surinam, erleben die Förderung niederländischer Künstler und Gelehrter durch Christina von Schweden, werden Zeugen einer wahrhaften „Hollandomanie“ in Japan und erfahren außerdem, wie Rembrandt die Kunst am indischen Mogulhof imitierte.

Böhlau Verlag Köln, 2021
317 Seiten, 60 meist farb. Abb., 1 Karte

ISBN: 978-3-412-50513-4

Bitte beachten Sie: Sobald Sie sich das Video ansehen, werden Informationen darüber an Youtube/Google übermittelt. Weitere Informationen dazu finden Sie unter Google Privacy.

Am 5. August 2021 fand ein Zoom-Meeting zwischen der deutschen und brasilianischen Projektkoordination des Projeto Bilíngue statt. An dem Treffen nahmen Ércio Kriek (Bürgermeister der Stadt Pomerode), Ranice Dulce Trapp (Direktorin für Grundschulbildung der Stadt Pomerode), Prof. Michael North (Lehrstuhl für Allgemeine Geschichte der Neuzeit, Universität Greifswald), Martin Hildebrandt (wissenschaftliche Hilfskraft an selbigem Lehrstuhl) und Julian Hildebrandt (studentische Hilfskraft an selbigem Lehrstuhl) teil. Neben der Corona-Krise und den damit verbundenen Auswirkungen auf das städtische Leben und die schulischen Entwicklungen in Pomerode wurde auch über die Fortsetzung des Projeto Bilíngue gesprochent.

Videoschnitt und -bearbeitung: Julian Hildebrandt

13. Juli 2021: Die Ostsee: literarische Konstruktionen einer Region

(Foto: DHI Warschau)


Bericht zum Sommervortrag Prof. Norths auf dem Thomas-Mann-Festival in Nida (Litauen)

02.06.2021: Interdisziplinäres Forschungszentrum Ostseeraum setzt neue Maßstäbe in der Regionalforschung

Nach einer zweijährigen Konzeptphase tritt das Interdisziplinäre Forschungszentrum Ostseeraum (IFZO) in die erste Forschungsphase (2021–2026) ein. Der offizielle digitale Startschuss dazu fand am 2. Juni 2021 statt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert den übergreifenden Forschungsansatz „Fragmentierte Transformationen“ mit 10,6 Millionen Euro. Als universitäre Einrichtung strebt das IFZO eine führende Rolle in der Erforschung des Ostseeraums an. Aber auch für die Vermittlung von Forschungsergebnissen und den Austausch mit den Bürgern und Bürgerinnen in der Region ist das Forschungszentrum ein kompetenter Partner für Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Die jetzt gestartete Forschungsphase des IFZO nimmt die großen gesellschaftsrelevanten Veränderungen in den Blick und untersucht, wie das Leben an, mit und von der Ostsee in den kommenden Jahren gestaltet werden kann. Wie entwickelt sich die Gesundheitsversorgung und Verwaltung in den ländlichen Räumen? Wie tragen wir zu nachhaltigem Wirtschaften bei? Wie schützen wir hierbei die Ostsee? Wie erhalten und nutzen wir die Kulturdenkmäler? Wie sichern wir unseren Energiebedarf im Einklang mit der Natur? Diese Fragen sind Teil komplexer Veränderungsprozesse, die nicht nur Mecklenburg-Vorpommern betreffen, sondern den gesamten Ostseeraum. Und nur gemeinsam mit den verschiedenen politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Wahrnehmungen und Vorstellungen der Partnerländer im Ostseeraum können diese Fragen beantwortet werden.

