Veröffentlichungen von Mitarbeiter*innen des Fachbereichs:

2021

Martin Buchsteiner & Alfred Germ: Begriffe als wertende Vorstellungen offenlegen. Überlegungen zum konzeptuellen Lernen im Geschichtsunterricht, in: Lars Deile/Jörg van Norden/Lars Riedel (Hrsg.): Brennpunkte heutigen Geschichtsunterrichts. Joachim Rohlfes zum 90. Geburtstag. Frankfurt a.M. 2021, S. 40-47.

Begriffe sind mit vielfältigen, historisch und kulturell bedingten Konnotationen beladen. Der Beitrag diskutiert geschichtsdidaktische Überlegungen zum Begriffslernen und skizzierte eine Möglichkeit, die "schlecht kontrollierbaren Nebenbedeutungen" von Begriffen (Rohlfes, 1975, 65) für historisches Lernen nutzbar werden zu lassen.

Martin Buchsteiner & Jan Düwel: Urteile im Geschichtsunterricht, in: geschichte für heute 2/2021, S. 49-64.

Die Frage nach dem, was historische Urteile sind, ist sowohl in der Geschichtswissenschaft als auch in der Geschichtsdidaktik immer wieder gestellt und unterschiedlich beantwortet worden. Der Beitrag systematisiert diein der Literatur benannten verschiedenen Formen, um anschließend Bestandteile für die Formulierung von Aufgaben und ihnen entsprechenden Erwartungsbildern ableiten zu können.

Martin Buchsteiner & Jan Scheller: Differenzierende Lernaufgaben als Baustein für inklusiven Geschichtsunterricht, in: Oliver Musenberg et al. (Hrsg.): Historische Bildung inklusiv. Zur Rekonstruktion, Vermittlung und Aneignung vielfältiger Vergangenheiten. Bielefeld 2021, S. 333-353.

Im Aufsatz wird ein Aufgabenraster vorgestellt, das die Anbahnung der historische Denkoperation, Quellen und Darstellungen zu analysieren, binnendifferenzierend unterstützt. Dafür wird die Analyse von Quellen und Darstellungen in Teiloperationen zerlegt und diese durch Aufgaben operationalisiert. Das Raster basiert auf dem lernpsychologischen Konzept des Cognitive Apprenticeship (vgl. Collins et al. 1989). Demnach werden Lernende zunächst durch Aufgaben, die alle Arbeitsschritte vorgeben, eng begleitet (Coaching, Scaffolding) und im weiteren schulischen Lernverlauf durch komplexere Aufgaben zu einer grösseren Selbstständigkeit beim Bewältigen der historischen Denkleistungen befähigt (Fading). Mit Hilfe des Aufgabenrasters erhalten Geschichtslehrpersonen ein Instrument um Aufgaben gemäß der individuellen Lernvoraussetzungen ihrer Schüler/-innen zu bestimmen.

Martin Buchsteiner & Alfred Germ: Industrialisierung – ein massiver Eingriff in die Natur? In: Geschichte lernen 199/2021, S. 44-49.

2020

Jan Scheller/Martin Buchsteiner/Stefan Walter, Stellenwert und Wirksamkeit Schulpraktischer Übungen in der universitären Geschichtslehramtsausbildung der Universität Greifswald, in: Sebastian Barsch/Oliver Plessow (Hrsg.): Universitäre Praxisphasen im Fach Geschichte - Wege zu einer Verbesserung der Lehramtsausbildung? (Hochschulpädagogik, Bd. 4) Berlin 2020, S. 115-144.

Während in den letzten Jahren in zahlreichen deutschen Universitäten Praxissemester eingeführt wurden, werden u. a. an der Universität Greifswald seit 1945 begleitete Unterrichtsbesuche, sogenannte Schulpraktische Übungen (SPÜ), angeboten. Der Aufsatz fragt auf theoretisch-konzeptioneller Ebene, welche Funktion der SPÜ in der geschichtsdidaktischen Ausbildung der 1. Phase zukommt und stellt ein Evaluationsprojekt vor, das die unmittelbare Wirksamkeit der Lehrveranstaltungen auf die Teilnehmenden im Wintersemester 2018/19 untersuchte.

