Andrea Fernandez Diaz

Ich habe in den Jahren 2023-25 meinen Forschungsmaster Philosophy in Biology and Medicine an der Université de Bordeaux studiert. Meinen Bachelor habe ich ebenfalls in Bordeaux in Literatur in 2023 abgeschlossen. In den Jahren 2024-25 habe ich mit Prof. MD Louis-Patrick Haraoui (Université de Sherbrooke, Québec) am Centre de Recherche Charles Le Moyne an dem Projekt 'Invisible Microbiologies' gearbeitet, im Rahmen des CIFAR-Programms 'The Human and the Microbiome.' Diese Arbeit wurde Teil meiner Masterarbeit 'Rethinking One Health.' Ich arbeite weiterhin in Zusammenarbeit mit dem Team in Kanada an Fragestellungen zur mikrobiellen Governance. 

  • (Preprint) 2025 Fernandez Diaz, Andrea and Keck, Frédéric and Melby, Melissa K. and Nguyen, Vinh-kim and Haraoui, Louis-Patrick, Rethinking One Health through Microbial Foundations: Pathways to Ecological Governance (July 11, 2025). Available at SSRN:  http://dx.doi.org/10.2139/ssrn.5363262.

From Control to Function: Historical Foundations of Soil Governance, Empirical Evaluation and Microbial Metrics for Soil Health

„ConFound“ untersucht, wie gegenwärtige Rahmen der Boden-Governance historisch entstanden sind und warum sie lebendige Bodenprozesse nur begrenzt erfassen. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Böden in Deutschland und auf EU-Ebene vor allem über physiko-chemische Indikatoren gesteuert werden. Diese übersetzen biologisch hervorgebrachte Funktionen in messbare und administrativ handhabbare Zustände. Funktionen wie Filtern, Puffern oder Speichern werden dadurch als stabile Eigenschaften des Bodens behandelt, obwohl sie aus fortlaufender mikrobieller und biogeochemischer Aktivität hervorgehen. Das Projekt fragt, wie diese Diskrepanz historisch verankert wurde, wie sie sich im rechtlichen und technischen Rahmen fortgesetzt hat. Ob prozessbasierte biologische Indikatoren die Art und Weise verändern können, wie Bodendynamik wissenschaftlich interpretiert und daraus folgend gesteuert wird.

Die Forschung verbindet Wissensgeschichte, mikrobielle Ökologie und Agrarökologie. Zuerst wird die Entwicklung des Bodenschutzes in Deutschland seit 1968 rekonstruiert, deren Entwicklungen in DDR und BRD, die Zusammenführung nach der Wiedervereinigung und ihre Fortsetzung in der heutigen EU-Bodenpolitik dargelegt. Analysiert werden rechtliche Texte, technische Handbücher, Verwaltungsdokumente und Archivmaterialien, um zu zeigen, wie Boden durch Messregime zu einem steuerbaren Objekt wurde.

Der zweite Teil untersucht diese historische Diagnose empirisch. Dazu werden Langzeitdatensätze neu ausgewertet, die mikrobielle Gemeinschaftsdaten, biogeochemische Flüsse, physiko-chemische Parameter und Landnutzungsgeschichte zusammenführen. Ziel ist zu prüfen, ob zeitliche und prozessbasierte Auswertungen mikrobieller Aktivität funktionale Dynamiken sichtbar machen, die in gegenwärtigen Bewertungsrahmen unentdeckt bleiben. Insgesamt fragt das Projekt, ob prozessbasierte mikrobielle Indikatoren zu einem anderen Verständnis von Bodengesundheit und zu einer Form von Governance beitragen können, die stärker auf lebendige Prozesse ausgerichtet ist.

Ich bin an der Humboldt-Universität zu Berlin (Thaer Institut für Agrar- und Gartenbauwissenschaften) eingeschrieben und arbeite am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.. Meine Betreuer sind Prof. Steffen Kolb (Humboldt-Universität zu Berlin und Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.) und Prof. Mathias Grote (Universität Greifswald).