In der Beantwortung dieser Fragen geht das IFZO neue Wege. Dazu IFZO-Sprecher Prof. Dr. Michael North: „Interdisziplinär ist die Ostseeraumforschung bereits seit Jahrzehnten aufgestellt, allerdings nicht in der hier entwickelten Bandbreite über fünf Fakultäten mit den dazugehörigen Fachbereichen der Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften. In der Konzeptphase hat sich gezeigt, dass keines der genannten Themenfeder ohne die Expertisen aller beteiligten Wissenschaftler*innen in dieser Umfänglichkeit hätte entwickelt werden können. Die Konflikte um Nord Stream 2 sind nicht ohne die Nachhaltigkeitsdebatten und die historischen Linien wirtschaftlicher, politischer und rechtlicher Entwicklung im Ostseeraum zu verstehen. Die Erhaltung des gemeinsamen kulturellen Erbes im Ostseeraum wird ohne das Wissen über den Klimawandel am und im Meer nicht gelingen und braucht neue Konzepte der Daseinsvorsorge für nachfolgende Generationen, die sich um dieses Erbe kümmern.“

Vor diesem Hintergrund stehen die beiden übergreifenden Ziele des Zentrums. Der entwickelte „Greifswalder Ansatz“ soll in den interdisziplinären „Begegnungsräumen“ anwendungsorientiert umgesetzt werden, um Konzept- sowie Handlungswissen zur Bewältigung von Transformationsaufgaben zu schaffen. Zweitens soll mittels neuer Vermittlungskonzepte dieses Wissen in alle Bereiche der Gesellschaft fließen. Theaterpädagogische Konzepte sollen dabei genauso helfen wie digitale Lehr- und Lernplattformen, neue satellitengestützte Kartierungen des Ostseeraums sowie Animationen von Kulturlandschaften. Darüber hinaus wird es für Politik und Verwaltung gezielt Policy Briefs und Exkursionen geben.

„Das IFZO setzt mit seinem Ansatz der Fragmentierten Transformationen neue Maßstäbe in der Regionalforschung und festigt zugleich die Institutionalisierung des Forschungsschwerpunktes Kulturen des Ostseeraums an der Universität Greifswald“, freut sich Universitätsrektorin Prof. Dr. Katharina Riedel beim digitalen Startschuss für die Forschungsphase. Die Universität Greifswald unterstützt das IFZO in den kommenden fünf Jahren mit einem Eigenanteil von 1,1 Millionen Euro.

Weitere Informationen

Titel des IFZO-Forschungsprojektes

  • Fragmentierte Transformationen – Wahrnehmungen, Konstruktionen, Verfasstheiten einer Region im Wandel
    Sprecher: Prof. Michael North

Bewilligte Teilprojekte und Sprecher*innen

  • Geteiltes Erbe: Kanonisierung, Konfliktbehaftete Erbschaften, Kulturlandschaften und Präsentation des kulturellen Erbes im Ostseeraum
    Sprecher: Prof. Eckhard Schumacher, Sprecherin: Prof. Gesa zur Nieden
  • Die Energiewende im Ostseeraum: Sichtweisen, Akzeptanz, Chancen
    Sprecher: Prof. Michael Rodi
  • Die Ambivalenz von Abschreckung und Kooperation: Herausforderungen der Sicherheitsarchitektur im Ostseeraum
    Sprecherin: Prof. Margit Bussmann
  • Innovationen und Policy Mobilities im ländlichen Ostseeraum: Daseinsvorsorge, Finanzierungssysteme und Entrepreneurship
    Sprecherin: Prof. Christine Tamásy
  • Neue Nationalismen: Utopische und dystopische Narrative des Neuen Nationalismus
    Sprecherin: Prof. Cordelia Heß
  • Nachhaltigkeit im Ostseeraum: Das Ökosystem Ostsee als Nukleus einer regional integrierenden Nachhaltigkeitstransformation?
    Sprecherin: Prof. Susanne Stoll-Kleemann
  • Raum-zeitliche Muster fragmentierter Transformationen
    Sprecher: Prof. Sebastian van der Linden
  • Gegen-Transformationen: Neu-nationalistische Narrative als analytischer Zugang zu Transformationsprozessen im Ostseeraum
    Sprecherin: Prof. Cordelia Heß

Umfang der BMBF-Förderung
10,6 Mio. EUR über 5 Jahre (01.06.2021 bis 31.05.2026)


Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Dr. Alexander Drost
Wissenschaftlicher Koordinator
Interdisziplinäres Forschungszentrum Ostseeraum (IFZO)
Bahnhofstraße 51, 17489 Greifswald
Telefon 03834 420 3341
alexander.drost@uni-greifswald.de

www.uni-greifswald.de/ifzo
https://twitter.com/ifzo_greifswald
https://www.instagram.com/ifzo_greifswald/

www.uni-greifswald.de/aktuell
www.uni-greifswald.de/veranstaltungen

Medieninformation

26.04.2021: "Epidemien, Vulkanausbrüche und Sturmfluten: Katastrophen aus historischer Sicht"- Digital Lecture