Thomas Must & Martin Buchsteiner (Hrsg.), Haptische Zugriffe auf Gegenstände – eine Chance für historisches Lernen? Fachwissenschaftliche, fachdidaktische und pädagogische Impulse. Münster 2020.

  • Jan Scheller: Gegenstände und historisches Lernen (S. 65-80)
  • Martin Buchsteiner: (Historische) Gegenstände = Handlungsorientierung = Historisches Lernen? (S. 81-90)
  • Martin Buchsteiner & Alfred Germ: (Historische) Gegenstände - Verpflichtung zu multidisziplinärem Lernen?! (S. 123-138)

Die Vorteile haptischer Zugriffe für das Lernen werden – häufig unter dem Schlagwort der Handlungsorientierung – immer wieder hervorgehoben. Aktuell erfahren Haptik und damit verbunden die Auseinandersetzung mit (historischen) Gegenständen auch in der Geschichtsdidaktik eine größere Aufmerksamkeit. Dieser Sammelband diskutiert aus fachwissenschaftlicher, fachdidaktischer und pädagogischer Perspektive das Potenzial des „Anfassens, Ausprobierens und Anfertigens“ für historisches Lernen.

Julia Thyroff/Jan Scheller/Claudia Schneider/Monika Waldis, Politische Bildung auf Sekundarstufe I. Erscheinungsformen und Herausforderungen am Beispiel von Unterrichtssequenzen zu «Europa – EU – Schweiz», in: Schweizerische Zeitschrift für Bildungswissenschaften 42/1/2020, S. 127-146. DOI: 10.24452/sjer.42.1.8. PDF

 

Mit Einführung des Lehrplans 21 stehen Geschichtslehrpersonen in der Deutschschweiz künftig vor der Herausforderung, auf Sekundarstufe I auch Politische Bildung zu unterrichten – ein Fach, das jedoch über ganz eigene Prinzipien, Perspektiven, Konzepte und Kompetenzen verfügt. Inwiefern gelingt es Lehrpersonen aktuell, diese genuin politische Fachlichkeit zu realisieren? Im Text stellen wir Ergebnisse unserer Unterrichtsanalysen vor. Wir fokussieren dabei auf zwei Aspekte: a) Inwiefern wird von den Lehrpersonen auf der Gegenstandsebene politische Fachlichkeit realisiert und b) inwieweit werden in den formulierten Arbeitsaufträgen politische Kompetenzen adressiert?

Martin Buchsteiner & Ina Bösefeldt (Hrsg.), Der Dokumentarfilm "Überleben in Demmin". Impulse für historisches Lernen in der Sekundarstufe I und II. Norderstedt 2020.

Hier gehts zum Volltext bei der Bundeszentrale für Politische Bildung.

 

Martin Nitsche/Benjamin Bräuer/Jan Scheller, Historisches Argumentieren mittels Schreibaufgaben zum europäischen Kolonialismus in Amerika fördern, in: geschichte für heute 2/2020, S. 21-48.

Deutschsprachige Lehrpläne, die Einheitlichen Prüfungsanforderungen sowie geschichtsdidaktische Literatur legen häufig die historische Urteilsbildung als Ziel historischen Lernens fest. Im Beitrag werden zunächst historisches Argumentieren innerhalb historischen Denkens verortet sowie konzeptionelle Gedanken zur Aufgabengestaltung dargestellt. Anschliessend wird ein Auswertungsraster für historische Urteilsbildungen vorgestellt sowie an zweier historischer Argumentationen von Lernenden der 7. und 10. Klasse angewendet. 