Öffentlicher Abendvortrag von Professor Dr. Dr. h. c. mult. Michael North (Universität Greifswald) im Rahmen der Vortragsreihe „Naturkatastrophen und ihre Auswirkungen auf das System Erde”

Die gegenwärtige Pandemie ruft unwillkürlich Erinnerungen an frühere Epidemien, wie die Pest des Spätmittelalters, in Erinnerung. Auch wenn beide Krankheiten globale Auswirkungen hatten – die Pest begann in den 1330er Jahren in Zentralasien und breitete sich gleichermaßen nach Ostasien und Europa aus – sind doch Unterschiede, z. B. in der Mortalität, nicht zu übersehen. So raffte die Pest ein Drittel der europäischen Bevölkerung dahin. Trotz dieser hohen Verluste dürfen die alltäglichen Katastrophen, die den Menschen im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit trafen, nicht übersehen werden: Missernten, Hungersnöte und Sturmfluten. Vor allem letzteren soll in dem Vortrag ebenfalls Aufmerksamkeit geschenkt werden. Vulkanausbrüche wirkten meist lokal, aber manchmal auch global. So trug der Ausbruch des Vulkans Tambora im Jahre 1815 in Indonesien in der Folgezeit zu einer Klimaverschlechterung in Asien und Europa bei.

Moderation: Dr. Christian Suhm


Videomitschnitt des Vortrags

26.10.2020: "SPIEGEL Live" - Das Gespräch Historische Krisen - was lernen wir daraus?

Ob Südseeblase oder Pest - schon immer gab es Krisen, die unsere Gesellschaft und Wirtschaft erschüttert haben. Hören Sie im Podcast, was wir mit Blick auf die Geschichte in der Corona-Pandemie besser machen können.

 

"Wenn sich der Staat zurückzieht, wächst das Risiko"

24.08.2020: Greifswalder Forschungsliteraturen zum Ostseeraum jetzt auch auf Koreanisch

Das Standard-Werk „Globalizing Borderlands Studies in Europe and North America“, das Michael North und John W.I. Lee 2016 bei University of Nebraska Press herausgegeben haben, ist jetzt auch in koreanischer Übersetzung in Seoul (Korea) erschienen.

Im Sammelband beschäftigen sich Autoren*innen vergleichend mit Grenzräumen im amerikanischen Westen und der Ostseeregion. Der Austausch der indigenen Bevölkerung Nordamerikas untereinander und mit den europäischen Kolonialmächten wird ebenso diskutiert wie die Migration in den Grenzräumen zwischen Mexiko und den USA. Diese werden grenzüberschreitenden Aktivitäten in Schwedisch-Pommern, Kurland, Litauen und Weißrussland gegenübergestellt. Auf diese Weise treten die europäische und amerikanische Forschung in Dialog. Der Leser gewinnt somit Einsichten in die vielfältigen Aspekte der globalen Borderlands-Forschung sowie in die militärische, religiöse, ökonomische, politische und kulturelle Interaktion in Grenzräumen. Der Vergleich macht deutlich, dass künftige Forschungen sich vor allem mit Abgrenzungs- und Entgrenzungsprozessen befassen müssen.

Ursprünglich auf eine Kooperation zwischen der Universität Greifswald und der University of California at Santa Barbara zurückgehend, hat das Thema vor allem auch in Asien Resonanz gefunden. Das von der National Research Foundation of Korea geförderte Forschungszentrum zu „Reconciliation and Coexistence in Contact Zones“ (RCCZ) an der Chung-Ang University hat daher die Initiative ergriffen, um die Publikation in der koreanischen akademischen Welt bekannt zu machen. Es verspricht sich dadurch auch weitere Forschungskooperationen mit der Universität Greifswald, insbesondere mit dem Interdisziplinären Forschungszentrum Ostseeraum (IFZO).