Jan Scheller, Eine Drehscheibe von 1934. Stundenplan und Lineal als Propagandainstrumente, in: Geschichte lernen 193/2020, S. 58-59.

Schüler*innen wurden während des Nationalsozialismus selbst über schul-alltägliche Gegenstände wie Lineal oder Stundenplan politisch beeinflusst. Im Beitrag wird ein Beispiel vorgestellt, historisch eingeordnet, inhaltlich analysiert und sein Potential für den Geschichtsunterricht skizziert.

2019

Jan Scheller, Ein Diagnoseraster für die De-Konstruktionskompetenz nach dem FUER-Modell, in: Monika Waldis & Béatrice Ziegler (Hrsg.): Forschungswerkstatt Geschichtsdidaktik 17. Beiträge zur Tagung "geschichtsdidaktik empirisch 17" (Geschichtsdidaktik heute, 11). Bern 2019, S. 192-204.

Basierend auf der FUER-Theorie, wird im Artikel ein Raster für die De-Konstruktionskompetenz entwickelt, welches eine Diagnose, z.B. bei Schüler*innen, ermöglichen soll.

Martin Buchsteiner, Revolution und Staatsumwälzung in Mecklenburg-Strelitz, in: Matthias Manke, Florian Ostrop und René Wiese (Hrsg.): Novemberrevolution. Sturz der Monarchie und demokratischer Neubeginn in Mecklenburg 1918/19 (Schriften zur mecklenburgischen Geschichte, Bd. 7), Lübeck 2019, S. 137-182.

Jan Scheller, Rekonstruktion historischer Denkoperationen: Schüler/-innen und Studierende analysieren Intentionen und Orientierungsabsichten eines Plakats, in: Christine Pflüger (Hrsg.), Die Komplexität des kompetenzorientierten Geschichtsunterrichts. Aktuelle geschichtsdidaktische Forschungen (Beihefte zur Zeitschrift für Geschichtsdidaktik, Bd. 19), Göttingen 2019, S. 17-34.

Im Beitrag werden Prozesse historischen Denkens bei Schüler/-innen und Studierenden hinsichtlich des Umgangs mit Quellen untersucht. Die Probandinnen und Probanden sollten die Intention eines Plakats erschliessen und damit eine Denkoperation vollziehen, die komplexes historisches Denken einfordert. Dabei konnten hinsichtlich der Nutzung der zur Verfügung gestellten Informationen fünf verschiedene Typen von Herangehensweisen ausgemacht werden.

Martin Buchsteiner & Tobias Lorenz, Verschleierung muslimischer Frauen - Alteritätserfahrungen und Selbstreflexion als Prinzip historischen Lernens, in: Zeitschrift für Geschichtsdidaktik Jg. 18 (2019), S. 46-60.

Am Beispiel der Verschleierung muslimischer Frauen wird verdeutlicht, wie Alterität als Prinzip historischen Lernens im Unterricht thematisiert und reflektiert werden kann. Dafür wird zunächst theoretisch ein Verlaufsmodell hergeleitet, welches den Umgang mit Alteritätserfahrungen ins Zentrum stellt. Anschließend wird es auf den konkreten Unterrichtsgegenstand angewendet.

Jan Scheller, Eine binnendifferenzierte Quellenanalyse am Beispiel einer historischen Karte zum Versailler Vertrag, in: Geschichte lernen 190/2019, S. 37-41.

Die vorliegende Unterrichtsidee soll eine Möglichkeit aufzeigen, die Analyse von Quellen/Darstellungen binnendifferenziert zu trainieren. Anhand einer historischen Karte über den Versailler Vertrag wird gezeigt, wie sich die Bearbeitung von Quellen und Darstellungen im Geschichtsunterricht in Teilschritte (= Aspekte) zerlegen und in Arbeitsaufträge mit unterschiedlichen Niveaustufen operationalisieren lässt. Die Zielstellung ist, dass alle Schülerinnen und Schüler das Grobziel trotz verschieden anspruchsvoller Aufgabenstellungen erreichen.