Weitere Informationen
J. W.I. Lee / M. North (Hgg.), 유럽과 북미지역 접경지대 연구의 세계화, Seoul (Korea): Somyung Publishing, 2020. – ISBN: 979-11-5905-528-7. – 340 S.
J. W.I. Lee / M. North (Hgg.), Globalizing Borderlands Studies in Europe and North America. Lincoln: University of Nebraska Press, 2016. – ISBN: 978-0-8032-8562-0. – 288 S.


Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Prof. Dr. h. c. mult. Michael North
north@uni-greifswald.de


Medieninformation als PDF

Buchcover der neuen koreanischen Ausgabe – Bild: @ Somyung Publishing

14.05.2020: Greifswalder Historiker wird Ehrendoktor der Universität Szczecin

Professor Dr. Dr. h.c. Michael North vom Historischen Institut der Universität Greifswald wurde Ende April 2020 von der Universität Szczecin die Auszeichnung eines Doctor honoris causa verliehen. In der Begründung wird auf seine herausragenden Leistungen als international anerkannter Wissenschaftler verwiesen. Gewürdigt werden mit der Ehrenpromotion Norths grundlegende Beiträge zur europäischen Geschichte und insbesondere zur Geschichte des Ostseeraumes. Dabei verweisen die Gutachten auf die weltweite Rezeption seiner Werke, die in 15 Sprachen erschienen sind und die sich durch eine besondere Leichtigkeit des Stils auszeichnen.

Die Ehrendoktorwürde erkennt ebenfalls den Ausbau Greifswalds zum internationalen Zentrum der Ostseeraumforschung und damit verbunden auch die enge Kooperation mit der Universität Szczecin an. So leitete der Geehrte die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Graduiertenkollegs „Kontaktzone Mare Balticum“ und „Baltic Borderlands“ und fungiert zurzeit als Sprecher des Interdisziplinären Forschungszentrums Ostseeraum (IFZO).

Über die gute Zusammenarbeit mit polnischen Wissenschaftler*innen hinaus ist Professor North vielfach in der polnischen Wissenschaftslandschaft präsent. So ist seine „Geschichte der Ostsee“ als Band 24 der Reihe „Klio w Niemczech“ mit dem Titel „Historia Bałtyku“ 2019 im Verlag Neriton erschienen. Außerdem gutachtet Professor North regelmäßig für polnische Forschungsförderungsorganisationen, insbesondere für das Narodowe Centrum Nauki.

Bereits 2014 hatte die Universität Tartu Professor North für seine Verdienste bei der Erforschung der europäischen Wirtschafts- und Sozialgeschichte zum Ehrendoktor gewählt.

Weitere Informationen

Zeitungsartikel zur Verleihung der Ehrendoktorwürde

Zum Medienfoto

Das Foto kann für redaktionelle Zwecke im Zusammenhang mit dieser Medieninformation kostenlos bei der Pressestelle unter pressestelle@uni-greifswald.de angefordert werden. Bei Veröffentlichung ist der Name des Bildautors zu nennen.

Medieninformation als PDF

 

Radio-Interview mit Prof. North im Radio 1 des Lettischen Rundfunks (in englischer Sprache)

Interview: Michael North on Baltic history

Authors:  Māra Rozenberga(Latvijas Radio Ziņu dienesta korespondente)

Bremen Zwei: "Europa wurde aus dem Meer geboren"

Gespräch mit dem Historiker Michael North am 24. Oktober 2018 im Rahmen der Kunsttagung "Meer sehen – Seaing Deeper" in Bremerhaven.

Bremen Zwei

27.02.2019: hr2 Kultur - Kim und Struppi in Vietnam - Radiointerview mit Prof. North (ab Minute 15 bis 20)

Prof. North berichtet über die Erfahrungen der langjährigen Kooperation und des Austauschs mit Vietnam

20.10.2018: Südwest Presse - Neckar-Chronik - Interview mit Historiker Alexander Drost

Furcht vor Moskau

Auch wenn die Ostsee jetzt zum Ort militärischer Drohungen wird, ist sie immer ein Ort des Austauschs gewesen. Die Anrainerstaaten haben seit Jahrhunderten viele Gemeinsamkeiten, sagt der Historiker Alexander Drost.

6.07.2018: Wissenschaftliche Kontroversen zu Grenzen und Konflikten des Ostseeraumes

Publikationen des „Baltic Borderlands“ – Foto: Jan Reinicke

Seit 2009 haben Wissenschaftler aus Greifswald, Schweden und Estland fächerübergreifend zu den Grenzen und Konflikten des Ostseeraums geforscht. Eine Konferenz an der Universität Greifswald bildete nun den Abschluss des DFG-Graduiertenkollegs „Baltic Boderlands: Shifting Boundaries of Mind and Culture in the Borderlands of the Baltic Sea Region“ („Grenzräume in der Ostseeregion: Der Wandel kultureller und mentaler Grenzen im Ostseeraum“). Am 28. und 29. Juni 2018 diskutierten 55 internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Einfluss von Medien auf Grenzbildungen und die Rolle von Grenzen in den Medien.

Die Grenzen des Ostseeraumes sind nicht mehr nur Linien auf einer Karte. Sie bestehen auch nicht mehr nur aus Zäunen, Grenzpfosten oder Grenzkontrollen. Grenzen und Grenzräume entstehen vielmehr überall dort, wo zwei oder mehr Kulturen aufeinandertreffen: auf dem Land, auf dem Meer oder auch in der digitalen Welt. Aber wer hat die Macht, die zukünftigen Grenzen unserer Gesellschaften auszuhandeln? Welche sozialen, kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Kennzeichen markieren die Unterschiede, die zukünftige Grenzen charakterisieren? Welchen Einfluss hatten Medien auf Grenzbildungen in der Vergangenheit bzw. wie beeinflussen sie diese in der Zukunft?

Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Konferenz, die zugleich den Abschluss des Forschungsverbundes „Baltic Borderlands“ bildete. Nach neun Jahren gemeinsamer Doktorandenausbildung der Universitäten in Lund (Schweden), Tartu (Estland) und Greifswald haben mehr als vierzig Doktoranden, drei Postdoktoranden und zahlreiche Studierende der Geistes- und Sozialwissenschaften das Thema des Grenzraums in ihren Dissertationen und Forschungsprojekten untersucht. Forschungsergebnisse zu Dynamiken im Grenzraum und zu Grenzbildungsprozessen wurden in drei einflussreichen Debattenbeiträgen publiziert: „Die Neuerfindung des Raumes. Grenzüberschreitungen und Neuordnungen“ (Böhlau, 2013), „Beyond the Sea. Manifold Dimensions of Water as Bridge and Barrier“ (Böhlau, 2015) sowie „Globalizing Borderlands Studies in Europe and North America“ (Nebraska University Press, 2016).

Zahlreiche Alumni des Forschungsverbundes berichteten nach der Tagung über ihren beruflichen Werdegang, beispielsweise als Wissenschaftlerin an einer finnischen Hochschule in Joensuu, als Kuratorin für Alte Meister im Nationalmuseum von Oslo oder als Postdoktorandin am Herder-Institut in Marburg. Sie bestätigten damit nicht nur den Forschungs- und Lehrerfolg des Graduiertenkollegs, sondern hoben zugleich die Bedeutung der Greifswalder Graduiertenausbildung für ihre erfolgreiche internationale Karriere hervor.

Weitere Informationen:
Graduiertenkolleg "Baltic Borderlands"

1.07.2018: Kooperation mit Hanoi

Prof. Pham Quang Minh, Rektor der University of Social Sciences and Humanities in Hanoi, sprach am 1. Juli 2018 über vietnamesiche Identität im Rahmen der Vorlesung „Europa und Asien“ in Greifswald.

weiter


Publications

M. North, Das Goldene Zeitalter Global. Die Niederlande im 17. und 18. Jahrhundert, Köln-Weimar-Wien 2021, 317 S.

Articles 2021

M. North, Kultureller Austausch: Die Migration niederländischer Architekten und Bildhauer in den Ostseeraum (16. und 17. Jahrhundert), in: F. Göttmann, E.-M. Seng (eds.), Innovation in der Bauwirtschaft. Wesersandstein vom 16. bis 19. Jahrhundert. Architektur und Digital Humanities, Berlin/Boston 2021, pp. 447-458.