2018

Martin Buchsteiner, Rostock und seine „Nachbarn“ in Ständestaat und parlamentarischer Demokratie. Wandel und Kontinuität einer verfassungsrechtlichen Sonderstellung, in: Matthias Manke (Hrsg.), Rostock und seine Nachbarn in der Geschichte (Schriften zur mecklenburgischen Geschichte, Bd. 6), Lübeck 2018, S. 71-94.

Martin Buchsteiner/Tobias Lorenz/Jan Scheller: Medien analysieren im Geschichtsunterricht. Kompetenzorientierte und binnendifferenzierte Aufgaben für Karten, Bilder, Plakate, Karikaturen, Schemata, gegenständliche Quellen, Statistiken, Texte und Lieder, Frankfurt a. M. 2018.

Quellenkritik, Quellenkunde, Quellenanalyse oder doch Quelleninterpretation? So vielfältig die Begriffe, so vielfältig und unterschiedlich sind auch die Vorstellungen davon. Dieser Band stellt ein alternatives Verfahren vor, das die historische Analyse von Medien nach Aspekten gliedert und diese in Teilschritte zerlegt. Damit liegt erstmalig ein transparentes und sachlogisch aufgebautes Raster vor, aus dem nicht nur in Bezug auf individuelle unterrichtliche Fragestellungen, sondern auch mit Blick auf individuelle Leistungsstände von Schüler/-innen Lernziele und Aufgaben effektiv und zeitsparend ausgewählt werden können. Zahlreiche Beispiele erleichtern die Anwendung.

 

Martin Buchsteiner/Tobias Lorenz/Thomas Must/Jan Scheller, Operatoren im Fach Geschichte, Greifswald 2018.

 

Gegenwärtig kursieren gleich einige und zudem ganz unterschiedliche Listen von Operatoren für das Fach Geschichte. In der vorliegenden Arbeit werden Operatoren erstmals in überprüfbare Arbeitsschritte zerlegt, die so nicht nur die mit ihnen verbundenen Tätigkeiten transparent werden lassen, sondern zugleich die Möglichkeit einer Binnendifferenzierung über Arbeitsaufträge bieten. Zur Veranschaulichung wird für jeden Operator ein praktisches Beispiel gegeben.

Jan Scheller, Hitlers "Mein Kampf" im Geschichtsunterricht, Bausteine für historisches Lernen in den Sekundarstufen I und II, Greifswald 2018.

 

Obwohl die 2016 veröffentlichte editierte Version von Hitlers "Mein Kampf" bereits im ersten Jahr 85.000 mal verkauft wurde, ist es u. a. nach Ansicht des Börsenblattes noch kaum im Geschichtsunterricht angekommen. Das Buch bietet für nahezu alle Kapitel des Werkes didaktisch aufbereitete Textauszüge und problem- sowie kompetenzorientierte Aufgabenstellungen, sodass sie ohne Weiteres als Arbeitsblätter im Geschichtsunterricht eingesetzt werden können. Zusätzlich findet sich für jede Textquelle ein didaktischer Kommentar, der ein mögliches Stundenthema, die anzubahnende Kompetenz sowie einen ausführlichen Erwartungshorizont zu den Aufgabenstellungen enthält.

Martin Buchsteiner, Mehr als ein "Austausch des Türschildes", Die Greifswalder Geschichtsmethodik zwischen 1990 und 2005, in: Stefan Creuzberger/Fred Mrotzek/Mario Niemann (Hrsg.), Land im Umbruch, Mecklenburg-Vorpommern nach dem Ende der DDR, Berlin 2018, S. 328-344.

2017

Alfred Germ, Geographie und Politische Bildung - eine Selbstverständlichkeit? In: Thomas Hellmuth (Hrsg.), Politische Bildung im Fächerverbund (Wiener Beiträge zur politischen Bildung 6), Schwalbach/Ts. 2017, S. 54-96.