M. North, Cultural Exchange. The Migration of Dutch Architects and Sculptors in the Baltic Sea Region (16th and 17th centuries), in: F. Göttmann, E.-M. Seng (eds.), Innovation in the Building Industry. Weser Sandstone from the 16th and the 19th century. Berlin/Boston 2021, pp. 459-474.

M. North, Globale Dinge. Zirkulation im niederländischen Handelsimperium, in: U. Gleixner, M. dos Santos Lopes (eds.), Things on the Move – Dinge unterwegs. Objects in Early Modern Cultural Transfer. Göttingen 2021, pp. 125-139.

M. North, Kunst als Wirtschaftsgut, C. Brink, S. Jaeger, M. Winzeler (eds.), Bellum & Artes. Mitteleuropa im Dreißigjährigen Krieg. Dresden 2021, pp. 439-443.

Buchcover: Weltgeschichte der Meere, Arabische Übersetzung (Foto: Verlag)

Arabische Übersetzung „Zwischen Hafen und Horizont. Weltgeschichte der Meere“, Kuwait (National Council for Culture, Arts and Letters) 2019.

M. North, Historia Bałtyku, aus dem Dt. von Adam Peszke, Verlag Neriton, Warszawa 2018, 473 S., ISBN 978-83-66018-16-7, Originaltitel: Geschichte der Ostsee. Handel und Kulturen © C.H. Beck OhG München 2011.

M. North, 荷兰黄金时代的艺术与商业 (Chinesische Übersetzung von "Kunst und Kommerz im Goldenen Zeitalter. Zur Sozialgeschichte der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts"), Hangzhou (Zhejiang University Press) 2018.

Articles 2019

Michael North, Der Ostseeraum: Konstitution und Neuerfindung, in: S. Jagodzinski, A. Kmak-Pamirska, M. Řezník (eds.), Regionalität als historische Kategorie. Ostmitteleuropäische Perspektiven, Osnabrück 2019, pp. 171-186.

Michael North, Mediating European Art through Company Channels in Asia, in: J. Aono, S. Imai, M. M. Mochizuki, N. Mochizuki (eds.), Mobility and Visuality beyond Borders: A Liber Amicorum for Professor Yoriko Kobayashi-Sato, Tokyo 2019, pp. 91-114.

Michael North, Verschlungene Meere. Eine Einführung, in: OST-WEST Europäische Perspektiven 1 (2019), 4-10.

Michael North, Schauplatz nordeuropäische Geschichte: Die Ostsee, in: OST-WEST Europäische Perspektiven 1 (2019), 69-78.

M. Müller, Das Entstehen neuer Freiräume. Vergnügen und Geselligkeit in Stralsund und Reval im 18. Jahrhundert (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Pommern, 51), Köln (Böhlau) 2019.

Articles

2018

Michael North, Domestic Interiors in Seventeenth- and Eighteenth-Century Batavia, in: R. A. G. Reyes (ed.), Art, Trade, and Culture Mediation in Asia, 1600-1950, London 2018, pp. 103-121 (https://doi.org/10.1057/978-1-137-57237-0_5).

Michael North, Institutional Factors in the Early Modern German Economy, in: B. Dewilde, J. Poukens (eds.), Entrepreneurs, Institutions and Government Intervention in Europe (13th-20th centuries): Essays in Honour of Erik Aerts, Brussels 2018, pp. 41-51.

Michael North, Connected Seas I, in: History Compass (2018), e12503 (https://doi.org/10.1111/hic3.12503).

Michael North, Connected Seas II: The perception and memory of the seas, in: History Compass (2018), e12502 (https://doi.org/10.1111/hic3.12502).

Michael North, Der Friede von Oliva (1660) im Spiegel der zeitgenössischen Medaillen, in: I. Dingel, J. Paulmann, M. Schnettger, M. Wrede (eds.), Theatrum Belli – Theatrum Pacis. Konflikte und Konfliktregelungen im frühneuzeitlichen Europa. Festschrift für Heinz Duchhardt zu seinem 75. Geburtstag (Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte, Beiheft 124), Göttingen 2018, pp. 137-147.

Y. Kikuchi, Hamburgs Ostsee- und Mitteleuropahandel 1600-1800: Warenaustausch und Hinterlandnetzwerke (Wirtschafts- und Sozialhistorische Studien, Band 20), Köln (Böhlau) 2018.

E. Wagner, Die Nationaltrachtsdebatte im 18. und 19. Jahrhundert. Motivation und Durchsetzung einer nationalen Kleidertracht in Schweden, Deutschland und Dänemark (Nordische Geschichte, Bd. 12), Berlin (LIT) 2018.

weiter

M. North, Sadama ja silmapiiri vahel. Maailma merede ajalugu, Tallinn (Varrak) 2018.
(Estonian translation of "Zwischen Hafen und Horizont. Weltgeschichte der Meere")

weiter

Die Geburt des Kunstmarktes. Rembrandt, Ruisdael, van Goyen und die Künstler des Goldenen Zeitalters. München (Hirmer Verlag) 2017 (ed. togehter with Franz Wilhelm Kaiser and Kathrin Baumstark).

weiter

J. W. I. Lee/M. North (eds.), Globalizing Borderlands Studies in Europe and North America, Lincoln (Nebraska University Press) 2016.

weiter

M. North, Zwischen Hafen und Horizont. Weltgeschichte der Meere, München (C. H. Beck) 2016.

weiter

Besprechungen

  • "Das Sachbuchquartett" (23. February 2017), Link
  • Frankfurter Allgemeine Zeit (16. March 2017), Link  

M. North, The Baltic. A History, Cambridge (Harvard University Press) 2015.
weiter

M. North, Läänemere Ajalugu. Kaubandus ja kultuurid, Tallinn 2015.
(Estonian translation of "Geschichte der Ostsee")
weiter

M. North, Kommunikation, Handel, Geld und Banken in der Frühen Neuzeit (Enzyklopädie deutscher Geschichte, Bd. 59), 2., um einen Nachtrag erweiterte Auflage, München (De Gruyter/Oldenbourg) 2014.

weiter

Th. DaCosta Kaufmann/M. North (Hgg.), Mediating Netherlandish Art and Material Culture in Asia, Amsterdam (Amsterdam University Press) 2014.

weiter

M. North, Hollanda Altın Çağı'nda Sanat ve Ticaret, Istanbul (İletişim Yayınları) 2014.
Türkische Übersetzung von "Das Goldene Zeitalter. Kunst und Kommerz in der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts".

weiter

M. North, Genuss und Glück des Lebens.
人生の愉楽と幸福
ドイツ啓蒙主義と文化の消費
ミヒャエル・ノルト:著, 山之内 克子:訳, Tokyo (Hosei University Press) 2013.
Japanische Übersetzung von "Genuss und Glück des Lebens. Kulturkonsum im Zeitalter der Aufklärung".

weiter

A. Drost/M. North (Hgg.), Die Neuerfindung des Raumes. Grenzüberschreitungen und Neuordnungen, Köln [u.a.] 2013.
weiter

M. North, Gerhard Morell und die Entstehung einer Sammlungskultur im Ostseeraum des 18. Jahrhunderts (Publikationen des Lehrstuhls für Nordische Geschichte; 15), Greifswald 2012.

weiter

M. North, The Expansion of Europe, 1250-1500 (Manchester Medieval Studies), Manchester 2012.

weiter

R. Riemer, Frankfurt und Hamburg vor dem Reichskammergericht. Zwei Handels- und Handwerkszentren im Vergleich (Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich; 60), Köln/Weimar/Wien 2012.
weiter

J. Driesner, Bürgerliche Wohnkultur im Ostseeraum. Stralsund, Kopenhagen und Riga in der Frühen Neuzeit (Wirtschafts- und Sozialhistorische Studien; 18), München 2012.
weiter

A. Drost, Tod und Erinnerung – Koloniale Sepulkralkultur in Bengalen, 17.-19. Jahrhundert. Jena 2011, 346 S. (ISBN-13: 978-3981393668). 


Kontakt

Lehrstuhl für Allgemeine Geschichte der Neuzeit
Rubenowstraße 2
17487 Greifswald

Tel.: +49 (0)3834 420-3309
north[at]uni-greifswald[dot]de